Robert Capa als Kriegsberichterstatter am D-Day – Susanne, warum fragst du mich?
Was darf ein Kriegsfotograf zeigen, und was lässt sich aus einem Foto nicht wissen?
Fiktive, künstlerisch gestaltete Zeitreise. Die Figuren sprechen hier nicht in historisch überlieferten Originalaufnahmen. Video zusätzlich bei YouTube öffnen.
Liedtext / Gespräch – hier aufklappen
[Strophe 1]
Susanne, du liegst neben mir im Sand der Normandie. Du fragst mich mitten im Inferno: „Robert, warum bist du hier?“ Die Männer fallen links und rechts, das Meer schlägt kalt ans Land. Ich halte meine Kamera fest mit zitternder Hand.
[Strophe 2]
Du fragst: „Hast du denn keine Angst? Willst du dein Leben riskieren?“ Doch, Susanne, ich habe Angst, ich spür sie in allen Gliedern. Ich rieche Rauch, ich höre Tod, ich weiß, wie nah das ist. Wer hier behauptet, furchtlos zu sein, der weiß nicht, was Krieg ist.
[Refrain]
Ich muss das zeigen, ich muss das sehn, auch wenn mir selbst die Knie vergehn. Wenn keiner hinschaut, bleibt nur Zahl, doch ich such das Gesicht im Stahl. Vielleicht ist Mut nur Angst im Lauf, vielleicht hört Pflicht hier niemals auf. Ein Bild kann schreien, ein Bild kann bleiben, ein Bild kann sich ins Menschsein schreiben.
[Strophe 3]
Du fragst: „Bist du sensationsgeil? Willst du das erste Bild?“ Vielleicht ist Ehrgeiz auch dabei, ich wär ein Narr, wenn ich das tilg. Doch tiefer sitzt ein andrer Grund: Die Welt soll nicht entkommen. Sie soll den Preis des Krieges sehn, nicht sauber und verharmlost.
[Strophe 4]
Du fragst: „Weißt du, dass dein Foto Geschichte schreiben kann?“ Nein, Susanne, in diesem Lärm denk ich nur Bild für Bild voran. Noch scharf genug? Noch Licht? Noch Zeit? Noch Deckung vor dem Schuss? Erst später sieht die Welt vielleicht, was sie behalten muss.
[Bridge]
Und du fragst leise: „Weißt du, dass du sterben wirst?“ Ich weiß nur dies: Wer so nah hingeht, lebt immer mit dem Riss. Der Krieg verschont die Zeugenden nicht, auch sie sind aus Fleisch und Blut. Doch manchmal liegt die Wahrheit dort, wo keiner hinsehen tut.
[Refrain]
Ich muss das zeigen, ich muss das sehn, auch wenn mir selbst die Knie vergehn. Wenn keiner hinschaut, bleibt nur Zahl, doch ich such das Gesicht im Stahl. Vielleicht ist Mut nur Angst im Lauf, vielleicht hört Pflicht hier niemals auf. Ein Bild kann schreien, ein Bild kann bleiben, ein Bild kann sich ins Menschsein schreiben.
[Outro]
Susanne, du fragst mich, warum ich bleib. Weil Krieg sonst morgen nur Legende heißt. Ich bin nicht hier, weil ich unsterblich bin. Ich bin hier, weil Wahrheit unter Feuer liegt.
Die Frage dieses Videos
Was darf ein Kriegsfotograf zeigen, und was lässt sich aus einem Foto nicht wissen?
Beobachten und prüfen: Untersuche Robert Capas Rolle als Kriegsfotograf und die Quellenlage seiner D-Day-Aufnahmen.
Für die Diskussion
Welche Verantwortung tragen Menschen, die Krieg dokumentieren?
Quellenkritik: Unterscheide die historische Person oder das historische Werk von der erfundenen Begegnung im Film.
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