Denkfrage: Was verändert sich, wenn eine Pflanze nicht als Rohstoff, sondern als sprechendes Gegenüber gedacht wird?
Stimme 1
Der Regenwald spricht – Pflanzen
[Strophe 1]
Ich wachse leise, ohne Plan,
nicht für euch, nicht für den Wahn.
Ich war schon hier, bevor ihr kamt,
hab Sonnenlicht in mich gebannt.
Ich bin das Blatt, ich bin die Krone,
ich spreche Chlorophyll als Sprache ohne Drohne.
Ich speicher Wasser, atme Licht,
doch ihr seht mich nicht – ihr hört mich nicht.
[Strophe 2]
Ich heile Wunden, ohne Lohn,
aus Rinde, Wurzel, Knospe, Hohn.
Ich hab euch Nahrung, Luft gegeben –
und ihr? Ihr wollt mein letztes Leben.
Ihr nennt mich wild, ihr nennt mich Dschungel,
als wär ich bloß ein grüner Dämpfungsbunker.
Doch ich bin heilig. Ganz und rein.
Der Urbeginn – das Gotteszeichen klein.
[Refrain]
Ich bin.
Ich war.
Ich werde sein.
Kein Mensch der Welt holt mich ganz ein.
Ich bete – ohne Wort, ohne Pflicht.
Ich bin das Göttliche im Licht.
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