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Jesus und der Sturm

Viele Menschen waren bei Jesus.
Er erzählte ihnen Geschichten von Gott.
Am Abend sagt Jesus zu seinen Jüngern:
"Wir wollen über den See fahren."

Sie steigen in ein Schiff.
Die Menschen bleiben zurück.
Sie fahren über den großen See.

Jesus ist müde.
Er liegt im Boot und schläft.

Auf einmal kommt ein starker Wind.
Er peitscht das Wasser auf.
Überall sind hohe Wellen.

Die Wellen werden gefährlich.
Das Schiff wird hin und her geschleudert.

Die Wellen schlagen ins Schiff.
Jesus schläft gaz ruhig.

Die Jünger haben große Angst.
Sie gehen zu Jesus und wecken ihn auf.
Sie rufen: "Herr, hilf! Wir gehen unter!"

Jesus richtet sich auf.
Er sagt:
"Warum habt ihr Angst?
Ich bin doch da."

Jesus blickt auf die tobenden Wellen.
Er ruft dem Wind und den Wellen zu:
"Schwegt jetzt!
Seid still!"

Da wird es ganz still.
Der See liegt ganz ruhig da.

+Die Jünger erschrecken.
Sie sagen zueinander:
"So mächtig ist Jesus!
Er spricht nur ein Wort -
und dann gehorchen ihm Wind und Wellen!"

Der See bleibt still.
Das Schiff fährt ruhig weiter.

00 Vorwort
01 Gott erschafft die Welt 1. Mose (Genesis) 1,1 - 2,4
02 Der Regenbogen 1. Mose (Genesis) 6,5 - 9,17
03 Abraham Aus 1. Mose (Genesis) 12 - 25
04 Esau und Jakob Aus 1. Mose (Genesis) 25,19 - 28,22
05 Josef Aus 1. Mose (Genesis) 37,1 - 45,15
06 Der Auszug aus Ägypten Aus 2. Mose (Exodus) 1 - 14
07 Der Weg ins versprochene Land Aus 2. Mose (Exodus) 16-20; 34; 37; 4. Mose (Numeri) 10, 11-28; Josua 3, 1 - 8
08 Rut Aus Rut 1 - 4
09 David wird König Aus 1. Samuel 16 und 17; 2. Samuel 5 und 6; 1. Könige 6 und 8
10 Jona Aus Jona 1 - 4
11 Zacharias und Elisabeth Lukas 1,5 - 79
12 Jesus ist geboren Lukas 2,1 - 20; Matthäus 2,1 - 12
13 Der zwölfjährige Jesus Lukas 2, 40 - 52
14 Die Hochzeit in Kana Johannes 2, 1 - 11
15 Jesus und seine Jünger Aus Matthäus 4 - 10
16 Jesus und der Gelähmte Markus 2, 1 - 12
17 Jesus und der Sturm Markus 4, 35 - 41
18 Jesus besiegt den Tod Aus Markus 5, 21 - 43
19 Der barmherzige Samariter Lukas 10, 25 - 37
20 Der verlorene Sohn Lukas, 15, 11 - 32
21 Bartimäus Markus 10, 46 - 52
22 Zachäus Lukas 19, 1 - 10
23 Die Arbeiter im Weinberg Matthäus 20, 1 - 16
24 Jesus in Jerusalem Matthäus 21, 1 - 11 und 26, 17 - 36
25 Jesus ist auferstanden Aus Markus 14-16, Johannes 19 und Lukas 24
26 Himmelfahrt und Pfingsten Aus Apostelgeschichte 1 und 2
27 Ein Afrikaner wird getauft Apostelgeschichte 8, 26 - 39
28 Hilfen zum Verständnis

illustriert von Kees de Kort

herausgegeben 1994 von der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart

ISBN 3-438-04142-1

17 Jesus und der Sturm

Der See von Genezareth (oder Gennesaret) genannt, bildet den Mittelpunkt des Wirkens Jesu in seiner ersten Zeit. Hier predigt er dem Volk, erzählt er seine Gleichnisse und heilt Kranke; hier findet er seine ersten Jünger.

Der See von Galliläa ist klein genug, daß man ihn in ein paar Stunden überqueren kann - und groß genug, daß ein kleines Schiff, wie das Fischerboot der Jünger dabei je nachdem in schwere Not gerät. Wirbelstürme wühlen unversehens den glatten Wasserspiegel auf. Solche Stürme entstehen als Fallwinde infolge starker Temperaturschwankungen während der Nacht. In einen solchen Sturm gerät das Boot, in dem Jesus, ermattet von den Anstrengungen des Tages, schlafend ruht. Und die Jünger erleben staunend, daß dieser Mann auch Herr ist über die tobenden Elemente. Sein Wort ist machtvoll wie das Wort des allmächtigen Schöpfers, der nach der bildhaften Vorstellungsweise des Alten Testaments seine Schöpfung dem wütenden Meer abgerungen hat:

"Die Fluten hatten das Land bedeckt, über den höchsten Bergen stand das Wasser. Vor deiner Stimme bekam es Angst; es floh vor deinem Donnergrollen" (Psalm 104.6-7)

Die Jünger, die diese Geschichte weitererzählten, sahen darin nicht nur das Erlebnis einer einmaligen wunderbaren Rettung. Der Mann, der das Toben der Wellen stillte, ist den Seinen in den Stürmen des Lebens allezeit helfend nahe. Frühe Ausleger sahen in dem Fischerboot ein Sinnbild für das "Schiff der Kirche", die von ihrem Herrn sicher durch alle Verfolgungen und Anfeindungen geleitet wird. Und wir selbst dürfen darin ein Bild sehen für unser eigenes Lebensschifflein, daß immer wieder von den Stürmen des Tages umhergeschleudert wird. Auch uns gilt dann Jesu Ermutigung: "Warum habt ihr Angst? Ich bin doch da!"

 

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