SMS · Susanne macht SchuleWissen darf lebendig sein.

Literatur · Theater · Film · Sprache · Musik

400 Jahre alt – und immer noch im Kino.

Was ist eigentlich mit Shakespeare los?

Wir beginnen nicht mit einer Biografie. Wir beginnen mit einer merkwürdigen Beobachtung: Warum werden Geschichten eines Mannes aus dem 16. Jahrhundert immer wieder gespielt, verfilmt, zitiert – und sogar vertont?
Porträt von William Shakespeare
William Shakespeare.
Der Mann hinter den Stoffen, die seit Jahrhunderten auf Bühnen, im Kino und in immer neuen Formen weiterleben.

Einstieg · 0–12 Minuten

Wer ist dieser Typ, der ständig im Kino läuft?

Hamlet. Romeo und Julia. Othello. Macbeth. Ein Sommernachtstraum. Geschichten, die immer wieder neu inszeniert und verfilmt werden. Was muss ein Autor geschrieben haben, damit seine Stoffe Jahrhunderte später noch funktionieren?
Hinweis 1

Drama statt Gemälde

In Susannes altem Renaissance-Rätsel beginnt die Spur absichtlich schräg: Während andere Renaissancegrößen malen, wird 1564 in England ein Mann geboren, dessen Werkzeug vor allem Sprache und Theater werden.

Hinweis 2

Bühne → Film

Das alte Rätsel zählt zahlreiche Verfilmungen seiner Stücke auf. Die Zahlen sind ein historischer Stand der damaligen Seite – die eigentliche Frage bleibt zeitlos: Warum werden diese Stoffe immer neu erzählt?

Auflösung

William Shakespeare

Autor, Schauspieler und Theatermann. Jetzt erst fällt der Name. Danach schauen wir nicht chronologisch weiter, sondern fragen: Was kann seine Sprache, dass sie so lange lebt?

12–25 Minuten

Vom Kino zurück ins Theater.

Die Theaterfrage

Was passiert, wenn ein Text nicht nur gelesen, sondern von Menschen gesprochen, gespielt, gekürzt, aktualisiert und neu inszeniert wird?

Auftrag: Nennt drei Dinge, die sich bei einer neuen Inszenierung ändern dürfen – und eine Sache, die für euch erhalten bleiben müsste.

Historische Darstellung des Rose Theatre aus Susannes Shakespeare-Material
Bild aus Susannes Shakespeare-Material; das alte Rätsel verbindet Shakespeare mit dem Rose Theatre.

25–35 Minuten

Und dann diese Sprache.

Ein Satz wird Weltkulturerbe

„Sein oder nicht sein“ wird selbst von Menschen erkannt, die Hamlet nie gelesen haben. Wie kann sich ein Satz aus einem Theaterstück verselbstständigen?

Sprache überlebt Aufführungen

Ein Bühnenbild verschwindet. Schauspieler wechseln. Filme altern. Aber Formulierungen können bleiben. Welche Wörter oder Sätze aus eurer Gegenwart könnten 400 Jahre überleben?

Nicht ehrfürchtig werden

Shakespeare ist kein Museumsstück. Prüft ihn. Findet Stellen großartig, komisch, fremd, nervig oder übertrieben – aber begründet euer Urteil am Text.

Hamlets Konflikt

„Sein oder nicht sein“ nicht nur als berühmtes Zitat, sondern als Konflikt: hören, wirken lassen, danach erst diskutieren.

Shakespeare in Sätzen

Welche Formulierungen lösen sich vom Stück und leben als Zitate weiter?

35–60 Minuten · Musiklabor

Moment mal. Der Mann hat auch 154 Sonette geschrieben.

Keine Sorge: Wir hören jetzt nicht 154 Sonette. Aber wir nehmen eines ganz genau – Sonett XVIII – und geben demselben Text zwei völlig verschiedene musikalische Körper.

Die Versuchsanordnung: Erst hören, dann urteilen. Nicht „Welche Musik ist besser?“, sondern: Was macht die Musik mit demselben Text?
Chanson

Sonett 18 als Chanson

Hört auf Nähe, Ruhe, Melodie, Betonung und die Wirkung des Liebesgedichts.

Rap

Sonett 18 als Rap

Hört auf Rhythmus, Sprachfluss, Druck, Wiederholung und darauf, welche Wörter plötzlich hervortreten.

1 · Sprache

In welcher Version hört ihr einzelne Wörter und Bilder deutlicher?

2 · Gefühl

Welche Version wirkt für euch näher, romantischer, härter oder moderner?

3 · Urteil

Welche musikalische Form trägt den Text für euch besser – und woran macht ihr das fest?

Das ewig gültige Liebeslied · Sonett XVIII

Noch eine musikalische Antwort auf Sonett XVIII – direkt hier auf der Seite.

60–72 Minuten

154 Texte. Zwei musikalische Welten.

Alle Sonette als Chanson

Wer nach Sonett XVIII weiterhören will, kann sich durch die vollständige Chanson-Reihe bewegen.

154 Chansons öffnen

Alle Sonette als Rap

Dasselbe große Textcorpus noch einmal mit einer völlig anderen musikalischen Grammatik.

154 Rap-Versionen öffnen
Auftrag: Wählt selbst ein weiteres Sonett. Hört es in beiden Reihen. Entscheidet anschließend nicht nach Musikgeschmack allein, sondern erklärt, welche Fassung dem Text etwas sichtbar oder hörbar macht.

72–82 Minuten · Kunstkollision

Shakespeare trifft Turner. Warum eigentlich?

Die alte Klickidee

Susannes frühere Animation mischte Shakespeare-Sonette und Bilder von William Turner per Zufall. Gerade diese scheinbar unlogische Verbindung ist interessant: Sprache begegnet Farbe, Rhythmus begegnet Licht, ein Gedicht begegnet einer Landschaft.

Frage: Was könnte eine Turner-Landschaft mit einem Shakespeare-Sonett gemeinsam haben – obwohl beide Künstler in unterschiedlichen Jahrhunderten und Medien arbeiten?

Zufall ausprobieren
William Turner, Schneesturm, aus Susannes Turner-Material

82–90 Minuten

Und was hält Susanne von Shakespeare?

William, I love you.

Hier wird die Person hinter der Unterrichtseinheit sichtbar. Susanne liebt Shakespeare. Das ist kein Lernziel und keine Vorgabe für euch – sondern eine Einladung, selbst ein Urteil zu bilden.

Dein Satz zum Schluss

Beende genau einen Satz:

„Shakespeare ist für mich nach dieser Stunde …“

oder

„Ein 400 Jahre alter Text lebt weiter, wenn …“

oder

„Die Musik hat an Sonett XVIII verändert, dass …“

Materialbasis

Aus Susannes Shakespeare-Archiv

Rätsel

„Wer machte Theater ???“ mit dem ungewöhnlichen Einstieg über Renaissance, Theater und Verfilmungen.

Original öffnen

Kunstexperiment

Die historische Shakespeare/Turner-Zufallsanimation als Ausgangspunkt für die Medien- und Kunstfrage.

Originalanimation öffnen