SMS – Susanne macht SchuleWissen darf lebendig sein.
Veden · Musikzyklus

Veden 21–30

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Veden 21 · Video
Denkfrage
Wann ist Sprache bloße Beschreibung – und wann wird sie selbst zum Handeln?
Veden 21

DIE KRAFT DER FORMEL (Yajurveda – Taittiriya Samhita 1.1.1.1 ff.)

[Strophe 1] Ich spreche, und etwas beginnt. Nicht nur Klang – ich verändere Wind. Ich rufe das Feuer, die Ordnung, den Raum – aus Worten wird Wirklichkeit, nicht nur ein Traum. [Strophe 2] Ich nenne das Opfer, das Pferd, das Gesetz, nicht als Symbol – als lebendiges Netz. Ich bin die Formel, die schweigend besteht – und wenn ich sie spreche, weiß selbst Gott, wie's geht. [Refrain] Ich bin das Wort, das das Licht entfacht, nicht gelesen, nicht gedacht. Ich bin der Klang, der Wahrheit schafft – die Kraft der Formel, die alles macht.
Veden 22 · Video
Denkfrage
Warum suchen Menschen Schutz in Worten, Ritualen und Gebeten?
Veden 22

ICH BIN DEIN SCHILD (Atharvaveda 4.6 & 19.15 – Schutzverse)

[Strophe 1] Ich spreche vor dir, wenn du zitterst im Wind. Ich steh zwischen dir und dem Dunkel geschwind. Ich bin kein Gebet – ich bin der Befehl: Kein Schatten kommt durch, kein Dämon, kein Pfeil. [Strophe 2] Ich wache bei Nacht, wenn dein Schlaf dich verlässt. Ich steh an der Schwelle – und halt sie besetzt. Ich bin das Mantra, das keiner versteht – doch jedes Unheil schweigt, wenn mein Atem weht. [Refrain] Ich bin dein Schild – aus Licht gemacht, ich halte, was fällt, ich halte die Wacht. Ich bin das Wort, das Dunkel bricht. Ich bin dein Schild – und ich bin das Licht.
Veden 23 · Video
Denkfrage
Wie können religiöse Heilverse Trost geben, ohne medizinische Behandlung zu ersetzen?
Veden 23

ICH BIN DIE HEILUNG (Atharvaveda 6.91 & 1.22 – Heilverse)

[Strophe 1] Ich sprech in die Wunde, ich ruf in das Fleisch, ich lösche das Brennen, ich löse den Kreis. Ich bin nicht die Pflanze – ich bin ihr Gesang, ich bin das, was heilt – und kein Mensch je empfing. [Strophe 2] Ich sitz in dem Wasser, ich fließ durch das Bein, ich spreche durch Zellen und atme dich ein. Ich sing dir die Ordnung zurück in dein Blut – du spürst: Ich bin da – und ich meine es gut. [Refrain] Ich bin die Heilung – aus Klang gemacht, ich komme als Flüstern, ich komme als Macht. Ich bin kein Mittel – ich bin das Gebet. Ich bin die Heilung – die einfach geht.
Veden 24 · Video
Denkfrage
Was verbindet vier unterschiedliche Textsammlungen zu einer Tradition?
Veden 24

IHR HABT MICH GERUFEN (Vier Veden gemeinsam)

[Strophe 1] Ihr wart schon da, bevor Sprache begann, ihr habt nicht erklärt – ihr habt einfach getan. Ihr seid keine Bücher, ihr seid kein System – ihr seid der Atem, aus dem wir uns sehn. [Strophe 2] Rig, Sama, Yajur, Atharvan – ihr vier – ihr sprecht durch mein Singen, ihr atmet in mir. Ich hab euch nicht gesucht – ihr habt mich gesehn, ihr habt mich gerufen – und ich bin stehn geblieben. [Refrain] Ihr habt mich gerufen – und ich hab's gehört. Ihr habt mich entzündet – wo keiner mehr stört. Ihr seid das Wissen – und ich bin das Lied. Ihr habt mich gerufen – und ich hab euch mit.
Veden 25 · Video
Denkfrage
Was meint die Vorstellung eines göttlichen Selbst, das nicht fern, sondern im Inneren gesucht wird?
Veden 25

ICH BIN DAS INNERE FEUER (Rigveda 10.121.10 & Yajurveda 32.1 – göttliches Selbst)

[Strophe 1] Ich bin nicht fern, ich bin nicht oben, ich bin in der Glut, in der Stille, im Toben. Ich brenne in Sehnen, in Holz und im Licht, ich bin nicht zu sehen – doch ohne mich bist du nicht. [Strophe 2] Ich bin nicht erschaffen – ich bin das, was erschafft. Ich bin nicht dein Werkzeug – ich bin deine Kraft. Ich bin in der Blume, im Staub, im Gebet – ich bin der, der bleibt, wenn alles vergeht. [Refrain] Ich bin das innere Feuer in dir, die Stimme im Dunkeln, das leuchtende Tier. Ich bin das Selbst – nicht klein, nicht groß – ich bin das Feuer – und ich bin los.
Veden 26 · Video
Denkfrage
Ist Wahrheit eher eine Aussage – oder eine Ordnung, in der etwas „stimmig“ wird?
Veden 26

