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Der Regenbogen

Gott hat die Menschen erschaffen.
Aber die Menschen machen Gott keine Freude.
Sie streiten sich miteinander.
Sie schlagen sich tot.

Noah und seine Frau sind traurig.
Die Menschen sind so böse.

Gott sagt zu Noah:
"An dir habe ich Freude.
Bau ein großes Schiff, eine Arche.
Für dich, deine Frau und deine drei Söhne.
Auch die Tiere sollen in der Arche Platz haben."

Noah baut die Arche.
Seine Söhne helfen ihm.
Die Leute sagen:
"Hier kann doch kein Schiff schwimmen!
Hier ist doch kein Wasser."

Die Arche ist fertig.
Es fängt an zu regnen.
Es regnet in Strömen.
Es regnet und hört nicht mehr auf.
Das Wasser steigt.
Die Sintflut kommt.

Gott sagt zu Noah:
"Geh mit deiner Familie in die Arche!
Nimm von allen Tieren zwei mit,
ein Männchen und ein Weibchen.
Ich will nicht, daß alles Leben untergeht."
Alle Tiere kommen herbei.
Noah läßt sie in die Arche.

Auch seine Frau geht in die Arche,
und auch seine drei Söhne mit ihren Frauen.
Als alle drinnen sind, macht Gott die Tür zu.

Es regnet und regnet.
Überall ist Wasser.
Das Wasser ist höher als die Berge.
Die Arche schwimmt auf dem Wasser.

Gott denkt an die Menschen und Tiere in der Arche.
Er läßt den Regen aufhören.
Das Wasser nimmt ab.
Noah sieht die Spitzen der Berge.

Die Arche bleibt auf einem Berg stehen.
Noah läßt eine Taube fliegen.
Die Taube kommt wieder zurück.
Sie kann nirgends bleiben.
Überall ist noch Wasser.

Noah wartet noch sieben Tage.
Er läßt die Taube ein zweites Mal fliegen.
Wieder kommt sie zurück.
Sie bringt einen grünen Zweig.
Noah wartet nochmal sieben Tage.
Dann läßt er die Taube zum dritten Mal fliegen.
Sie kommt nicht mehr zurück.
Die Erde ist trocken.

Gott sagt zu Noah:
"Jetzt könnt ihr aus der Arche gehen!
Du und deine Familie und alle Tiere.
Vermehrt euch und breitet euch über die Erde aus!"

Noah baut einen Altar.
Er bringt Gott ein Opfer.
Alle sind froh und rufen:
"Wir danken dir, Gott."

Gott sagt:
"Habt keine Angst!
Es kommt keine Sintflut mehr.
Seht den Regenbogen am Himmel!
Nach dem Regen scheint wieder die Sonne.
So soll es immer bleiben.
Das verspreche ich euch."

 

00 Vorwort
01 Gott erschafft die Welt 1. Mose (Genesis) 1,1 - 2,4
02 Der Regenbogen 1. Mose (Genesis) 6,5 - 9,17
03 Abraham Aus 1. Mose (Genesis) 12 - 25
04 Esau und Jakob Aus 1. Mose (Genesis) 25,19 - 28,22
05 Josef Aus 1. Mose (Genesis) 37,1 - 45,15
06 Der Auszug aus Ägypten Aus 2. Mose (Exodus) 1 - 14
07 Der Weg ins versprochene Land Aus 2. Mose (Exodus) 16-20; 34; 37; 4. Mose (Numeri) 10, 11-28; Josua 3, 1 - 8
08 Rut Aus Rut 1 - 4
09 David wird König Aus 1. Samuel 16 und 17; 2. Samuel 5 und 6; 1. Könige 6 und 8
10 Jona Aus Jona 1 - 4
11 Zacharias und Elisabeth Lukas 1,5 - 79
12 Jesus ist geboren Lukas 2,1 - 20; Matthäus 2,1 - 12
13 Der zwölfjährige Jesus Lukas 2, 40 - 52
14 Die Hochzeit in Kana Johannes 2, 1 - 11
15 Jesus und seine Jünger Aus Matthäus 4 - 10
16 Jesus und der Gelähmte Markus 2, 1 - 12
17 Jesus und der Sturm Markus 4, 35 - 41
18 Jesus besiegt den Tod Aus Markus 5, 21 - 43
19 Der barmherzige Samariter Lukas 10, 25 - 37
20 Der verlorene Sohn Lukas, 15, 11 - 32
21 Bartimäus Markus 10, 46 - 52
22 Zachäus Lukas 19, 1 - 10
23 Die Arbeiter im Weinberg Matthäus 20, 1 - 16
24 Jesus in Jerusalem Matthäus 21, 1 - 11 und 26, 17 - 36
25 Jesus ist auferstanden Aus Markus 14-16, Johannes 19 und Lukas 24
26 Himmelfahrt und Pfingsten Aus Apostelgeschichte 1 und 2
27 Ein Afrikaner wird getauft Apostelgeschichte 8, 26 - 39
28 Hilfen zum Verständnis

illustriert von Kees de Kort

herausgegeben 1994 von der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart

ISBN 3-438-04142-1

02 Der Regenbogen

Wir kennen diese Geschichte für gewöhnlich unter dem Namen "Die Arche Noah". Sie für Kinder eine unerschöpfliche Anziehungskraft. Aber diese heitere Geschichte hat einen sehr ernsten Hintergrund: Es geht in ihr um das Fortbestehen des Lebens auf der Erde. Das gibt ihr eine beklemmende Aktualität.

Wie heute wieder ist es der Mensch, von dem die Gefährdung der Schöpfung ausgeht. Er hat auf der Erde Zustände geschaffen, die den Schöpfer zum Eingreifen nötigen (1.Mose 6, 5-6) "Der Herr sah: das Denken und Tun der Menschen war durch und durch böse. Das tat ihm weh, und er bereute, daß er sie geschaffen hatte."

Der Mensch, eine Fehlkonstruktion? Gott hat einen hohen Einsatz gewagt, als er diesem Geschöpf die Freiheit verlieh, zu seinem Schöpfer ja oder nein zu sagen, gut zu sein, oder böse. "Reut" das Gott wirklich? Die Geschichte von der Sintflut will nicht wörtlich genommen sein, als ob irgendwann einmal alle Menschen und Tiere ertrunken wären außer den Insassen der Arche, und die Holzreste ruhten vielleicht noch im ewigen Eis des Araratgebirges.

Viel eher ist die ganze Schilderung ein äußeres Bild für das, was in Gott vorgegangen sein könnte, sozusagen in einem göttlichen Gedankeexperiment: "Wie wäre es, wenn er "auf Nummer sicher" gehen und jede Unbotmäßigkeit ausrotten würde? Dann müßte er die Menschen endgültig vom Erdboden vertilgen. Denn wenn es Überlebende gibt,, fängt alles wieder von vorne an, wie gehabt...

Zu dieser Erkenntnis kommt Gott am Ende der Geschichte: "Das Denken und Tun des Menschen ist nun mal böse von Jugend auf." (1.Mose8,21) Und er sagt Ja zu seinem schwierigen Geschöpf, trotzdem. Es kommt keine Sintflut mehr. Der Regenbogen ist zum Sinnbild dafür geworden: zum Zeichen des Friedens zwischen Himmel und Erde, Zeichen der bleibenden Liebe des Schöpfers zu seinen Geschöpfen.

 

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