Südwand Station 05 von 16 Lünette und Stichkappe

Eine Familie, die Fremde aufnahm

Salmon – Boas – Obed

Eine Familie, die Fremde aufnahm

Auf der Tafel stehen drei Männernamen. Doch hinter ihnen stehen ebenso Rahab, Rut und Noomi – drei Frauen, ohne die kein Weg zu David geführt hätte.

Michelangelos Lünette Salmon, Boas und Obed in der Sixtinischen Kapelle
Michelangelo, Lünette „Salmon – Boas – Obed“. Südwand der Sixtinischen Kapelle · mit Stichkappe.
Michelangelos Stichkappe über der Lünette Salmon, Boas und Obed
Die erhaltene Stichkappe über dieser Lünette zeigt eine weitere Familiengruppe. Die Personen lassen sich nicht sicher benennen.
Altarwand
Nordwand
Sixtinische
Kapelle
Südwand 05
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Südwand

Salmon – Boas – Obed folgt auf Nahschon. Diese erhaltene Lünette an der Südwand besitzt zusätzlich eine erhaltene Stichkappe.

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Die Familie

Von Jericho und Moab bis Bethlehem

Familienlinie Nahschon → Salmon + Rahab → Boas + Rut → Obed
Weiterführung Obed → Isai → David
Kern Eine Familie bleibt lebendig, weil Menschen einander aufnehmen.

Rahab stammt aus Jericho, Rut aus Moab. Beide werden Teil der direkten Linie zu David. Boas gibt Rut Schutz und Recht, und Obed verbindet Verlust mit neuer Zukunft.

Der Weg zum Königtum beginnt nicht im Palast. Er beginnt mit Fremdheit, Witwenschaft, Arbeit, Aufnahme und einem Kind in Bethlehem.

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Michelangelos Bild

Keine Königsgeschichte – noch nicht

Links hält eine müde Mutter ein schlafendes Kind. Rechts sitzt ein alter Mann mit Stock. In der Stichkappe darüber steht ein größeres Kind bereits auf eigenen Beinen und hält sich dennoch fest.

Eine Generation wird alt. Eine neue schläft bereits. Darüber beginnt ein Kind, selbst zu stehen.

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Musik

Salmon – Boas – Obed – Eine Familie, die Fremde aufnahm

hörbereit

Musik von Susanne

Das Lied zu dieser Station

Die Familiengeschichte und Michelangelos stilles Bild werden hier zu Musik.

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Salmon – Boas – Obed

[Intro – gesprochen]

Drei Namen auf der Tafel:

Salmon.

Boas.

Obed.

Doch hinter ihnen stehen auch:

Rahab.

Rut.

Und Noomi.

[Strophe 1]

Rahab kam aus Jericho,
fremd und doch ins Haus genommen.

Aus ihrer Linie wuchs Boas,
und die Zukunft hatte begonnen.

Rut kam mittellos aus Moab,
blieb bei Noomi, sammelte Brot.

Boas gab ihr Schutz und Würde,
wo Armut sie zu Boden zog.

[Refrain]

Eine Familie lebt nicht weiter,
weil sie alle Türen schließt.

Sie lebt weiter,
wenn ein Fremder
nicht mehr fremd bleiben muss.

Rahab, Rut und Noomi —

drei Frauen tragen Zeit.

Und aus einem Kind in Bethlehem
führt der Weg bis zu David weit.

[Strophe 2]

Boas sprach am Tor vor Zeugen,
handelte offen und nach Recht.

Rut gebar den kleinen Obed,
und Noomis Hoffnung wurde echt.

Sohn von Rut und Sohn von Boas,
Trost nach Hunger, Tod und Leid.

Vater Isais, Großvater Davids —

ein Kind verband die Zeit.

[Bridge – gesprochen]

Michelangelo malt
keinen König.

Eine müde Mutter
mit einem schlafenden Kind.

Einen alten Mann mit Stock.

Und darüber
ein Kind,
das sich noch festhält.

[Letzter Refrain]

Eine Familie lebt nicht weiter,
weil sie unverändert blieb.

Sie lebt weiter,
weil ein Mensch
einen anderen aufnahm und liebte.

Rahab, Rut und Noomi —

Fremdheit wurde Zugehörigkeit.

Und aus einem Kind in Bethlehem
ging der Weg zu David weit.

[Outro – gesprochen]

Die Königsgeschichte begann
nicht bei einem König.

Sie begann mit Brot.

Mit einem Feld.

Mit Aufnahme.

Und mit einem Kind
in den Armen seiner Mutter.