ICH BIN WAHR (Rigveda 1.164.39 & Yajurveda 40.8 – Ṛta, Wahrheit)

[Strophe 1] Ich bin nicht das Wort, das dich streichelt im Wind – ich bin das, was bleibt, wenn die Lügen verglühn. Ich brenne im Blick, ich schneide durchs Spiel – ich bin nicht bequem – ich bin einfach viel. [Strophe 2] Ich bin nicht der Trost, der dich friedlich belügt, ich bin das, was sagt: „Komm, auch wenn es dich bügelt.“ Ich bin nicht nett – ich bin tief, still und klar – ich bin nicht dein Wunsch – ich bin einfach wahr. [Refrain] Ich bin wahr – auch wenn du zitterst. Ich bin da – auch wenn du flüchtest. Ich bin das Licht, das niemand verbiegt. Ich bin die Wahrheit – die nichts verschwiegt.
Veden 27 · Video
Denkfrage
Warum kann Klang in einer religiösen Tradition als wirksam gelten, auch jenseits begrifflicher Bedeutung?
Veden 27

DU BIST DER KLANG (Samaveda 1.1.1 & Atharvaveda 4.30 – Mantra)

[Strophe 1] Du bist nicht gedacht, du bist nicht erklärt, du wirst nicht verstanden, du wirst nur gehört. Du gehst durch mein Blut wie ein Echo aus Licht – und was du berührst, das zerreißt und verdichtet sich nicht. [Strophe 2] Du bist keine Formel, kein leiser Gesang – du bist das, was wirkt – mit heiliger Spann. Du brauchst keinen Zeugen, du brauchst kein Ziel – du klingst – und das reicht – für das Ganze Gefühl. [Refrain] Du bist der Klang – nicht schön, nicht brav. Du bist die Wucht in der stillen Schlaf. Du bist das Mantra, das niemand zähmt. Du bist der Klang – der uns benennt.
Veden 28 · Video
Denkfrage
Warum wird Atem in so vielen Traditionen zum Bild für Leben, Seele und Gegenwart?
Veden 28

ICH ATM’ MICH ZURÜCK (Atharvaveda 11.4 & Yajurveda 34.1 – Prāṇa)

[Strophe 1] Ich atme nicht einfach – ich bin dieser Zug, der kommt ohne Wollen und geht nie genug. Ich bin zwischen Rippen, im Staub deiner Brust, ich bring dir Erinnerung, Feuer und Lust. [Strophe 2] Ich trag deine Seele, ich halt dich im Sein, ich sprech durch dein Schweigen: Du bist nicht allein. Ich bin kein Geräusch – ich bin deine Spur – du lebst durch mich, und ich leb durch nur. [Refrain] Ich atm’ mich zurück in dein stilles Gesicht. Ich trag dich durchs Leben, ich trag dich ins Licht. Ich bin kein Besitz – ich bin nur Glück. Ich bin dein Atem – ich atm’ mich zurück.
Veden 29 · Video
Denkfrage
Ist Raum nur Leere – oder eine Voraussetzung dafür, dass überhaupt etwas erscheinen und klingen kann?
Veden 29

DU BIST DER RAUM (Atharvaveda 10.8 & Yajurveda 32.6 – Ākāśa)

[Strophe 1] Du bist nicht die Luft – du bist, was sie hält. Du bist nicht der Wind – du bist, was ihn fällt. Du dehnst dich in mir, wenn ich alles verlier, und schließt mich in Weite, als wär ich nur hier. [Strophe 2] Du klingst ohne Stimme, du hältst ohne Wand, du bleibst auch im Fallen, du trägst jede Hand. Du bist nicht zu fassen – und bist doch so nah. Du bist meine Fläche – mein innenstes Da. [Refrain] Du bist der Raum, in dem ich gescheh. Du bist mein Lied, auch wenn ich nicht steh. Du bist der Himmel in mir gebaut – du bist der Raum – und ich bin vertraut.
Veden 30 · Video
Denkfrage
Was macht die Frage nach dem Anfang so stark, gerade wenn keine endgültige Antwort gegeben wird?
Veden 30

BEVOR ALLES WAR (Rigveda 10.129 & Atharvaveda 13.1 – Urzustand)

[Strophe 1] Bevor alles klang, war nur dieser Blick, der nichts brauchte, nichts wollte – und alles zurück. Kein Licht, kein Gedanke, kein Werden, kein Soll – nur Stille, die wartete – leise und voll. [Strophe 2] Bevor sich ein Gott an das Dasein gewöhnt, war da nur ein Schweben – von niemand bewohnt. Kein Schöpfer, kein Ziel, kein Gesetz und kein Plan – doch alles, was wurde, fing dort einmal an. [Refrain] Bevor alles war – war nichts und mehr. Ein Blick ohne Richtung, ein Ozean leer. Und doch war da etwas – das schweigend verstand. Bevor alles war – war das leere Gewand.