„Wie soll Vertrauen wachsen – wenn ihr nur Angst sät?“
Sie wachsen auf
mit Nachrichten voller Krieg,
mit Eltern, die müde sind,
mit Systemen, die sagen:
„Mach was aus dir – sonst bist du nichts.“
Sie lernen früh:
Du musst kämpfen.
Du musst liefern.
Du darfst nicht versagen.
Und wenn sie fragen:
„Wird alles gut?“
kriegen sie Zahlen.
Prognosen.
Berufsberatung.
Aber keine Hoffnung.
Keine innere Sicherheit.
Kein Raum,
in dem Scheitern erlaubt ist –
weil es zum Leben gehört.
Sag, Staatschef:
Was macht ihr da?
Warum gebt ihr ihnen mehr Druck
als Vertrauen?
Mehr Zukunftsangst
als Gegenwartswärme?
Wollt ihr wirklich Kinder,
die sich vor der Welt fürchten –
oder solche,
die sie gestalten können?
← Alle 15 Gedanken
Arno Gruen weitergedacht · Folge 14
Unsicherheit und Zukunftsangst schüren
Ein politischer Gedanke über Menschenbild, Macht und die Frage, was Systeme mit Menschen machen.
Einordnung: Der folgende Text ist keine historische Rede Arno Gruens und kein wörtliches Zitat. Susanne Albers führt seine Gedanken künstlerisch und politisch weiter.
„Die andauernde Unsicherheit im Bildungs- und Berufssystem schürt Ängste und Unsicherheiten bei den Kindern, was langfristig ihre psychische Gesundheit beeinträchtigt.“
Nicht übernehmen · prüfen
Drei politische Arbeitsfragen
1. Menschenbild
Welches Bild vom Menschen kritisiert dieser Text? Welche Bedürfnisse oder Fähigkeiten werden übersehen?
2. Politische Zuständigkeit
Welche Gesetze, Institutionen oder gesellschaftlichen Erwartungen wären von dieser Kritik konkret betroffen?
3. Gegenprüfung
Wo überzeugt die Zuspitzung? Wo ist sie zu pauschal? Formuliere eine begründete Gegenposition und eine mögliche Veränderung.