Ich denke, also bin ich – aber wer ist Gott? – Descartes antwortet Susanne – FIKTIV
Wie unterscheiden sich Descartes und Spinoza in ihrer Auffassung von Gott?
Fiktive, künstlerisch gestaltete Zeitreise. Die Figuren sprechen hier nicht in historisch überlieferten Originalaufnahmen. Video zusätzlich bei YouTube öffnen.
Liedtext / Gespräch – hier aufklappen
[Intro – gesprochen, René Descartes]
Ein Baum, ein Tisch, ein Nachmittag. Baruch sitzt da, Susanne lacht. Und ich? Ich wollte Gott beweisen. Jetzt muss ich wohl im Kreise reisen!
[Strophe 1]
Ich zweifle, also denke ich, ich denke, also gibt es mich! Doch wer garantiert, dass ich nicht irre, wenn ich mich im Zweifel selbst verwirre? Ein guter Gott, vollkommen, klar, macht wahre Einsicht offenbar. Da lächelt Baruch: Lieber René, ich seh das anders, tut mir leid!
[Refrain]
Ich denke, also bin ich, doch wer ist Gott, und wo beginnt er? Ist er fern und unsichtbar, oder steckt er in den Blättern? Baruch sagt: Deus sive Natura! Gott oder Natur – na wunderbar! Und Susanne trägt auf ihrem Bauch: Ich bin Gott. Du auch!
[Strophe 2]
Ich sage: Gott erschuf die Welt, ist nicht das, was sie zusammenhält! Doch Baruch streicht durchs grüne Gras: Die eine Substanz umfasst auch das. Kein König auf dem Himmelsthron, kein Schöpfer fern von der Schöpfung schon. Was ist, ist in der Natur gegründet, die keiner äußeren Macht sich fügt.
[Zwischenspiel – gesprochen]
René: Und das Böse, lieber Baruch? Und der Irrtum? Und die Freiheit? Er sagt: Du siehst nur einen Teil. Ich sage: Das ist mir nicht geheuer!
[Strophe 3]
Wenn alles einer Ordnung folgt, wer wählt dann noch, wohin er soll? Ich halte fest am freien Willen, will selbst entscheiden, nicht nur stillen. Baruch sagt: Versteh den Lauf, dann geht dir wahre Freiheit auf. Nicht blind verlangen, nicht rebellieren, durch Einsicht lernen, frei zu agieren.
[Refrain]
Ich denke, also bin ich, doch wer ist Gott, und wo beginnt er? Ist er fern und unsichtbar, oder steckt er in den Blättern? Baruch sagt: Deus sive Natura! Gott oder Natur – na wunderbar! Und Susanne trägt auf ihrem Bauch: Ich bin Gott. Du auch!
[Bridge – schmunzelnd]
Ich schau auf dieses schwarze Shirt: Hat diese Frau uns recht gehört? Ich bin Gott? Das geht zu weit! Da lacht sie: René, denk doch weit! Baruch sagt: Nicht du allein kannst die ganze Gottheit sein. Doch was du bist, gehört dazu, wie Baum und Wind und ich und du.
[Strophe 4]
Und was ist Wahrheit ohne Gott, der uns vor Täuschung schützen soll? Baruch sagt: Wer klar erkennt, begreift die Ordnung, die uns lenkt. Ich seh die Welt mit anderem Blick, doch meinen Gott geb ich nicht zurück. Wir müssen uns nicht einig werden, um weiter Wahrheit zu begehr'n.
[Finale – warm, nachdenklich]
Die Sonne sinkt, der Wind wird still, ich weiß noch immer, was ich will: Denken, zweifeln, weiterfragen, auch Widerspruch mit Würde tragen. Ich denke, also bin ich hier, Baruch und Susanne sitzen bei mir. Und Gott? Die Frage bleibt besteh'n. Vielleicht hilft's, genauer hinzuseh'n.
[Outro – gesprochen, verschmitzt]
Susanne, dieses T-Shirt ... Das müssen wir noch diskutieren! Baruch, hör auf zu grinsen! Ich denke schließlich immer noch!
Die Frage dieses Videos
Wie unterscheiden sich Descartes und Spinoza in ihrer Auffassung von Gott?
Beobachten und prüfen: Arbeite aus dem Dialog heraus, ob Gott als von der Welt verschieden oder als mit der Natur verbunden dargestellt wird. Finde Hinweise auf die jeweilige Sichtweise.
Für die Diskussion
Ist „Gott oder Natur“ dasselbe wie ein persönlicher Schöpfergott? Diskutiere die Tragweite der Unterschiede.
Quellenkritik: Spinozas „Deus sive Natura“ und Descartes’ Gottesargumente sind philosophische Positionen; das Treffen ist fiktiv.
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