SMS · Susanne macht SchuleWissen darf lebendig sein.
Gandhi intensiv · Teil I

01–09 von 26

Teil I

Wahrheit, Selbstprüfung und gewaltloser Widerstand. Jedes Thema steht für sich: erst hören und sehen, dann den vollständigen Text lesen, markieren, diskutieren oder weiterdenken.

01

Gandhi weitergedacht · Lied 1 von 26

Das Geständnis

Strophe 1

Ich trug ein kleines Feuer
still unter meiner Haut,
ein Fehler wurde schwerer,
je länger man ihn baut.

Ich wollte mich verstecken
vor Blicken und vor Licht,
doch Wahrheit klopft von innen
und sagt: Vergiss mich nicht.

Strophe 2

Ich schrieb mit zitternden Händen,
was ich nicht sagen kann,
legte mein Herz auf Papier
und sah den Vater an.

Kein Donner fiel vom Himmel,
kein Zorn zerschlug den Raum,
nur Tränen auf den Zeilen
wie Regen auf dem Staub.

Refrain

Liebe straft nicht klein,
Liebe sieht dich an.
Sie bricht den Stein im Herzen,
damit es atmen kann.

Wahrheit macht dich frei,
wenn du dich nicht mehr drehst.
Und eine stille Träne
wäscht tiefer, als du flehst.

Strophe 3

Da wurde Schuld nicht größer,
da wurde ich nicht klein,
da durfte meine Reue
ein neuer Anfang sein.

Vergebung war kein Wort nur,
kein frommer schöner Schein,
sie kam ganz ohne Waffen
und trat ins Dunkel ein.

Bridge

Nicht jede Kraft ist laut,
nicht jede Macht befiehlt.
Manchmal siegt die Liebe,
weil sie nicht vergelten will.

Refrain

Liebe straft nicht klein,
Liebe sieht dich an.
Sie bricht den Stein im Herzen,
damit es atmen kann.

Wahrheit macht dich frei,
wenn du dich nicht mehr drehst.
Und eine stille Träne
wäscht tiefer, als du flehst.

Outro

Ich leg die Lüge nieder,
ich geh nicht mehr zurück.
Wo Wahrheit Liebe findet,
beginnt das erste Glück.

02

Gandhi weitergedacht · Lied 2 von 26

Mein Leitprinzip

Strophe 1

Wenn einer mir den Rücken zeigt,
will ich nicht härter werden.
Ich lege nicht noch Feuer nach
auf diese müde Erden.

Ein Tropfen Freundlichkeit genügt,
damit der Tag sich wendet.
Wer Gutes schenkt, obwohl es schmerzt,
hat Hass in Licht verwandelt.

Strophe 2

Ich rechne nicht mehr kleinlich auf,
wer was von wem erhalten.
Ich will im dunklen Gegenwind
die offene Hand behalten.

Was mir als Kälte kam zurück,
will ich nicht kalt erwidern.
Ich gebe Wärme in die Welt
und lasse sie nicht zittern.

Refrain

Gib Gutes für das Böse,
gib Licht für dunkle Zeit.
Nicht weil der andere recht hat,
sondern weil dein Herz sich weiht.

Gib Frieden in die Wunde,
gib Gold für Staub und Stein.
Wer Liebe nicht verweigert,
wird selber freier sein.

Bridge

Das ist kein schwaches Schweigen,
das ist ein neuer Mut.
Wo Rache sterben darf,
beginnt ein andres Blut.

Refrain

Gib Gutes für das Böse,
gib Licht für dunkle Zeit.
Nicht weil der andere recht hat,
sondern weil dein Herz sich weiht.

Gib Frieden in die Wunde,
gib Gold für Staub und Stein.
Wer Liebe nicht verweigert,
wird selber freier sein.

Outro

Ich zahle nicht mit Härte heim.
Ich bleibe weich und klar.
So wächst in mir ein neues Land,
wo vorher Wüste war.

