SMS · Susanne macht SchuleWissen darf lebendig sein.
Gandhi intensiv · Teil II

10–18 von 26

Teil II

Charakter, Geist, Vergebung und Menschenwürde. Jedes Thema steht für sich: erst hören und sehen, dann den vollständigen Text lesen, markieren, diskutieren oder weiterdenken.

10

Gandhi weitergedacht · Lied 10 von 26

Charakterstärke

Strophe 1

Ein Land verliert die Freiheit
nicht nur durch fremde Hand.
Auch Angst und innre Schwäche
verkaufen still das Land.
Wer sich dem Unrecht beugt,
weil er den Schaden scheut,
hat schon ein Stück des Morgens
an seine Furcht verstreut.

Strophe 2

Erziehung ist nicht Wissen,
das man in Köpfe presst.
Nicht jede volle Mappe
macht einen Menschen fest.
Erziehung ist ein Rückgrat,
ein Herz, das stehen kann.
Ein Mensch, der nicht nur fragt:
Was kommt für mich dabei an?

Refrain

Stärke wächst im Innern,
nicht im Lärm der Zeit.
Freiheit braucht Charakter,
Wahrheit braucht Bereit-
schaft, auch zu tragen,
was der Weg uns gibt.
Ein Volk wird wieder aufrecht,
wenn es sich selbst nicht mehr betrügt.

Bridge

Kein Tyrann ist riesengroß,
wenn niemand vor ihm kniet.
Der erste freie Schritt beginnt,
wo Angst die Macht verliert.

Refrain

Stärke wächst im Innern,
nicht im Lärm der Zeit.
Freiheit braucht Charakter,
Wahrheit braucht Bereit-
schaft, auch zu tragen,
was der Weg uns gibt.
Ein Volk wird wieder aufrecht,
wenn es sich selbst nicht mehr betrügt.

Outro

Lehr mich nicht nur Worte,
lehr mich, gerade zu sein.
Dann zieht in meine Schwäche
ein neues Morgen ein.

11

Gandhi weitergedacht · Lied 11 von 26

Die Kraft des Geistes

Strophe 1

Ich bin kein Träumer ohne Boden,
kein Rauch im Morgenlicht.
Ich glaube an das Mögliche,
das durch den Menschen spricht.
Nicht-Gewalt ist keine Flucht,
kein frommes Wegesehn.
Sie ist die Kraft des Geistes,
im Feuer still zu stehn.

Strophe 2

Die Faust kennt nur den Körper,
das Schwert kennt nur den Schlag.
Doch Geist kann Reiche fragen,
ob ihre Macht noch tragen mag.
Wer leidet ohne Hass,
wer standhält ohne Spott,
stellt sich mit bloßen Händen
unter ein höheres Gebot.

Refrain

Kraft des Geistes, steh in mir,
wenn die Welt nach Waffen ruft.
Zeig mir jene andre Stärke,
die nicht schlägt und doch erschüttert.
Kraft des Geistes, brenn in mir,
wenn der Tyrann sich groß erhebt.
Eine Seele ohne Angst
ist ein Licht, das weiterlebt.

Bridge

Nicht Unterwerfung, nicht Gewalt,
nicht Feigheit und nicht Zorn.
Der Mensch wird Mensch,
wo Geist in ihm geboren.

Refrain

Kraft des Geistes, steh in mir,
wenn die Welt nach Waffen ruft.
Zeig mir jene andre Stärke,
die nicht schlägt und doch erschüttert.
Kraft des Geistes, brenn in mir,
wenn der Tyrann sich groß erhebt.
Eine Seele ohne Angst
ist ein Licht, das weiterlebt.

Outro

Ich trage keine Waffe,
doch ich gebe nicht nach.
Wo Wahrheit in mir atmet,
wird die schwache Seele wach.

