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Der verlorene Sohn

Gott liebt uns.
Wir dürfen immer zu ihm kommen.
Er freut sich darüber.
Jesus erzählt dazu eine Geschichte.

Ein Mann hat zwei Söhne.
Sie helfen dem Vater bei der Arbeit.
Später werden sie einmal alles erben,
was dem Vater gehört:
das Haus, die Felder, die Tiere
und das ganze Geld.

Der jüngere Sohn sagt zum Vater:
"Ich bin jetzt groß.
Ich will fort.
Gib mir alles,
was mir gehört."
Der Vater gibt ihm viel Geld.

 

Der jüngere Sohn
packt alles zusammen.
Er geht fort.
Er freut sich.

Er geht in die große Stadt.
Er kauft sich, was er will.
Er geht ins Gasthaus.
Er lädt viele Leute ein.
Sie sind lustig.
Sie essen und trinken den ganzen Tag.
Er bezahlt für alle.

Bald hat er kein Geld mehr
Die anderen geben ihm nichts,
Er kann seine Rechnung nicht bezahlen.
Der Wirt wirft ihn hinaus.

Er geht zu einem Bauern und sagt:
"Ich habe Hunger.
Gib mir etwas zu essen.
Ich will dafür arbeiten."

Der Bauer sagt:
"Paß auf die Schweine auf!
Aber nimm dich in acht:
Iß nichts von dem guten Schweinefutter!"

Das sitzt er und hat Hunger.
Er denkt:
Mein Vater hat viele Arbeiter.
Sie bekommen genug zu essen.
Ich will zu meinem Vater gehen und sage:
"Ich kann nicht mehr dein Sohn sein.
Nimm mich als Arbeiter bei dir auf!"

Er geht zurück zu seinem Vater.

Der Vater sieht ihn,
schon von weitem.
Er geht ihm entgegen.
Der Sohn sagt:
"Vater, es war nicht recht,
was ich getan habe.
Ich kann nicht mehr
dein Sohn sein.
Nimm mich als Arbeiter bei dir auf!"
Der Vater sagt:
"Du bist und bleibst mein Sohn.
Du bist wieder da.
Das ist ein Freudentag!"

Der Vater ruft alle zusammen:
"Kommt wir feiern ein Fest!
Mein Sohn ist wieder da.
Frreut euch mit mir!"

Der älter Sohn ist auf dem Feld.
Er sagt: "Ich komme nicht!
Der Nichtsnutz hat alles Geld vertan.
Und jetzt wird auch noch gefeiert!"
Der Vater sagt: "Er ist doch dein Bruder!"
Er war verloren und ist wiedergefunden.
Komm und freu dich mit mir!"

Jesus sagt: "Gott liebt alle Menschen.
Niemand ist ausgeschlossen.
Wir dürfen immer zu ihm kommen.
Er freut sich, wenn wir kommen.

00 Vorwort
01 Gott erschafft die Welt 1. Mose (Genesis) 1,1 - 2,4
02 Der Regenbogen 1. Mose (Genesis) 6,5 - 9,17
03 Abraham Aus 1. Mose (Genesis) 12 - 25
04 Esau und Jakob Aus 1. Mose (Genesis) 25,19 - 28,22
05 Josef Aus 1. Mose (Genesis) 37,1 - 45,15
06 Der Auszug aus Ägypten Aus 2. Mose (Exodus) 1 - 14
07 Der Weg ins versprochene Land Aus 2. Mose (Exodus) 16-20; 34; 37; 4. Mose (Numeri) 10, 11-28; Josua 3, 1 - 8
08 Rut Aus Rut 1 - 4
09 David wird König Aus 1. Samuel 16 und 17; 2. Samuel 5 und 6; 1. Könige 6 und 8
10 Jona Aus Jona 1 - 4
11 Zacharias und Elisabeth Lukas 1,5 - 79
12 Jesus ist geboren Lukas 2,1 - 20; Matthäus 2,1 - 12
13 Der zwölfjährige Jesus Lukas 2, 40 - 52
14 Die Hochzeit in Kana Johannes 2, 1 - 11
15 Jesus und seine Jünger Aus Matthäus 4 - 10
16 Jesus und der Gelähmte Markus 2, 1 - 12
17 Jesus und der Sturm Markus 4, 35 - 41
18 Jesus besiegt den Tod Aus Markus 5, 21 - 43
19 Der barmherzige Samariter Lukas 10, 25 - 37
20 Der verlorene Sohn Lukas, 15, 11 - 32
21 Bartimäus Markus 10, 46 - 52
22 Zachäus Lukas 19, 1 - 10
23 Die Arbeiter im Weinberg Matthäus 20, 1 - 16
24 Jesus in Jerusalem Matthäus 21, 1 - 11 und 26, 17 - 36
25 Jesus ist auferstanden Aus Markus 14-16, Johannes 19 und Lukas 24
26 Himmelfahrt und Pfingsten Aus Apostelgeschichte 1 und 2
27 Ein Afrikaner wird getauft Apostelgeschichte 8, 26 - 39
28 Hilfen zum Verständnis

illustriert von Kees de Kort

herausgegeben 1994 von der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart

ISBN 3-438-04142-1

20 Der verlorene Sohn

Die Geschichte, die Jesus erzählt, kann jedes Kind verstehen: So wie der Vater im Gleichnis zu seinem Sohn, so ist Gott zu uns Menschen. Er hält uns nicht mit dem Zwang bei sich fest, sondern gibt uns die Freiheit, unseren eigenen Weg zu gehen. Aber er wartet auch auf uns. Wenn die Not uns zur Einsicht bringt, steht die Tür zum Vaterhaus offen.

Aber da ist noch ein zweiter Sohn" Die Geschichte sollte eigentlich heißen: "Der Vater und seine beiden schwierigen Söhne". Dieser zweite Teil der Geschichte wird im Bilderbuch nur kurz angedeutet. Er ist aber genauso wichtig wie der erste.

Jesus ist angegriffen worden, weil er die "Zöllner und Sünder" - also Kollaborateure, die es mit der Besatzungsmacht halten, Ausbeuter, Dirnen und andere vom frommen Judentum geächtete menschen - in seine Gemeinschaft aufgenommen hat. Mit solchen Menschen will Gott nichts zu tun haben, meinen die Frommen. Sie denken wie der ältere Bruder im Gleichnis. Jesus lädt sie dazu ein, im anderen Menschen den Bruder zu entdecken und sich mitzufreuen mit dem Vater, anstatt auf ihre Verdienste zu pochen und sich abzusondern. Denn es gibt kein Glück im Himmel solange auch nur eines von Gottes Kindern fehlt.

 

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