03

Gandhi weitergedacht · Lied 3 von 26

Der Mangobaum

Strophe 1

Ein Baum, der Früchte trägt,
steht nicht stolz im Wind.
Er neigt die schweren Zweige,
weil sie voller Leben sind.

So will ich nicht mich rühmen,
wenn etwas durch mich gelingt.
Denn alles, was ich geben kann,
ist Licht, das durch mich singt.

Strophe 2

Wer tief verwurzelt steht,
muss nicht nach oben schreien.
Die Stille seiner Reife
lädt die Hungrigen ein.

Nicht jeder Schritt nach vorne
macht mich schon groß und rein.
Der Weg bleibt weit, die Erde ruft:
Bleib einfach, werde klein.

Refrain

Beug dich wie der Mangobaum,
wenn deine Früchte reifen.
Größe muss nicht herrschen,
sie darf sich niederneigen.

Beug dich wie der Mangobaum,
in sanfter Majestät.
Wer wirklich Licht getragen hat,
weiß, dass es nicht ihm gehört.

Bridge

Demut ist kein Kriechen,
kein Verlust von Würde.
Demut ist die Kraft,
die Liebe tragen würde.

Refrain

Beug dich wie der Mangobaum,
wenn deine Früchte reifen.
Größe muss nicht herrschen,
sie darf sich niederneigen.

Beug dich wie der Mangobaum,
in sanfter Majestät.
Wer wirklich Licht getragen hat,
weiß, dass es nicht ihm gehört.

Outro

Ich will nicht größer scheinen.
Ich will nur fruchtbar sein.
Und wenn mein Herz sich niederbeugt,
tritt Frieden bei mir ein.

04

Gandhi weitergedacht · Lied 4 von 26

Schüchternheit

Strophe 1

Ich war nicht laut geboren,
mein Wort kam spät ans Licht.
Ich stand oft an der Schwelle
und traute meiner Stimme nicht.

Die Welt hat manchmal gelacht,
doch etwas blieb bewahrt:
Ein Satz, der lange schweigen kann,
wird innen klar und zart.

Strophe 2

Ich lernte, nicht zu reden,
nur weil ein Raum mich fragt.
Ich ließ die Worte warten,
bis Wahrheit in ihnen lag.

Was früher wie ein Mangel schien,
wurde mein stiller Schild.
In mir wuchs eine Sprache,
die nicht verletzen will.

Refrain

Stille ist nicht Schwäche,
Stille ist ein Raum.
Dort prüft das Herz die Worte
wie Samen unterm Baum.

Leise ist nicht leer,
leise ist bereit.
Wer nicht jedes Wort verliert,
bewahrt die innre Zeit.

Bridge

Nicht jeder Mund, der schweigt,
hat nichts mehr zu geben.
Manchmal sammelt sich im Schweigen
die Richtung für ein Leben.

Refrain

Stille ist nicht Schwäche,
Stille ist ein Raum.
Dort prüft das Herz die Worte
wie Samen unterm Baum.

Leise ist nicht leer,
leise ist bereit.
Wer nicht jedes Wort verliert,
bewahrt die innre Zeit.

Outro

Ich muss nicht lauter werden,
um wahrhaft da zu sein.
Ein einzig klares Wort
kann heller sein als Schrein.

05

Gandhi weitergedacht · Lied 5 von 26

Der Weg zur Wahrheit

Strophe 1

Ich suchte keinen Thron,
ich suchte keine Macht.
Ich suchte diesen einen Klang,
der tief im Innern wacht.

Wahrheit ist kein Besitz,
den man in Händen hält.
Sie ist ein ferner Morgenstern
über einer müden Welt.

Strophe 2

Wer Wahrheit wirklich sehen will,
muss ohne Waffen gehen.
Er muss das kleinste Leben
wie sein eigenes verstehen.

Der Weg ist steil und brennend,
er führt durch mich hindurch.
Nicht draußen fällt die Lüge nur,
sie sitzt auch in der Furcht.

