SMS – Susanne macht SchuleFrei zugänglich · ungewöhnlich gedacht
Hieronymus Bosch

Ein Tisch, ein Auge, sieben Szenen und vier letzte Dinge

Gesamtansicht der Tafel der sieben Hauptsünden

Die Gesamtanlage

Das Werk ist nicht wie ein gewöhnliches Altarbild aufgebaut. Der größere Mittelteil wird von einem Rundbild beherrscht; in den vier Ecken liegen vier weitere Rundbilder.

Das Zentrum: das Auge Gottes

Im Mittelpunkt ist Christus in der Pupille eines Auges dargestellt. Darunter steht die Warnung Cave, cave, Dominus videt – sinngemäß: „Hüte dich, der Herr sieht es.“ Das Bild organisiert Moral also buchstäblich um einen Blick, der alles wahrnimmt.

Was verändert sich, wenn Moral nicht nur als innere Gewissensfrage, sondern als „Gesehenwerden“ dargestellt wird?

Die Inschriften aus dem Deuteronomium

Über und unter dem zentralen Kreis stehen lateinische Bibelstellen aus Deuteronomium 32. Sie warnen davor, ohne Einsicht zu leben und das eigene Ende nicht zu bedenken. Damit verbindet das Werk alltägliches Verhalten direkt mit den „letzten Dingen“.

Die alte Susanne-Albers-Seite dokumentiert bereits die lateinischen Texte und die Luther-Übersetzungen. Für die Schulseite konzentrieren wir uns auf ihre Funktion: Sie rahmen die Bilder als moralische Warnung.

Warum der drehende Tisch so gut funktioniert

Die sieben Szenen sind kreisförmig angeordnet und ihre Bewegungsrichtungen führen den Blick um das Zentrum herum. Die Animation ist deshalb nicht bloß Dekoration: Sie macht die kreisförmige Komposition körperlich nachvollziehbar.

Hier lässt sich die kreisförmige Anlage direkt auf der Werkseite erleben – ohne zurück zur Startseite zu springen.

Quellen: Museo Nacional del Prado, Table of the Seven Deadly Sins; ursprüngliches Material von Susanne Albers.