SMS – Susanne macht SchuleWissen darf lebendig sein.
Veden · Musikzyklus

Veden 11–20

Video links, Liedtext rechts. Auf großen Bildschirmen bleibt das jeweilige Video beim Lesen sichtbar; auf kleinen Bildschirmen ordnet sich alles untereinander.

Veden 11 · Video
Denkfrage
Warum wird Ursprung als Atem oder goldenes Keimwesen vorgestellt?
Veden 11

DER GÖTTLICHE ATEM (Rigveda 10.121 – Hiranyagarbha)

[Strophe 1] Wer atmete alles, bevor es begann? Bevor Sonne war oder Himmel entstand? Der Atem des Einen, der lautlos geschah – er füllte die Leere und machte sie wahr. [Strophe 2] Er war ohne Namen, war alles zugleich, er war König und Wind, er war Feuer und Reich. Er stieg aus dem Nichts, war Ursprung und Grund – aus ihm kam das Lied, aus ihm kam der Mund. [Refrain] Du bist der Erste, der keiner war. Du atmest im Staub und machst alles klar. Du bist die Frage, du bist das Ziel. Du bist das Schweigen im göttlichen Spiel.
Veden 12 · Video
Denkfrage
Welche Verbindung besteht zwischen Atem, Wind und Lebendigkeit?
Veden 12

DU WEHST MICH ZUSAMMEN (Rigveda 1.134 & 10.186 – Vāyu)

[Strophe 1] Du kommst ohne Füße, doch keiner entkommt, du trittst in mein Denken, du flüsterst, du prompt. Du atmest die Felder, die Zeit, die Gestalt – du bist, was mich formt, was mich hebt, was mich hält. [Strophe 2] Du nimmst keinen Platz, doch du füllst jeden Raum, du rührst meine Seele, du säst meinen Traum. Kein Auge hat je dich gesehen im Licht – doch ich spüre dein Schweigen, das durch mich spricht. [Refrain] Vāyu – du Weher, du Tänzer aus Luft, du ziehst durch mein Denken, mein Zweifel, mein Duft. Du bist der Beginn – und das letzte Gesicht. Du wehst mich zusammen und atmest mich schlicht.
Veden 13 · Video
Denkfrage
Was gewinnen Menschen, wenn Himmel nicht nur Raum, sondern Gegenüber ist?
Veden 13

DU BIST DER HIMMEL ÜBER MIR (Rigveda 1.164 & 1.89 – Dyaus)

[Strophe 1] Du spannst dich über das Leben so weit, ein endloser Bogen aus Licht und Zeit. Du bleibst unerreichbar, und doch immer nah – ich schrei in dich rein, und du hörst, was geschah. [Strophe 2] Du bist nicht das Oben – du bist das Dazwischen, wo Fragen sich häufen und Antworten fließen. Du färbst meine Nächte mit tieferem Blau, du bleibst, wenn ich falle – du bleibst mir so rau. [Refrain] Du bist der Himmel über mir, so groß, so stumm, so klar. Du hältst mich in der Weite fest, als wär ich immer da. Ich bin dein Blick ins Fleisch hinein – du spannst dich auf und lässt mich sein.
Veden 14 · Video
Denkfrage
Warum wird Erde in religiösen Texten als tragende und nährende Wirklichkeit angesprochen?
Veden 14

ICH RUHE IN DIR (Rigveda 1.159 & 5.84 – Pṛthivī)

[Strophe 1] Du trägst meine Schritte, du nimmst meine Last. Du schweigst unter Wunden, du gibst ohne Hast. Du trägst meine Leiche, du nährst meinen Plan – du bist das Vergessen und fängst neu an. [Strophe 2] Du bist nicht nur Boden – du atmest mit mir. Du bist nicht nur Feld – du bist Blut und Papier. Ich falle in dich, wenn mein Denken zerreißt – und du sagst kein Wort, wenn du mich beweist. [Refrain] Ich ruhe in dir, du wiegst mich aus Stein. Du bist mein Gewicht und mein Letztessein. Du atmest mich still – ich falle wie Licht. Ich ruhe in dir – und du zerbrichst nicht.
Veden 15 · Video
Denkfrage
Was macht den Fluss zu mehr als Wasser – zu Erinnerung, Weg oder Heilung?
Veden 15

DU FLIESST MICH FREI (Rigveda 10.75 & 6.61 – Sarasvati & Sindhu)

[Strophe 1] Du fließt nicht nur außen – du fließt auch in mir. Ein Wasser aus Fragen, aus Schweigen, aus Gier. Du schlängelst durch Worte, du reißt meine Spur – du fließt mich beiseite, du fließt mich zur Kur. [Strophe 2] Du trägst meine Lieder, du wischst meinen Schmerz. Du schleifst meine Steine, du weichst mein Herz. Ich treibe in dir wie ein Blatt, das verzieht – und du nennst mich Leben, wenn alles versiegt. [Refrain] Du fließt mich frei – ich lass mich nicht halten. Du bist mein Ruf durch vergessene Falten. Du bist der Weg, der keiner mehr war – du fließt mich frei und machst mich klar.
Veden 16 · Video
Denkfrage
Welche Macht hat Sprache, wenn sie nicht nur beschreibt, sondern Wirklichkeit ordnet?
Veden 16