Refrain

Wahrheit, führe mich,
durch Schatten und durch Schein.
Mach mein Herz so weit,
dass alle Wesen in mir sein.

Wahrheit, reinige mich,
von Stolz und altem Streit.
Nur wer die Liebe nicht verliert,
berührt die Ewigkeit.

Bridge

Ich bin noch nicht am Ziel,
ich bin noch nicht ganz rein.
Doch jeder ehrliche Schritt
darf schon ein Anfang sein.

Refrain

Wahrheit, führe mich,
durch Schatten und durch Schein.
Mach mein Herz so weit,
dass alle Wesen in mir sein.

Wahrheit, reinige mich,
von Stolz und altem Streit.
Nur wer die Liebe nicht verliert,
berührt die Ewigkeit.

Outro

Ich gehe ohne Krone,
ich gehe ohne Sieg.
Doch wenn ich wahrer werde,
endet in mir der Krieg.

06

Gandhi weitergedacht · Lied 6 von 26

Satyagraha

Strophe 1

Ich stehe ohne Waffe,
doch ich stehe nicht allein.
Was du für Ohnmacht hältst,
kann stärker als Eisen sein.

Ich will dich nicht zerbrechen,
ich will dich nicht beschämen.
Ich halte nur die Wahrheit hoch,
bis deine Mauern beben.

Strophe 2

Das ist kein stilles Ducken,
kein Zittern vor der Macht.
Das ist der Mut der Seele,
die mitten im Sturm noch wacht.

Ich füge dir kein Leid zu,
ich trage meinen Teil.
Nicht Hass soll dich besiegen,
sondern Wahrheit macht uns heil.

Refrain

Satyagraha, Kraft der Seele,
ohne Faust und ohne Schwert.
Wer aus Liebe widersteht,
hat die Angst nicht mehr geehrt.

Satyagraha, steh im Feuer,
aber werde nicht zu Stein.
Der stärkste Widerstand
lässt selbst den Gegner Mensch noch sein.

Bridge

Gewalt will niederzwingen,
Wahrheit bleibt nur stehen.
Und wer nicht hassen muss,
kann tiefer widerstehen.

Refrain

Satyagraha, Kraft der Seele,
ohne Faust und ohne Schwert.
Wer aus Liebe widersteht,
hat die Angst nicht mehr geehrt.

Satyagraha, steh im Feuer,
aber werde nicht zu Stein.
Der stärkste Widerstand
lässt selbst den Gegner Mensch noch sein.

Outro

Ich kämpfe nicht gegen dich,
ich kämpfe für das Licht.
Und selbst in deinem Dunkel
verlier ich dich nicht.

07

Gandhi weitergedacht · Lied 7 von 26

Der hungrige Geist

Strophe 1

Nicht jeder leere Teller
macht schon das Herz ganz rein.
Man kann den Leib bezwingen
und trotzdem Sklave sein.
Der Geist verlangt nach Süße,
nach Glanz und Überfluss.
Er nennt es kleine Freude
und meint doch nur: Ich muss.

Strophe 2

Ich will nicht hart mich machen,
nicht stolz auf meinen Schmerz.
Ich will nur leiser hören,
was bindet noch mein Herz.
Der Körper kann mir helfen,
wenn ich ihn einfach führ.
Nicht als Feind des Lebens,
als Wächter vor der Tür.

Refrain

Mach mich frei von dem Verlangen,
das mich immer weiter treibt.
Mach mich still genug zu merken,
was in meiner Seele bleibt.
Nicht der Hunger macht mich heilig,
nicht Verzicht allein macht klar.
Doch ein Herz, das sich erkennt,
wird im Weniger wieder wahr.

Bridge

Prüfe mich in kleinen Dingen,
nicht erst im großen Licht.
Wer sich selbst nicht ehrlich sieht,
findet die Freiheit nicht.

