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Ein Wagen fährt durch Jerusalem.
Darin sitzt ein Mann.
Der Mann kommt aus einem fernen Land.

Er ist ein Minister der Königign von Äthiopien
Er will in den Tempel gehen.
Er will zu Gott beten.

Der Mann aus Afrika geht in den Tempel.
Dann fährt er wieder heim.
Er hat ein Buch gekauft.
Ein Prophet hat das Buch geschrieben.
Der Afrikaner liest darin.
Er versteht es nicht.

Am Weg steht Philippus.
Philippus ist einer von den Jüngern in Jerusalem.
Gott sagt zu Philippus:
"Der Mann im Wagen braucht dich.
Hilf ihm!"

Philippus fragt den Afrikaner:
"Was liest du da? Verstehst du es auch?"
Der Afrikaner sagt:"Ich verstehe es nicht.
Komm zu mir in den Wagen. Erkläre es mir!"

In dem Buch steht:
"Er hat alles schweigend erduldet,
wie ein Schaf, das zum Schlachten geführt wird.
Aber Gott hat ihn gerettet.
Er wird viele Kinder haben,
eine ganz große Familie."
Der Afrikaner fragt: "Von wem redet der Prophet?"
Philippus sagt:"Er redet von Jesus."
Philippus erzählt dem Afrikaner alles über Jesus.
Er sagt auch:
"Wer Vertrauen zu Jesus hat und sich taufen läßt,
gehört zu dieser Familie."

Der Afrikaner sagt: "Ich habe Vertrauen zu Jesus.
Da ist Wasser. Taufe mich!"
Philippus und der Afrikaner steigen vom Wagen.
Sie ziehen ihre Kleider aus.
Sie gehen ins Wasser.

Philippus sagt:
"Ich taufe dich im Namen Gottes -
des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes.
Du bist jetzt ein neuer Mensch. Du gehörst zu Jesus."

Der Afrikaner steigt aus dem Wasser.
Er sieht sich um: Philippus ist verschwunden.
Philippus hat alles getan, was er sollte.
Gott braucht ihn jetzt anderswo.

Der Afrikaner steigt auf den Wagen.
Er fühlt sich wie neu geboren.
Er ist glücklich. Er sagt: "ich bin getauft.
Ich gehöre zu Jesus.
Jetzt habe ich ein neues Leben."

Noch viele Menschen in der Welt hören von Jesus.
Sie fangen ein neues Leben an.
Sie freuen sich, daß Gott sie lieb hat.
Sie freuen sich, daß sie zu Jesus gehören.
Sie helfen einander.
Sie sind eine große Familie.

Dort, wo Menschen zu Jesus gehören,
kehrt kein Frieden ein.
Gott liebt die Menschen.
Alle Menschen sollen es hören:
Jesus ist da.
Er bringt Frieden.

herausgegeben 1994 von der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart
27 Ein Afrikaner wird getauft
Juden aus aller Welt kamen zu den Festzeiten in die heilige Stadt Jerusalem mit ihrem Tempel, wo man sich dem Gott ISraels in besonderer Weise nahe wußte. Ab und zu waren auch Nichtjuden unter den Pilgern. Sie hatten sich der jüdischen Gemeinde angeschlossen - mehr oder weniger eng, je nachdem, ob sie bereit waren, die Voorschriften des Mose-Gesetzes (Beschneidung, strenge Sabbatruhe, Reinheitsgebote) in vollem Umfang zu befolgen oder nicht.
Der hohe Hofbeamte der Königin von Äthiopien hat wohl durch Juden, die in sein Land kamen, vom Gott Israels und seinem Tempel gehört. Aber es gibt etwas, das ihn von der Gemeinde Gottes ausschließt. Der griechische Bibeltext nennt ihn "Eunuch"; und es ist bekannt, daß di eHofbeamten von Königinnen im Altertum Kastraten waren. Als Kastrat kann der Äthiopier nach der Vorschrift von 5. Mose 23,2 nicht Vollmitglied der jüdischen Gemeinde werden. Auch im Tempel darf er nur den äußeren Vorhof, den "Vorhof der Heiden", betreten.
Trotzdem - die Nähe der heiligen Stätte war dem Mann aus Afrika so viel wert, daß er den weiten Weg auf sich nahm. Solch eine Reise macht man vielleicht nur einmal im Leben. Nun ist alles vorbei. Sind seine Erwartungen erfüllt? Ein Andenken hat er mitgenommen, ein heiliges Buch, ein Stück von Gottes Wort. Das geht mit ihm. Darin liest er.
Aber er versteht es nicht. Geheimnisvolle Andeutungen findet er; aber von wem ist die Rede? Der Prophet spricht ahnungsvoll von dem Einen, der für alle in den Tod geht (Jesaja 53,7-8). Da schickt der Giest Gottes ihm den Mann, der die rätselhafte Schrift deuten kann. Im Altertum war es üblich, das gelesene halblaut vor sich hinzusprechen. Darum ist Philippus sofort im Bild und kann die richtige Frage stellen. Und dann braucht er dem Äthiopier nur noch von Jesus zu erzählen, der vollbracht hat, was der Prophet ahnend vorausgesagt hat.
Was Philippus erzählt, macht dem Afrikaner deutlich: Du mußt Gott nicht mehr im Tempel in Jerusalem suchen. In Jesus Christus ist er dir ganz nahe gekommen. Du bist deshalb auch nicht mehr Mitglied zweiter oder dritter Klasse in der Gemeinde Gottes. Seit Jesu Tod und Auferstehung kommt es nicht mehr darauf an, "ob einer Jude ist oder nicht, ob er beschnitten ist oder nicht... Es gibt nur noch Christus, der in allen lebt und der alles wirkt" (Kolosser3,11).
Durch die Taufe werden Menschen in die Gemeinschaft mit Christus und zugleich in die neue, umfassende Gemeinschaft der durch ihn erlösten Menschen aufgenommen. Der Äthiopier ergreift die Gelegenheit. Wir erfahren von ihm nichts weiter, als daß er, nachdem er die Erfüllung seines Lebens gefunden hat, "voll Freude" seines Weges zog.
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