Das vollständige Video ist hier direkt abspielbar. Fiktive Zeitreise und künstlerische Auseinandersetzung – keine dokumentarische Originalszene.
Die große Frage
Warum gehört sinnliche Liebeslyrik zur Bibel?
Biblischer Bezug: Hoheslied 1–8
Betrachte die Begegnung als Einladung zu einer eigenen Position, nicht als fertige Antwort.
Im Unterricht weiterdenken
Am Text prüfen: Suche zwei Bilder aus dem Hohenlied und beschreibe, wie körperliche Liebe sprachlich gestaltet wird.
Ins Gespräch kommen: Vergleicht eine wörtliche und eine allegorische Deutung des Hohenliedes.
Text und biblischer Bezug
Die Bibelstelle ist angegeben, ohne eine Übersetzung vorzuschreiben. Für die Textarbeit kann die Klasse ihre vertraute Bibelausgabe verwenden.
BibelstelleDas Hohelied 1–8
Das gesamte Hohelied, nicht nur einzelne Verse.
Text zum Video (Lyrics)+
[Strophe 1]
Salomo, sag mal,
weißt du eigentlich, was du da schreibst?
Duft.
Haut.
Lippen.
Brüste.
Begehren.
Und das soll später einmal
in der Bibel stehen?
Ich sitze neben dir
und muss ein bisschen lachen.
Denn selbst heute noch
werden Menschen bei diesen Worten nervös.
[Refrain]
Salomo, das ist aber ganz schön sexy.
Und weißt du was?
Lass es so.
Mach es nicht frommer.
Mach es nicht zahmer.
Mach aus Liebe keinen Schatten.
[Strophe 2]
Ich sage zu dir:
„Du weißt schon,
dass Kirchen sich damit schwertun werden?
Dass manche fragen werden,
ob solche Worte überhaupt
in eine heilige Schrift gehören?“
Du schaust mich an
und lächelst nur.
Als würdest du sagen:
Warum sollte Liebe
nur erlaubt sein,
wenn sie nicht nach Körper klingt?
[Strophe 3]
Warum sollte Sehnsucht schweigen?
Warum sollte Haut
weniger heilig sein als ein Gebet?
Warum sollte ein Kuss
weniger wahr sein
als ein Psalm?
Und plötzlich verstehe ich,
warum du kein Wort streichen willst.
[Refrain]
Salomo, das ist aber ganz schön sexy.
Ja.
Und genau deshalb
soll es bleiben.
Der Duft.
Die Nähe.
Die Lust.
Die Schönheit.
Nicht schmutzig.
Nicht peinlich.
Einfach menschlich.
[Bridge]
Liebe hat einen Körper.
Sie hat Atem.
Sie hat Wärme.
Sie hat Verlangen.
Und wenn die Bibel
vom ganzen Menschen erzählen will,
dann darf sie auch davon erzählen.
[Outro]
Salomo, streich kein Wort.
Keinen Duft.
Keine Haut.
Kein Begehren.
Wenn Liebe in die Bibel darf,
dann darf sie auch sinnlich sein.
Und ich sitze neben dir
und denke nur:
Gut,
dass du bei deiner Wortwahl geblieben bist.