Körper
Welche Spuren von Leid, Tod oder neuer Lebendigkeit werden gezeigt?
Kunst · Religion · Geschichte · Medienbildung · Doppelstunde
Adam und Eva haben Bauchnäbel, obwohl sie der Erzählung nach nicht geboren wurden. Ein komischer Widerspruch öffnet eine große Frage: Wer bestimmt, wie Gott, Christus und andere religiöse Figuren dargestellt werden dürfen?
Einstieg · 0–15 Minuten




Video · Humor als Denkwerkzeug
Im Video fordern Adam und Eva ihre anatomische Korrektur. Dürer verteidigt die Wirkung seines Bildes – und Susanne greift schließlich selbst zum Lappen.
Leitzeilen: “How could we have belly buttons, when we’re the first of our kind?” – “Historical accuracy aside, it makes the art feel right.”
Arbeitsauftrag: Vergleicht belly button, navel, historical accuracy und make it right. Welche deutsche Formulierung trifft den Witz am besten?
Leitzeilen: „Wie können wir Bauchnäbel haben, wenn wir die Ersten unserer Art sind?“ – „Historische Genauigkeit beiseite, es lässt die Kunst richtig erscheinen.“
Arbeitsauftrag: Ist die deutsche Fassung wörtlich, sinngemäß oder bereits eine neue künstlerische Fassung?
Erarbeitung I · 15–35 Minuten

Ein religiöses Bild soll etwas sichtbar machen, das geglaubt, erzählt oder theologisch gedeutet wird. Der Künstler arbeitet daher nicht nach einem Modell, sondern mit Traditionen und Erwartungen.
Wichtig: Die Frage nach Inquisition und Ketzerverfolgung wird als historischer Macht- und Erwartungsrahmen untersucht, nicht als einfache Behauptung, jeder ungewöhnliche Pinselstrich habe automatisch zur Verfolgung geführt.
Erarbeitung II · 35–55 Minuten


Welche Spuren von Leid, Tod oder neuer Lebendigkeit werden gezeigt?
Was sollen Haltung, Gesicht, Licht und Umgebung beim Publikum auslösen?
Wann würde Realismus die religiöse Botschaft stören – und wann wird Idealisierung unehrlich?
Erarbeitung III · 55–70 Minuten
Der Höschenmaler: Nach Michelangelos Tod wurden als anstößig empfundene Nacktheiten im Jüngsten Gericht mit gemalten Tüchern bedeckt.
Von der ursprünglichen, noch nicht übermalten Fassung existiert selbstverständlich keine Fotografie. Wir kennen das Werk durch seinen heutigen Zustand, historische Überlieferung, Restaurierungsbefunde und Dokumentation.
Die Unterrichtsfrage lautet daher nicht: „Welches Foto zeigt das Original?“, sondern:
Urteil · 70–85 Minuten
Welche Angaben macht die religiöse Erzählung tatsächlich – und was steht dort nicht?
Welche sichtbare Form erfindet er, damit Unsichtbares verständlich wird?
Welche Grenzen setzen Auftraggeber, Kirche, Moral und politische Macht?
Welche Körper und Zeichen erkennt es als heilig, würdig oder glaubwürdig?
Was restauriert, entfernt, bewahrt oder deutet sie neu?
Darfst du ein berühmtes Bild bearbeiten, um einen Widerspruch sichtbar zu machen?
Vertiefung · Susannes Kunsträtsel
Die Rätsel sind kein Pflichtprogramm für eine einzige Stunde. Sie eignen sich für Gruppenarbeit, Hausaufgaben oder eine zweite Unterrichtsstunde.
Bilderverbot, Gottesbilder und die Kühnheit, dem Unsichtbaren eine Gestalt zu geben.
Rätsel öffnenKörperideale, Künstlerentscheidungen und die berühmte Frage nach dem Bauchnabel.
Rätsel öffnenLeid, Tod, Würde und die schwierige Darstellung eines anbetungswürdigen Leichnams.
Rätsel öffnenWie Künstler Sieg über den Tod, Erscheinung und neue Lebendigkeit sichtbar machen.
Rätsel öffnenÜbermalung, Moral, kirchliche Vorgaben und die Frage nach Zensur am Kunstwerk.
Rätsel öffnenAbschluss · 85–90 Minuten
Exit-Ticket: Nenne eine Entscheidung in einem religiösen Bild, die nicht aus dem Text stammt, und erkläre, welche Wirkung sie erzeugt.