Refrain

Mach mich frei von dem Verlangen,
das mich immer weiter treibt.
Mach mich still genug zu merken,
was in meiner Seele bleibt.
Nicht der Hunger macht mich heilig,
nicht Verzicht allein macht klar.
Doch ein Herz, das sich erkennt,
wird im Weniger wieder wahr.

Outro

Ich esse, um zu leben,
ich lebe nicht im Muss.
Und wo das Begehren leiser wird,
beginnt ein neuer Fluss.

08

Gandhi weitergedacht · Lied 8 von 26

Brot zuerst

Strophe 1

Sprich nicht vom Himmel,
wenn der Magen schreit.
Ein hungriger Mensch braucht Hände,
nicht nur Frömmigkeit.
Wer keinen Platz im Tage hat,
verliert den Blick nach vorn.
Die Seele wird nicht größer
durch Verachtung und durch Zorn.

Strophe 2

Arbeit ist nicht Strafe,
Arbeit ist Gesicht.
Sie gibt dem Menschen Würde
und dem Morgen wieder Licht.
Erst wenn die Hände schaffen,
kann Hoffnung auferstehn.
Dann kann auch Gottes Name
wieder durch die Straßen gehn.

Refrain

Brot zuerst, dann schöne Worte,
Brot zuerst, dann hoher Klang.
Wer vom Geist der Liebe redet,
fängt beim leeren Teller an.
Brot zuerst, dann neue Lieder,
Brot zuerst, dann Mut und Sinn.
Gott kommt nicht als schöne Rede,
Gott kommt als Arbeit mitten hin.

Bridge

Kein Mensch ist zum Betteln geboren,
kein Herz für Scham gemacht.
Wo einer wieder gebraucht wird,
wird eine Seele wach.

Refrain

Brot zuerst, dann schöne Worte,
Brot zuerst, dann hoher Klang.
Wer vom Geist der Liebe redet,
fängt beim leeren Teller an.
Brot zuerst, dann neue Lieder,
Brot zuerst, dann Mut und Sinn.
Gott kommt nicht als schöne Rede,
Gott kommt als Arbeit mitten hin.

Outro

Gib mir nicht nur Mitleid,
gib mir einen Weg.
Wo ich mit meinen Händen steh,
wird meine Würde stark und regt.

09

Gandhi weitergedacht · Lied 9 von 26

Furchtlos und mild

Strophe 1

Ich will mich nicht mehr ducken,
wenn Macht vor mir erscheint.
Doch ich will auch nicht werden,
was sie in mir verneint.
Die Angst darf von mir fallen,
der Hass nicht auferstehn.
Ich will mit klarem Rücken
und offnem Herzen gehn.

Strophe 2

Ein hartes Wort ist leicht gesagt,
wenn alte Fesseln brechen.
Doch Freiheit ohne Güte
beginnt sich selbst zu rächen.
Ich übe diese Stärke,
die nicht beleidigen muss.
Furchtlos vor dem Gegner,
doch im Innersten kein Schuss.

Refrain

Furchtlos und mild,
so will ich vor dir stehen.
Nicht kriechen, nicht verachten,
nicht blind vorübergehen.
Furchtlos und mild,
das ist der schwere Teil.
Wer dem Gegner Gutes wünscht,
macht den Kampf erst heil.

Bridge

Ein Tropfen Gift genügt,
um Milch ganz zu verderben.
Ein einziger Hassgedanke
kann Wahrheit in uns färben.

Refrain

Furchtlos und mild,
so will ich vor dir stehen.
Nicht kriechen, nicht verachten,
nicht blind vorübergehen.
Furchtlos und mild,
das ist der schwere Teil.
Wer dem Gegner Gutes wünscht,
macht den Kampf erst heil.

Outro

Ich senke nicht den Blick,
doch ich hebe keine Faust.
So baut die Seele Brücken,
wo du nur Mauern baust.

Teil I abgeschlossen.

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