Drama statt Gemälde
In Susannes altem Renaissance-Rätsel beginnt die Spur absichtlich schräg: Während andere Renaissancegrößen malen, wird 1564 in England ein Mann geboren, dessen Werkzeug vor allem Sprache und Theater werden.
Literatur · Theater · Film · Sprache · Musik
Was ist eigentlich mit Shakespeare los?

Einstieg · 0–12 Minuten
In Susannes altem Renaissance-Rätsel beginnt die Spur absichtlich schräg: Während andere Renaissancegrößen malen, wird 1564 in England ein Mann geboren, dessen Werkzeug vor allem Sprache und Theater werden.
Das alte Rätsel zählt zahlreiche Verfilmungen seiner Stücke auf. Die Zahlen sind ein historischer Stand der damaligen Seite – die eigentliche Frage bleibt zeitlos: Warum werden diese Stoffe immer neu erzählt?
Autor, Schauspieler und Theatermann. Jetzt erst fällt der Name. Danach schauen wir nicht chronologisch weiter, sondern fragen: Was kann seine Sprache, dass sie so lange lebt?
12–25 Minuten
Was passiert, wenn ein Text nicht nur gelesen, sondern von Menschen gesprochen, gespielt, gekürzt, aktualisiert und neu inszeniert wird?
Auftrag: Nennt drei Dinge, die sich bei einer neuen Inszenierung ändern dürfen – und eine Sache, die für euch erhalten bleiben müsste.

25–35 Minuten
„Sein oder nicht sein“ wird selbst von Menschen erkannt, die Hamlet nie gelesen haben. Wie kann sich ein Satz aus einem Theaterstück verselbstständigen?
Ein Bühnenbild verschwindet. Schauspieler wechseln. Filme altern. Aber Formulierungen können bleiben. Welche Wörter oder Sätze aus eurer Gegenwart könnten 400 Jahre überleben?
Shakespeare ist kein Museumsstück. Prüft ihn. Findet Stellen großartig, komisch, fremd, nervig oder übertrieben – aber begründet euer Urteil am Text.
„Sein oder nicht sein“ nicht nur als berühmtes Zitat, sondern als Konflikt: hören, wirken lassen, danach erst diskutieren.
Welche Formulierungen lösen sich vom Stück und leben als Zitate weiter?
35–60 Minuten · Musiklabor
Keine Sorge: Wir hören jetzt nicht 154 Sonette. Aber wir nehmen eines ganz genau – Sonett XVIII – und geben demselben Text zwei völlig verschiedene musikalische Körper.
Hört auf Nähe, Ruhe, Melodie, Betonung und die Wirkung des Liebesgedichts.
Hört auf Rhythmus, Sprachfluss, Druck, Wiederholung und darauf, welche Wörter plötzlich hervortreten.
In welcher Version hört ihr einzelne Wörter und Bilder deutlicher?
Welche Version wirkt für euch näher, romantischer, härter oder moderner?
Welche musikalische Form trägt den Text für euch besser – und woran macht ihr das fest?
Noch eine musikalische Antwort auf Sonett XVIII – direkt hier auf der Seite.
60–72 Minuten
Wer nach Sonett XVIII weiterhören will, kann sich durch die vollständige Chanson-Reihe bewegen.
154 Chansons öffnenDasselbe große Textcorpus noch einmal mit einer völlig anderen musikalischen Grammatik.
154 Rap-Versionen öffnen72–82 Minuten · Kunstkollision
Susannes frühere Animation mischte Shakespeare-Sonette und Bilder von William Turner per Zufall. Gerade diese scheinbar unlogische Verbindung ist interessant: Sprache begegnet Farbe, Rhythmus begegnet Licht, ein Gedicht begegnet einer Landschaft.
Frage: Was könnte eine Turner-Landschaft mit einem Shakespeare-Sonett gemeinsam haben – obwohl beide Künstler in unterschiedlichen Jahrhunderten und Medien arbeiten?
Zufall ausprobieren
82–90 Minuten
Hier wird die Person hinter der Unterrichtseinheit sichtbar. Susanne liebt Shakespeare. Das ist kein Lernziel und keine Vorgabe für euch – sondern eine Einladung, selbst ein Urteil zu bilden.
Beende genau einen Satz:
„Shakespeare ist für mich nach dieser Stunde …“
oder
„Ein 400 Jahre alter Text lebt weiter, wenn …“
oder
„Die Musik hat an Sonett XVIII verändert, dass …“
Materialbasis
„Wer machte Theater ???“ mit dem ungewöhnlichen Einstieg über Renaissance, Theater und Verfilmungen.
Original öffnen154 Einzelseiten plus vollständige musikalische Reihen als Chanson und Rap.
Sonett-Übersicht öffnenDie historische Shakespeare/Turner-Zufallsanimation als Ausgangspunkt für die Medien- und Kunstfrage.
Originalanimation öffnen