Ich denke nicht – und bin trotzdem da! – Descartes verzweifelt an Susanne – FIKTIV
Behauptet „Ich denke, also bin ich“ wirklich, dass Menschen ohne bewusstes Denken nicht existieren?
Fiktive, künstlerisch gestaltete Zeitreise. Die Figuren sprechen hier nicht in historisch überlieferten Originalaufnahmen. Video zusätzlich bei YouTube öffnen.
Liedtext / Gespräch – hier aufklappen
[Intro – René, empört gesprochen]
Ich denke, also bin ich! Seit Jahrhunderten ein großer Satz! Und jetzt kommt Susanne mit einem Text von 2016! Baruch, hör auf zu grinsen!
[Strophe 1]
Ich sitz hier friedlich unterm Baum, da platzt mein philosophischer Traum. Susanne sagt: Bei einem Anfall denk ich nicht, und bin doch noch da! Ich rufe: Ja, natürlich bist du! Das Gegenteil behaupt ich nicht! Doch sie fragt: Was heißt denn Denken, wenn das Bewusstsein plötzlich bricht?
[Refrain]
Ich denke, also bin ich! Doch sie macht daraus ein Spiel! Ich sage nur: Wer denkt, existiert! Mehr behaupte ich nicht zu viel! Ich denke, also bin ich! Baruch lacht sich einen Ast! Und Susanne trägt auf ihrem Shirt: Ich bin Gott. Du auch. Na, das passt!
[Strophe 2]
Sie fragt: Was ist mit tiefem Schlaf? Mit einer Narkose, einem Koma? Wenn niemand seine Gedanken spürt, ist er dann plötzlich nicht mehr da? Ich schlage meine Hände hoch: Madame, das ist kein Gegenbeweis! Mein Satz beweist im Augenblick mein Sein durch Denken, Punkt und Kreis!
[Zwischenspiel – wütend gesprochen]
Baruch! Nimm die Hand vom Mund! Ich sehe sehr wohl, dass du lachst! Und Susanne, hör auf zu strahlen! Das ist ernsthafte Philosophie!
[Strophe 3]
Sie spricht vom EEG und Sein, von Hirnaktivität allein. Ist jedes Signal schon ein Gedanke? Wo endet eigentlich diese Schranke? Ich sage: Das ist nicht mein Gebiet! Ich weiß nur, dass der Zweifel sieht: Wenn ich jetzt zweifle, bin ich da! Das ist mein Punkt, ist das nicht klar?
[Refrain]
Ich denke, also bin ich! Ich hab niemals umgekehrt: Wer gerade nicht bewusst denkt, dessen Existenz ist nicht entwertet! Ich denke, also bin ich! Und Baruch grinst schon wieder breit! Ach Susanne, deine Fragen kosten mich die Ewigkeit!
[Bridge – aufgebracht]
Sie sagt: René, ich existiere, selbst wenn ich mich nicht registriere! Ich sage: Ja! Du hast doch recht! Doch meine Logik ist nicht schlecht! Baruch flüstert: Ruhig, René! Das Leben ist mehr als ein Satz. Ich rufe: Das weiß ich selber! Und spring beinahe von meinem Platz!
[Strophe 4]
Dann fragt sie: Was ist überhaupt real? Ist Denken gleich Bewusstsein? Was wissen wir vom eigenen Sein, wenn die Erinnerung schweigt? Ich wollte einen Grundstein legen, nicht jedes Rätsel dieser Welt bewegen. Doch nun sitz ich hier am Gartentisch und merke: Fragen bleiben frisch.
[Finale – versöhnlich]
Ich denke, also bin ich hier, und Susanne zweifelt gegenüber mir. Baruch lacht, der Sommerwind weht, während unser Streit weitergeht. Mein Satz ist kein Naturgesetz, das jedes Leben vollständig ersetzt. Er ist ein Anfang, kein Schlussstein. So darf Philosophie wohl sein.
[Outro – gesprochen, erschöpft]
Susanne, eines sag ich dir: Beim nächsten Treffen bring ich einen Anwalt mit! Und Baruch ... DU HÖRST JETZT AUF ZU LACHEN!
Die Frage dieses Videos
Behauptet „Ich denke, also bin ich“ wirklich, dass Menschen ohne bewusstes Denken nicht existieren?
Beobachten und prüfen: Unterscheide logisch zwischen „Wenn ich denke, existiere ich“ und der unzulässigen Umkehrung „Wenn ich nicht denke, existiere ich nicht“. Suche die Stelle, an der René das klarstellt.
Für die Diskussion
Was zeigen Schlaf, Narkose oder Bewusstlosigkeit für die Diskussion über Selbstbewusstsein? Was widerlegen diese Beispiele gerade nicht?
Quellenkritik: Nutze für Descartes’ Argument die zweite Meditation. Die Alltagsbeispiele und Reaktionen sind satirische Zuspitzungen.
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