Die Veden
30 musikalische Annäherungen an Hymnen, Bilder und Gedanken der vedischen Tradition – von Agni und Ushas bis Vāc, Prāṇa, Wahrheit, Raum und Ursprung.
Was sind die Veden?
Die Veden sind eine große Sammlung alter Sanskrit-Texte aus dem indischen Kulturraum. Ihre ältesten Schichten entstanden ungefähr im 2. Jahrtausend v. Chr.; über Jahrhunderte wurden sie mündlich in hochpräzisen Rezitationstraditionen weitergegeben. Sie gehören zu den grundlegenden Texttraditionen des Hinduismus.
Rig · Sama · Yajur · Atharva
Der Rigveda versammelt vor allem Hymnen. Der Samaveda ordnet Verse für den Gesang, der Yajurveda für Rituale; der Atharvaveda enthält unter anderem Schutz-, Heil- und Alltagsverse.
Über viele Jahrhunderte
„Die Veden“ sind kein Buch aus einem einzigen Jahr. Verschiedene Schichten entstanden über lange Zeit; der Rigveda gilt als älteste der vier Sammlungen.
Erst gehört, dann geschrieben
Die Texte wurden lange mündlich bewahrt. Klang, Rhythmus und genaue Aussprache waren deshalb nicht Nebensache, sondern Teil der Überlieferung selbst.
Hören statt nur erklären
Die 30 Lieder greifen vor allem auf Rig-, Yajur-, Sama- und Atharvaveda zurück; einzelne Stücke sind zusätzlich von späteren vedischen bzw. upanishadischen Gedanken inspiriert.
Woraus sind meine 30 Veden-Lieder entstanden?
Für diesen Musikzyklus habe ich nicht mit einem erfundenen „Gesamttext der Veden“ gearbeitet, sondern mit einzelnen vedischen Hymnen, Motiven und konkret benannten Textstellen. Den Schwerpunkt bilden Texte aus dem Rigveda; hinzu kommen Stücke mit Bezügen zu Samaveda, Yajurveda und Atharvaveda sowie einzelne Lieder, die auch später weitergeführte upanishadische Gedanken aufnehmen.
Bei den einzelnen Liedern nenne ich deshalb jeweils die vedischen Stellen oder den Textzusammenhang, auf den sich meine musikalische Annäherung bezieht – zum Beispiel Rigveda 1.1 bei Agni, Rigveda 10.129 beim Schöpfungshymnus oder Atharvaveda und Yajurveda bei späteren Stücken. Aus diesen Quellen und Motiven habe ich die 30 Musikvideos entwickelt. Die Liedtexte sind keine wörtlichen Übersetzungen, sondern poetische und musikalische Bearbeitungen.
Danach habe ich zusätzlich nach einem einzigen vollständigen deutschen Volltext gesucht, den ich – ähnlich wie bei der Bhagavad Gita – hier komplett zugänglich machen könnte. Genau das ist bei den Veden aber viel schwieriger: Die Veden sind kein einzelnes Buch, sondern eine große Textwelt aus mehreren Sammlungen und verschiedenen Schichten. Deshalb stelle ich hier keinen vermeintlichen „Gesamttext“ bereit, sondern verweise für die Vertiefung auf historische deutsche Übersetzungen und wissenschaftliche Textsammlungen.
Besonders hilfreich sind die digitalisierten Bestände der Universität Heidelberg: Alfred Ludwigs deutsche Rigveda-Übersetzung sowie Paul Deussens Sechzig Upanishad's des Veda. Für Sanskrit-Originaltexte gibt es außerdem wissenschaftliche Sammlungen wie GRETIL.
Alfred Ludwig
Historische deutsche Übersetzung des Rigveda, digitalisiert und als OCR-Text durchsuchbar.
Paul Deussen
Sechzig Upanishad's des Veda mit Texten aus Rig-, Sama-, Yajur- und Atharvaveda.
GRETIL
Digitale wissenschaftliche Textsammlung mit zahlreichen Sanskrit-Primärtexten.
30 Lieder ≠ Gesamttext
Dieser Zyklus ist bewusst eine Auswahl. Er will Türen öffnen, nicht vortäuschen, dass ein riesiger Textkosmos in 30 Liedern vollständig abgebildet werden könnte.
Warum die Veden heute hören?
Bevor der Musikzyklus beginnt, führt Susanne selbst in das Projekt ein. Danach folgen 30 eigenständige Lieder – nicht als Ersatz für religionswissenschaftliche Lektüre, sondern als künstlerische Annäherung an Motive und Fragen der vedischen Tradition.
Der ganze Veden-Zyklus
Von Agni bis Vāc: 30 Vertonungen aus Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda sowie einzelne upanishadisch inspirierte Stücke. Die Musik will die Texte nicht einfach zusammenfassen, sondern ihre Bilder, Fragen und spirituelle Spannung hörbar machen.