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Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem.
Seine Jünger gehen mit.
In Jerusalem wollen sie das Passa-Fest feiern.
Jesus sagt zu den Jüngern:
"In Jerusalem wird man mich töten.
Aber nach drei Tagen werde ich vom Tod auferstehen."
Die Jünger verstehen nicht, was Jesus sagt.

Es ist nicht mehr weit nach Jerusalem.
Jesus ruft zwei von den Jüngern zu sich und sagt:
"Geht voraus in das Dorf!
Dort findet ihr eine Eselin und einen jungen Esel.
Bindet beide los. Bringt sie her.
Wenn euch jemand fragt, dann sagt:
"Der Herr braucht sie!
Wir bringen sie bald wieder zurück."

Die Jünger holen die beiden Esel herbei.
Sie ziehen ihre Oberkleider aus.

Sie legen sie dem jungen Esel auf den Rücken.
Jesus reitet auf dem Esel nach Jerusalem.

Viele Menschen sind auf dem Weg zum Fest.
Sie sehen Jesus auf dem Esel und denken:
Ist das vielleicht unser König?
Sie legen ihre Mäntel auf den Weg.
Sie reißen Zweige von den Bumen.
Die Menschen rufen laut:
"Hosianna! Wir grüßen unsern König!
Er richtet das Königreich Davids wieder auf!
Gott hat ihn geschickt. Gott segne ihn!
Gepriesen sei Gott in der Höhe!"

Jesus reitet in die Stadt.
Die Leute von Jerusalem fragen:
"Wer kommt denn da?"
Die Menschen bei Jesus antworten:
"Jesus, der Prophet aus Nazaret"
Jetzt tritt ein, was Gott gesagt hat:
'Dein König kommt Jerusalem!
Er verzichtet auf Gewalt.
Er reitet auf einem Esel.'"

Das Passa Fest beginnt.
An diesem Abend
ißt man in jedem Haus ein Passa Lamm.
Auch Jesus will mit seinen Jüngern
das Passa-Lamm essen.
Die Jünger bereiten alles vor.
Auch Brot und Wein ist da.

Am Abend setzen sie sich zu Tisch.
Während sie essen, sagt Jersus auf einmal:
"Einer von euch wird mich verraten!"
Die Jünger sind ganz entsetzt.
Sie fragen Jesus, einer nach dem andern:
"Du meinst doch nicht mich, Herr?"
Jesus sagt: "Einer von euch wird es tun."

Dann nimmt Jesus ein Brot.
Er dankt Gott dafür.
Er bricht es in Stücke.
Er gibt jedem etwas davon.
Dazu sagt er:
"Nehmt und eßt!
Das ist mein Leib.
Ich gebe ihn für euch alle."

Dann nimmt Jesus den Becher mit dem Wein.
Er dankt Gott dafür.
Er gibt ihn den Jüngern und sagt:
"Trinkt alle daraus!
Das ist mein Blut.
Ich vergieße es für euch alle.
So zeigt Gott euch seine Liebe.
Er vergibt euch eure Schuld."

Das Passa-Mahl geht zu Ende.
Sie singen das Festlied:
Danket dem Herrn,
denn er ist freundlich,
und seine Güte
währet ewiglich."

Sie gehen zum Ölberg.
Sie wollen im Freien schlafen.
Sie kommen in den Garten Getsemane.
Jesus sagt:
"Ich will nach dort drüben gehen und beten.
Wartet auf mich.
Betet auch ihr, und bleibt wach!"
herausgegeben 1994 von der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart
24 Jesus in Jerusalem
Von einer Menschenmenge begleitet, kommt Jesus nach Jerusalem. Die aufsehenerregende Weise, in der er dort einzieht, läßt erkennen, daß er eine Entscheidung herbeizuführen versucht. Die führenden Kreise des jüdischen Volkes, die Priester und Häupter der Religionsparteien, werden mit dem Anspruch konfrontiert: in Jesus ist der verheißene und vor allem erwartete Heilsbringer, der gottgesandte Retter (Messias) da. "Siehe, dein König kommt zu dir": diese Zukunftsvision des Propheten Sacharja geht jetzt in Erfüllung (Sacharja 9,9-10).
An das Prophetenwort erinnert ganz direkt die Wahl des Reittieres. Ein Esel ist an sich nichts Besonderes; jeder Bauer, jeder Reisende benutzt ihn als Reit- und Lasttier. Nach Sacharja wird mit dieser Wahl ein Zeichen gesetzt, von welcher Art die Herrschaft dieses Königs ist. Kein Imperator, kein Kriegsheld hoch zu Roß, in Panzer und Waffen, naht sich hier:
"Dein König kommt zu dir, Jerusalem! Er verzichtet auf Gewalt. Er reitet auf einem Esel..."
Durch ein Mißverständnis des Evangelisten wird bei Matthäus auch noch die Eselmutter herbeigebracht. Sacharja gebraucht das dichterische Stilmittel des Parallelismus: "Er reitet auf einem Esel, auf dem Jungen der lasttragenden Eselin." Matthäus versteht das aös Aufzählung und verbindet die beiden Aussagwen mit einem "und".
Der zweite teil der Geschichte berichtet vom letzten Mahl Jesu mit seinen Jüngern am Passa-Abend. Israel feiert am Passa-Fest die Erinnerung an die grundlegende Gottestat der Befreiung aus Ägypten. Im Einzelnen findet man Sinn und Ablauf des Festmahles geschildert in 2. Mose (Exodus) 12,1-11. Die Passa Lämmer wurden (als Opfertiere) am Tempel geschlachtet und dann im Familienkreis in den Häusern verzehrt. Für die Festpilger wurden in Jerusalem Räume zur Verfügung gestellt.
Jesus weiß, daß dies zugleich sein Abschiedsmahl ist. So feiert er mit seinen Jüngern ein neues Gedächtnismahl, in dem nich tmehr die Befreiung Israels aus Ägypten, sondern die Erlösung aller Menschen durch seinen Opfertod am Kreuz im Mittelpunkt steht. Dieses "Abendmahl" (auch Eucharistie genannt) wird von den Christen nicht nur einmal im Jahr, sondern während des ganzen Jahres regelmäßig gefeiert. Es bringt in besonders eindringlicher Form die Gegenwart des lebendigen Christus bei seiner Gemeinde zum Ausdruck.
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