Südwand Station 06 von 16 Lünette und Stichkappe

Vom Hirtenhaus zum Palast

Isai – David – Salomo

Vom Hirtenhaus zum Palast

Aus einem Haus in Bethlehem wächst eine Königsdynastie. Doch mit der Macht wachsen auch Schuld, Gewalt, Trauer und die Last, die andere für königlichen Glanz bezahlen müssen.

Michelangelos Lünette Isai, David und Salomo in der Sixtinischen Kapelle
Michelangelo, Lünette „Isai – David – Salomo“. Südwand der Sixtinischen Kapelle · mit Stichkappe.
Michelangelos Stichkappe über der Lünette Isai, David und Salomo
Die erhaltene Stichkappe über dieser Lünette zeigt eine rätselhafte Frau; hinter ihr erscheinen ein Mann und ein Kind im Dunkel. Die Personen lassen sich nicht sicher benennen.
Altarwand
Nordwand
Sixtinische
Kapelle
Südwand 06
Eingangswand

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Südwand

Isai – David – Salomo folgt auf Salmon – Boas – Obed. Diese erhaltene Lünette an der Südwand besitzt ebenfalls eine erhaltene Stichkappe.

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Die Familie

Vom Haus in Bethlehem zur Dynastie

Familienlinie Boas + Rut → David + Batseba → Salomo → Rehabeam
Königslinie David + Batseba → Salomo → Rehabeam
Kern Eine Krone schützt das Herz nicht vor Schuld.

Isai übersieht zunächst den jüngsten Sohn. David wird Hirte, Musiker, Kämpfer und König – und missbraucht später seine Macht gegenüber Batseba und Urija.

Salomo bittet um ein hörendes Herz, baut den Tempel und schafft großen Glanz. Doch seine Herrschaft belastet das Volk schwer.

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Michelangelos Bild

Keine Krone, kein Thron, kein Tempel

Michelangelo zeigt keine königlichen Zeichen. In der Stichkappe sitzt eine rätselhafte Frau frontal da; hinter ihr erscheinen ein Mann und ein Kind nur flüchtig im Dunkel.

Ein Mensch ist mehr als sein Ruhm. Eine Familie trägt auch das, was kein Denkmal zeigt.

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Musik

Isai – David – Salomo – Vom Hirtenhaus zum Palast

hörbereit

Musik von Susanne

Das Lied zu dieser Station

Die Familiengeschichte und Michelangelos stilles Bild werden hier zu Musik.

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Lyrics anzeigen

Isai – David – Salomo

[Intro – gesprochen]

Isai zeigte Samuel seine Söhne.

Nur David fehlte.

Der Jüngste war draußen
bei den Schafen.

[Strophe 1]

Aus Bethlehem kam ein Hirtenjunge,
mit Musik in seiner Hand.

Er wurde König über Israel
und machte Jerusalem zum Mittelpunkt des Lands.

Doch David nahm, was ihm nicht gehörte,
und Urija bezahlte mit dem Tod.

Ein großer König kann schuldig werden.

Eine Krone schützt das Herz nicht vor Not.

[Refrain]

Vom Hirtenhaus zum Palast —

doch Macht macht keinen Menschen heil.

David gewann ein Königreich
und verlor den Frieden in seinem Haus.

Salomo erbte Krone und Auftrag,

Weisheit, Tempel, Glanz.

Doch jede Größe hat einen Preis,

den oft ein anderer zahlen muss.

[Strophe 2]

Batseba verlor zuerst ein Kind,
dann kämpfte sie für Salomos Thron.

Er bat um ein hörendes Herz
und baute das Haus, das David nicht bauen konnte.

Doch Reichtum wurde schwere Last,
und Bündnisse zogen ihn fort.

So ging vom Vater auf den Sohn
nicht nur Weisheit, sondern Verantwortung.

[Bridge – gesprochen]

Michelangelo malt keine Krone.

Eine Frau sitzt reglos da.

Hinter ihr
ein Mann und ein Kind im Dunkel.

Ihr Blick geht hinaus —

aber niemand weiß,
was sie sieht.

[Letzter Refrain]

Vom Hirtenhaus zum Palast —

vom übersehenen Sohn zum König.

Isai.

David.

Salomo.

Drei Namen voller Glanz und Bruch.

Denn ein Mensch ist mehr
als sein Ruhm.

Und eine Familie trägt auch das,
was kein Denkmal zeigt.

[Outro – gesprochen]

Der Weg zum Königsthron
begann bei einem Jungen,

den man zunächst
nicht einmal gerufen hatte.