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Jakob ist groß geworden.
Er lebt wieder im Land Kanaan.
Er hat zwölf Söhne. Sein Liebling ist Josef.
Jakob schenk Josef schöne Kleider.
Die älteren Brüder sind neidisch auf Josef.

Einmal sind die Brüder draußen bei den Schafen.
Josef kommt.
Die Brüder sagen: "Josef muß weg!"
Sie werfen ihn in eine tiefe Grube.
Josef schreit laut.

Fremde Männer kommen vorbei.
Es sind Kaufleute.
Sie wollen nach Ägypten.
Die Brüder zeihen Josef aus der Grube.
Sie verkaufen ihn.
Josef muß mit nach Ägypten.
Dort wird er als Sklave verkauft.
Er muß schwer arbeiten.

Im Land Ägypten ist ein großer Fluß, der Nil.
Es wächst viel Korn.
Viele Menschen wohnen da.
Der König von Ägypten heißt der Pharao.

In einer Nacht träumt der Pharao:
Aus dem Nil kommen sieben Kühe.
Es sind gesunde, prächtige Tiere.
Sie sind groß und fett.

Aber dann kommen sieben andere Kühe.
Sie sind häßlich und mager.
Die mageren Kühe fressen die fetten Kühe auf.
Und sie bleiben genauso mager wie zuvor.

Der Pharao kann nicht mehr schlafen.
Er denkt immer: Was bedeutet der Traum?
Niemand kann es ihm sagen.
Ein Diener sagt zum Pharao:
"Vielleicht kann es Josef.
Er hat mir einen Traum gedeutet.
Alles ist eingetroffen, was er gesagt hat."
Der Pharao sagt:"Bringt mir Josef!"
Josef darf sein Sklavenkleid ausziehen.
Er bekommt schöne Kleider.
Der Pharao fragt:
"Kannst Du mir den Traum erklären?"

Josef sagt:
"Ich kann es nicht. Aber Gott kann es."
Josef sagt zum Pharao:
"Der Traum kommt von Gott.
Gott hat mir gesagt, was er bedeutet.
Die sieben fetten Kühe sind sieben gute Jahre.
Siebe Jahre lang wächst viel, viel Korn in Ägypten.
Mehr als man essen kann.
Die sieben mageren Kühe sind sieben schlechte Jahre.
Die Menschen haben nichts mehr zu essen.
Sie müssen vor Hunger sterben."


Josef sagt zum Pharao:
"Sammle das Korn in den sieben guten Jahren!
Baue große Vorratshäuser!
Dann kannst du das Korn verteilen
in den sieben schlechten Jahren."
Der Pharao sagt:
"Du bist klug, Josef.
Du kannst das für mich machen.
Du sollst meine 'rechte Hand' sein."

Die guten Jahre sind vorbei.
Die Menschen hungern
Von überall kommen die Menschen zu Josef.
Er gibt ihnen Korn.

Auch die Brüder von Josef kommen nach Ägypten.
Sie wollen Korn kaufen.
Sie erkennen Josef nicht.
Josef sagt zu ihnen:
"Ich bin euer Bruder Josef!
Habt keine Angst, ich bin euch nicht mehr böse.
Gott hat für uns gesorgt.
Deshalb hat er mich nach Ägypten geschickt.
Hier ist genug Brot für alle.
Bringt unsern Vater Jakob hierher!
Ihr habt es böse gemeint,
aber Gott hat alles gut gemacht."

herausgegeben 1994 von der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart
05 Josef
Die Geschichte von Josef, der vom verzärtelten Lieblingssohn seines Vaters zum Sklaven in Ägypten wird, um zuletzt zum Stellvertreter des Pharaos aufzusteigen, läßt sich in einem kurzen Bibelbilderbuch nur in den gröbsten Umrissen darstellen. Vor allem der Anteil der Brüder an der Geschichte mit all seinen spannenden Momenten kommt dabei zu kurz. Früher oder später sollte man den Kindern deshalb die ganze Geschichte erzählen (oder nach einer Kinderbibel vorlesen).
Die Josefsgeschichte ist die Geschichte einer erstaunlichen Karriere; aber vor den Aufstieg ist der Abstieg gesetzt: die Trennung vom Vater (die Mutter verlor Josef schon früher), der Weg in die Fremde, in die Sklaverei, zuletzt ins Gefängnis. Josef muß erst reif werden für seine hohe Berufung. Sonst wäre er vielleicht ein eitler, machtbesessener Despot geworden, anstatt sich als Stellvertreter zu wissen - nich tnur des Pharaos, sondern einer noch höheren Macht.
Die Brüder machen in kleinerem Maßstab etwas Ähnliches durch, als Josef sie in Ägypten auf die Probe stellt. Das Bilderbuch erzählt die Josefsgeschichte in erster Linie als Geschichte der göttlichen Vorsorge. Josef und seine Brüder, das ist aber auch eine Geschichte der Wandlungen, durch die Menschen zu sich selbst und dadurch erst im wahren Sinne zur Brüderlichkeit untereinander finden.
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