DU HAST MICH GESAGT (Rigveda 10.125 – Vāc)

[Strophe 1] Ich war vor dem Wort, doch ich bin es auch jetzt. Ich fließe durch Stimmen, durch Feuer, durch Gesetz. Ich rede in dir, wenn du schweigen willst – ich bin das, was klingt, wenn du dich erfüllst. [Strophe 2] Ich bin nicht dein Werkzeug, ich bin dein Gebet. Ich war in den Göttern, bevor man sie versteht. Ich nenne die Dinge, und dann sind sie da – ich bin die, die spricht – und nicht einmal sah. [Refrain] Du hast mich gesagt, bevor du mich wusstest. Ich war dein Gedanke, bevor du ihn wusstest. Ich bin das Echo in deinem Gesicht – du hast mich gesagt – und ich bin das Licht.
Veden 17 · Video
Denkfrage
Warum kehren religiöse Bilder wie die Morgenröte mehrfach wieder?
Veden 17

DU BIST NOCH DA (Rigveda 1.48 & 7.81 – Ushas II)

[Strophe 1] Du kamst schon oft – und doch kommst du neu. Mit Licht auf der Stirn und der Stille dabei. Du ziehst durch mein Denken, du leuchtest mein Haus – ich seh dich nicht mehr – doch ich halt es aus. [Strophe 2] Du bist nicht der Anfang – du bist das Versprechen, das bleibt, wenn Gedanken ins Licht zerbrechen. Du bleibst in der Luft, du bleibst in dem Staub – du bist nicht zu greifen – doch ich halt dich im Glaub. [Refrain] Du bist noch da – auch wenn alles beginnt. Du leuchtest mich leise, wo keiner mehr rinnt. Du bist nicht der Morgen – du bist das Danach. Du bist noch da – und bleibst mir so nah.
Veden 18 · Video
Denkfrage
Was heißt es, den eigenen Körper oder das Herz als heiligen Ort zu verstehen?
Veden 18

DU BIST MEIN TEMPEL (Rigveda 10.58 & 10.91 – Herz)

[Strophe 1] Du schlägst ohne Worte, du bist nie im Streit. Du hörst auf das Große und auf meine Zeit. Du richtest mich aus, wenn das Außen zerreißt – du bleibst, wenn ich falle, du schweigst, wenn ich schreist. [Strophe 2] Du bist keine Meinung, du bist nicht klug – du bist nur das Lauschen, das tief in mir ruht. Ich bau dir kein Haus, denn du wohnst längst in mir – du bist mein Versprechen, mein inneres Tier. [Refrain] Du bist mein Tempel, du schlägst mich still. Du nimmst mich auf, wenn ich nicht mehr will. Du bist mein Takt, wenn nichts mehr stimmt. Du bist mein Tempel – und der, der mich nimmt.
Veden 19 · Video
Denkfrage
Was könnte „das Bleibende“ sein, wenn Körper und Lebensformen vergehen?
Veden 19

DU BIST DAS, WAS BLEIBT (Rigveda 10.14, 10.16 & 1.164 – Seele)

[Strophe 1] Du gehst, wenn ich falle, doch bleibst du in mir. Du fliegst ohne Flügel, du trägst meine Gier. Du warst schon vor Worten, vor Haut, vor Gesicht – du bist das, was schaut – du bist das Gedicht. [Strophe 2] Du lässt dich nicht fassen, doch führst du mich heim. Du brennst ohne Flammen, du schweigst ohne Nein. Ich nenn dich nicht Seele – ich nenn dich nur Wind. Du bist das, was bleibt, wenn wir alle nichts sind. [Refrain] Du bist das, was bleibt, wenn alles sich löst. Wenn keiner mehr fragt und keiner mehr stößt. Du bist der Blick, der leise verzeiht. Du bist das, was bleibt – und das, was befreit.
Veden 20 · Video
Denkfrage
Wie lässt sich Einheit denken, ohne die Verschiedenheit der Dinge auszulöschen?
Veden 20

ICH BIN IN ALLEM (Rigveda 1.164.46 & 10.90.2 – Einheit)

[Strophe 1] Ich bin in der Wurzel, im Wind, in der Glut. Ich bin in dem Vogel, der schweigt wie die Flut. Ich bin in der Erde, in Asche, in Stein – ich bin nicht das Eine – ich bin das Gemein. [Strophe 2] Ich bin in den Namen, die keiner mehr nennt. Ich bin in dem Lied, das kein Mensch je erkennt. Ich bin in den Göttern, in Staub, in System – ich bin das, was ruft – doch geht ohne Gehn. [Refrain] Ich bin in allem, was flüstert und schweigt. Ich bin, was euch ruft, was sich nie zeigt. Ich bin das Licht in der Form ohne Sinn – ich bin in allem – weil ich alles bin.