12

Gandhi weitergedacht · Lied 12 von 26

Die Kraft des Vergebens

Strophe 1

Vergebung ist kein Ducken,
kein Zittern vor der Macht.
Sie ist kein armes Schweigen,
wenn Unrecht höhnisch lacht.
Nur wer auch strafen könnte
und trotzdem nicht zerstört,
hat jene Kraft gefunden,
die einer neuen Welt gehört.

Strophe 2

Ich will nicht feige werden,
ich will nicht hilflos sein.
Doch wenn ich stärker werde,
muss Hass nicht in mich rein.
Die Rache ruft nach Feuer,
doch Feuer frisst das Herz.
Vergeben heißt nicht vergessen,
es wandelt nur den Schmerz.

Refrain

Vergeben ist Stärke,
Vergeben ist Mut.
Es löscht nicht die Wahrheit,
doch es reinigt das Blut.
Vergeben ist Feuer,
das niemand verbrennt.
Ein Herz, das nicht heimzahlt,
ist ein Herz, das sich kennt.

Bridge

Ich lege die Strafe nieder,
nicht weil du größer bist.
Ich lege sie nieder,
weil Freiheit stärker ist.

Refrain

Vergeben ist Stärke,
Vergeben ist Mut.
Es löscht nicht die Wahrheit,
doch es reinigt das Blut.
Vergeben ist Feuer,
das niemand verbrennt.
Ein Herz, das nicht heimzahlt,
ist ein Herz, das sich kennt.

Outro

Ich bleibe nicht gebückt,
ich bleibe nicht im Zorn.
Wo ich auf Rache verzichte,
wird Zukunft neu geboren.

13

Gandhi weitergedacht · Lied 13 von 26

Kopf und Herz

Strophe 1

Ich weiß so viele Dinge,
doch wenn die Stunde brennt,
zeigt sich, ob mein Wissen
auch meinen Namen kennt.

Ein Satz kann richtig klingen
und trotzdem fremd mir sein.
Erst wenn er durch mein Herz geht,
zieht Wahrheit bei mir ein.

Strophe 2

Ich sprach von Mut und Frieden,
von Angst, die bald vergeht.
Doch wenn der Schatten näher kommt,
zeigt sich, worauf man steht.

Der Kopf kann Wege zeichnen,
das Herz muss sie begehen.
Nur was in mir Wurzeln schlägt,
kann auch im Sturm bestehen.

Refrain

Bring es vom Kopf ins Herz,
bring es vom Wort ins Leben.
Was nur gedacht geblieben ist,
kann keinen Halt mir geben.

Bring es vom Kopf ins Herz,
bring es vom Klang ins Blut.
Erst wenn die Wahrheit in mir wohnt,
wird aus dem Wissen Mut.

Bridge

Ich will nicht nur verstehen,
ich will verwandelt sein.
Ein Licht, das nur erklärt wird,
macht keine Nacht allein.

Refrain

Bring es vom Kopf ins Herz,
bring es vom Wort ins Leben.
Was nur gedacht geblieben ist,
kann keinen Halt mir geben.

Bring es vom Kopf ins Herz,
bring es vom Klang ins Blut.
Erst wenn die Wahrheit in mir wohnt,
wird aus dem Wissen Mut.

Outro

Ich lege meine klugen Worte
still vor die Erde hin.
Was wirklich wahr geworden ist,
lebt tiefer als mein Sinn.

14

Gandhi weitergedacht · Lied 14 von 26

Die Stimmgabel

Strophe 1

Wenn alle Hilfe leiser wird
und Trost sich kaum noch zeigt,
dann kommt aus einer Tiefe
ein Ton, der in mir schweigt.

Ich weiß nicht, woher Rettung kommt,
ich weiß nur: Sie ist da.
Nicht laut, nicht groß, nicht greifbar,
doch sonderbar ganz nah.

Strophe 2

Gebet ist keine Rede,
kein schöner frommer Klang.
Es ist ein stilles Stimmen
der Seele, Ton für Ton.

Wenn alles aus mir ausgeräumt,
was nicht der Liebe dient,
dann zittert eine Saite,
die unsichtbar erklingt.

