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Am großen Fluß wohnt Abraham.
Seine Frau heißt Sara.
Hier haben sie ihr Haus.
In der Nähe wohnen ihre Verwandten,
ihre Brüder und Schwestern mit ihren Kindern.
Abraham und Sara sind schon alt.
Sie haben keine Kinder

Gott sagt zu Abraham:
"Geh fort von hier!
Laß alles zurück,
dein Haus und deine Verwandten!
Ich bringe dich in ein anderes Land.
Ich will dich segnen.
Ich mache dich zum Vater von einem großen Volk."

Abraham tut das, was Gott ihm sagt.
Er macht sich auf den Weg.
Seine Frau Sara geht mit ihm
und auch sein Neffe Lot.
Auch seine Tiere kommen mit
und dazu die Männer,
die für die Tiere sorgen.

Die Reise dauert lange.
Sie kommen durch viele Städte und Länder.
jetzt sind sie im Land Kanaan.

Gott sagt zu Abraham:
"Dies ist das Land!
Ich gebe es dir und deinen Kindern."
Abraham baut einen Altar für Gott.
Er opfert Gott ein Tier und dankt ihm.

Abraham und Sara sind schon sehr alt.
Abraham sagt zu Gott:
"Wir warten schon so lange!
Bald sind wir tot.
Wann bekommen wir ein Kind?"

In einer Nacht sagt Gott zu Abraham:
"Sieh die vielen Sterne!
Du kannst sie nicht zählen.
So viele Kinder wirst du haben."
Abraham vertraut Gott.
Er glaubt das, was Gott ihm sagt.

Einmal sitzt Abraham vor seinem Zelt.
Drei Männer kommen.
Abraham sagt: "Kommt herein!"
Sara gibt den Männern zu essen.

Einer von den Männern sagt zu Abraham:
"Ich habe dir viele Kinder versprochen.
Im nächsten Jahr komme ich wieder.
Dann wird Sara einen Sohn haben."
Abraham erschrickt: Wer ist das?
Wer hat mich da besucht?

Sara hört, was der Mann sagt.
Sie glaubt es nicht. Sie lacht.
Sara denkt:
"Wir werden keine Sohn haben.
Wir sind zu alt."
Der Mann sagt:
"Warum lacht Sara?
Für Gott ist nichts unmglich."

Nach einem Jahr
habe sie einen Sohn.
Sie nennen ihn Isaak.

"Isaak" erinnert in ihrer Sprache
an "Lachen"
Sara hat gelacht.
Jetzt kann sie vor Freude lachen.
Abraham und Sara freuen sich.
Abraham ist fast 100 Jahr alt.
Gott tut das, was er sagt.

herausgegeben 1994 von der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart
03 Abraham
Die Geschichte von Abraham und seiner Frau Sara beginnt mit einer starken Zumutung: Abraham soll seine Heinma, seine Verwandten verlassen und ins Ungewisse aufbrechen. Das ist für einen Menschen des Altertums, der noch ganz in die Großfamilie eingebettet war, ein schwerwiegender Schritt. Ein eindeutiges Ziel wird nicht genannt. Gott will Abraham führen, aber Abraham weiß nicht wohin.
Die Geschichte endet mit einem häuslichen Idyll: Ein Kind wird geboren, die Eltern strahlten vor Glück. Das Unerhörte und Einmalige mündet, so scheint es, in das Allergewöhnlichste, das überall und alle Tage geschieht. Doch der Schein trügt. Mit dieser Geburt hat es etwas Besonderes auf sich. Als Abraham aus seinem bisherigen Lebenskreis herausgerufen wurde, bekam er nicht nur eine neue Heimat versprochen, das eigene Land. Er bekam auch die Zusage, daß von ihm ein ganzes Volk abstammen sollte. Wie könnte das geschehen, wenn Abraham kinderlos dahingeht?
Mit Abraham macht Gott einen neuen Anfang. Die vorausgehenden Kapitel der Bibel haben gezeigt, wie die Menschen sich von Gott abwenden. Nun handelt Gott noch einmal als Schöpfer: nach der Erschaffung von Welt und Menschheit erschafft er sich ein Volk. An diesem Volk soll sichtbar werden, wozu der Mensch bestimmt ist: Gott als seinen Schöpfer zu ehren und seine Mitmenschen zu lieben wie sich zeigt. Die Berufung Abrahams zielt auf Israel, das erwählte Gottesvolk.
Ein Werk des göttlichen Schöpfer ist dieses Volk, kein Ergebnis natürlicher Entwicklung oder menschlicher Planung. Das wird deutlich an der Geburt des Sohnes, an dem die göttliche Zusage hängt. Alle Umstände deuten darauf hin, daß hier Gott als Schöpfer handelt. Abraham und Sara stehen schon im hohen Alter; nach menschlichem Ermessen können sie keine Kinder mehr bekommen. Aber: "Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?" (1.Mose18,14) Das ist die eine Seite. Die andere: Zu diesem zweiten Schöpfungswerk braucht Gott den Menschen - gleichwohl. Nicht seine natürliche Kraft, sondern seinen Gehorsam, sein Vertrauen. Abraham vertraut Gott, gegen alle Vernunft, und gerade so kann Gott seine Zusage an ihm wahrmachen.
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