SMS · Susanne macht Schule
Gewissen und Erinnerung · Westminster Märtyrer · Einzelbegegnung

Janani Luwum spricht mit Susanne über Westminster – 3/10

Wie kann ein Kirchenvertreter einer gewalttätigen Staatsmacht entgegentreten?

Gewissen und Erinnerung › Westminster Märtyrer › Janani Luwum spricht mit Susanne über Westminster – 3/10

Fiktive, künstlerisch gestaltete Zeitreise. Die Figuren sprechen hier nicht in historisch überlieferten Originalaufnahmen. Video zusätzlich bei YouTube öffnen.

Liedtext / Gespräch – hier aufklappen

[Intro – Luwum, ruhig]

Susanne, du fragst mich: Wie fühlt es sich an, dort oben zu stehen? Westminster Abbey. Ein Märtyrer. Ein Mann aus Uganda in Stein gehauen an einer Kirche in London. Ich sage dir: Es ist seltsam, wenn die Welt deinen Tod kennt und dein Leben kaum.

[Strophe 1]

Ich war Lehrer. Dann Priester. Dann Bischof. Dann Erzbischof. Aber keiner dieser Titel war mein Leben. Mein Leben bestand aus Menschen. Aus Stimmen. Aus Verantwortung. Aus der Frage: Was sagst du, wenn Schweigen bequemer wäre?

[Refrain]

Nennt mich nicht nur Opfer. Ich war nicht nur der Mann, den man tötete. Ich war der Mann, der vorher gesprochen hatte. Der wusste, dass Worte gefährlich werden können. Und trotzdem sagte: Hier stehe ich. Hier sehe ich Unrecht. Hier kann ich nicht schweigen.

[Strophe 2]

Ihr nennt Menschen Märtyrer, wenn ihr Tod später eine Bedeutung bekommt. Aber glaub mir: Im Augenblick der Gefahr denkst du nicht an Denkmäler. Nicht an Westminster. Nicht an Geschichte. Du denkst: Was ist jetzt richtig? Und was kostet es, wenn ich es tue?

[Break]

Susanne, du fragst: Warst du mutig? Vielleicht. Vielleicht hatte ich auch Angst. Mut ist nicht, keine Angst zu haben. Mut beginnt dort, wo Angst nicht mehr entscheidet.

[Strophe 3]

Heute stehe ich zwischen Menschen aus vielen Ländern. Polen. Russland. Amerika. Afrika. China. Verschiedene Kirchen. Verschiedene Geschichten. Und doch verbindet uns etwas: Ein Augenblick, in dem Wegsehen nicht mehr möglich war.

[Finaler Refrain]

Nennt mich nicht nur Opfer. Erinnert euch daran, dass ein Mensch vorher lebt, spricht, zweifelt, entscheidet. Wenn meine Statue etwas sagen soll, dann nicht: Seht, wie ich starb. Sondern: Seht, wofür ein Mensch seine Stimme benutzt, solange er sie noch hat.

[Outro]

Susanne, wenn du mich dort oben siehst, denk nicht zuerst an meinen Tod. Frag dich: Wo müsste ich heute sprechen? Dann hat die Statue ihren Sinn.

Die Frage dieses Videos

Wie kann ein Kirchenvertreter einer gewalttätigen Staatsmacht entgegentreten?

Beobachten und prüfen: Untersuche Janani Luwums Rolle im Uganda der 1970er Jahre.

Für die Diskussion

Was unterscheidet persönliche Überzeugung, Fremdzuschreibung und historische Erinnerung?

Quellenkritik: Unterscheide die historische Person oder das historische Werk von der erfundenen Begegnung im Film.

Diese Reihe auf einen Blick