Refrain

Stimm mich, Gott, auf Liebe,
stimm mich tief und klar.
Mach mein Herz zur Stimmgabel
für das, was immer wahr war.

Stimm mich, Gott, auf Frieden,
wenn die Welt zerfällt.
Ein leises Herz im rechten Ton
trägt Licht in diese Welt.

Bridge

Nicht viele Worte retten,
nicht Lautstärke, nicht Schein.
Ein Herz, das demütig bittet,
kann weiter offen sein.

Refrain

Stimm mich, Gott, auf Liebe,
stimm mich tief und klar.
Mach mein Herz zur Stimmgabel
für das, was immer wahr war.

Stimm mich, Gott, auf Frieden,
wenn die Welt zerfällt.
Ein leises Herz im rechten Ton
trägt Licht in diese Welt.

Outro

Ich bete ohne Bühne,
ich bete ohne Pflicht.
Und wo mein Herz gestimmt wird,
verliert die Nacht Gewicht.

15

Gandhi weitergedacht · Lied 15 von 26

Glaube und Verstand

Strophe 1

Mein Denken baut mir Leitern,
doch nicht bis ganz hinauf.
Es misst die nahen Dinge,
doch hält das Ganze nicht auf.

Ich bin ein kleines Staubkorn
im weiten Atemraum.
Und doch ruft etwas in mir:
Vertrau dem tiefen Traum.

Strophe 2

Glaube ist kein Stolz,
der meint, er wisse mehr.
Glaube kniet im Innern
und kommt mit leeren Händen her.

Ich muss so viel verlernen,
was mich geblendet hat.
Dann öffnet sich im Einfachen
ein unermessner Pfad.

Refrain

Ich weiß nicht alles,
doch ich bin nicht allein.
Ein Licht geht durch die Dinge
und ruft mich leise heim.

Ich weiß nicht alles,
und gerade das macht frei.
Wo mein Verstand sich niederlegt,
geht Glaube still vorbei.

Bridge

Kein Argument kann öffnen,
was innen ganz verschlossen bleibt.
Doch wer sich klein und ehrlich macht,
spürt, wie das Leben schreibt.

Refrain

Ich weiß nicht alles,
doch ich bin nicht allein.
Ein Licht geht durch die Dinge
und ruft mich leise heim.

Ich weiß nicht alles,
und gerade das macht frei.
Wo mein Verstand sich niederlegt,
geht Glaube still vorbei.

Outro

Ich gebe nicht das Denken auf,
ich leg nur Hochmut nieder.
Dann klingt im kleinsten Atemzug
ein größeres Lied wieder.

16

Gandhi weitergedacht · Lied 16 von 26

Bild und Geist

Strophe 1

Ein Stein kann heilig werden,
wenn Liebe vor ihm kniet.
Ein Bild kann Fenster sein,
durch das die Seele sieht.

Doch wehe, wenn der Rahmen
sich selbst zum Himmel macht.
Dann wird aus frommem Zeichen
ein Käfig in der Nacht.

Strophe 2

Ich ehre deine Wege,
wenn du im Bild Gott suchst.
Ich breche deine Härte,
wenn du nur meinen Weg verfluchst.

Nicht Holz, nicht Gold, nicht Tempel
sind Feinde dieser Welt.
Der Fanatismus tötet,
der sich für Wahrheit hält.

Refrain

Sieh durch das Bild zum Geist,
sieh durch den Namen weit.
Gott wohnt nicht nur in einer Form,
nicht nur in deiner Zeit.

Sieh durch das Bild zum Geist,
und halte es nicht fest.
Was Liebe wirklich öffnen will,
wird eng, wenn man es presst.

Bridge

Ich will bewahren, was dich trägt,
doch niederreißen, was dich bindet.
Wo Ehrfurcht ohne Hass entsteht,
der Mensch den Menschen wiederfindet.

Refrain

Sieh durch das Bild zum Geist,
sieh durch den Namen weit.
Gott wohnt nicht nur in einer Form,
nicht nur in deiner Zeit.

Sieh durch das Bild zum Geist,
und halte es nicht fest.
Was Liebe wirklich öffnen will,
wird eng, wenn man es presst.

Outro

Ein Bild darf Brücke bleiben,
ein Bild darf Licht empfangen.
Doch Gott ist nicht gefangen
in Stein und goldnen Wangen.

17

Gandhi weitergedacht · Lied 17 von 26

Niemand ist unberührbar

Strophe 1

Kein Mensch ist Staub am Rande,
kein Mensch ist Schmutz vor dir.
Wer andere nach unten stößt,
verliert den Gott in sich.

Die Schrift kann man verdrehen,
bis sie wie Ketten klingt.
Doch Geist ist da, wo Würde
die tiefste Schande zwingt.

Strophe 2

Die Hände, die wir meiden,
tragen oft die Last.
Die Menschen, die wir wegseh’n,
halten uns den Spiegel fast.

Wer Reinheit laut verkündet
und einen Bruder tritt,
hat nicht den Himmel sauber,
nur sein eigenes Herz vergift’.

Refrain

Niemand ist unberührbar,
niemand steht außerhalb.
Jedes Gesicht trägt Feuer,
jeder Mensch ist heiliger Staub.

Niemand ist unberührbar,
niemand ist weniger wert.
Wer einen Menschen kleinmacht,
hat die Wahrheit nie geehrt.

Bridge

Mach mich bereit zu dienen,
wo keiner dienen will.
Nicht oben will ich glänzen,
ich will nach unten still.

Refrain

Niemand ist unberührbar,
niemand steht außerhalb.
Jedes Gesicht trägt Feuer,
jeder Mensch ist heiliger Staub.

Niemand ist unberührbar,
niemand ist weniger wert.
Wer einen Menschen kleinmacht,
hat die Wahrheit nie geehrt.

Outro

Ich strecke meine Hände aus,
nicht gnädig, sondern klar.
Der Mensch, den du verachtest,
ist Gottes Antwort da.

18

Gandhi weitergedacht · Lied 18 von 26

Fragment der Wahrheit

Strophe 1

Ich sehe nur ein Stück vom Licht,
du siehst ein anderes Stück.
Wer meint, er habe alles schon,
tritt blind vom Weg zurück.

Die Wahrheit wohnt nicht eingesperrt
in meinem kleinen Raum.
Sie atmet auch in deinem Blick,
in deinem fremden Traum.

Strophe 2

Ich darf nach Wahrheit leben,
so weit mein Herz sie sieht.
Doch ich darf dich nicht zwingen,
dass dein Weg vor meinem kniet.

Gewalt beginnt im Innern,
wo ich dich nicht mehr hör.
Wo meine Sicht zur Krone wird,
wird selbst das Gute schwer.

Refrain

Wir tragen nur Fragmente,
doch jedes kann Licht sein.
Ich halte meine Wahrheit fest,
doch schließ dich nicht aus ihr ein.

Wir tragen nur Fragmente,
und keiner sieht allein.
Wer ohne Zwang nach Wahrheit sucht,
lässt Frieden in sich rein.

Bridge

Toleranz ist nicht Gleichgültigkeit,
nicht alles ist egal.
Sie ist der stille Mut zu sagen:
Auch ich seh nur einmal.

Refrain

Wir tragen nur Fragmente,
doch jedes kann Licht sein.
Ich halte meine Wahrheit fest,
doch schließ dich nicht aus ihr ein.

Wir tragen nur Fragmente,
und keiner sieht allein.
Wer ohne Zwang nach Wahrheit sucht,
lässt Frieden in sich rein.

Outro

Ich gehe meinen Weg,
doch ich mache ihn nicht zum Zaun.
Vielleicht beginnt die Wahrheit dort,
wo wir einander traun.

Teil II abgeschlossen.

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