Helmut Kohl - Der gebrochene Amtseid - Folge 1 - Der gebrochene Amteseid - by Susanne
**Intro – gesprochen**
Herr Kohl,
dieses Video richtet sich an Sie.
Nicht als billige Abrechnung.
Nicht als Parteirede.
Nicht als nachträglicher Triumph.
Sondern als Frage an die Macht.
Als Frage an die lange Amtszeit.
Als Frage an den Eid.
**Strophe 1**
Sie standen an der Spitze des Landes,
nicht einen Sommer, nicht ein Jahr.
Sie hatten Zeit, Sie hatten Akten,
Sie sahen, was schon sichtbar war.
Die Menschen wurden älter,
die Pflege kam näher heran.
Die Krankenhäuser standen nicht plötzlich
am Rand von irgendeinem Plan.
Die Babyboomer waren keine Überraschung,
kein Sturm aus heiterem Licht.
Wer regiert, muss weiter sehen
als bis zum nächsten Wahlgesicht.
**Refrain**
Sie wurden nicht gewählt,
um vier Jahre zu überstehen.
Sie wurden vereidigt,
Schaden vom Land abzuwenden.
Sie wurden nicht gewählt,
um Zukunft zu verschieben.
Sie wurden vereidigt,
diesem Land zu dienen.
**Strophe 2**
Sie bauten an Einheit, an Macht und Geschichte,
an großen Worten, an deutschem Gewicht.
Doch wer die Zukunft nicht mitfinanziert,
der schützt die Schwachen am Ende nicht.
Wo war der große Spartopf,
für Alter, Pflege, Kliniknot?
Wo war der Plan für die Generation,
die heute Hilfe braucht und Brot?
Man wusste: Die Kurve kommt.
Man wusste: Der Druck wird groß.
Man wusste: Pflege braucht Menschen,
nicht nur Gesetze auf Papier und bloß.
**Refrain**
Sie wurden nicht gewählt,
um vier Jahre zu überstehen.
Sie wurden vereidigt,
Schaden vom Land abzuwenden.
Sie wurden nicht gewählt,
um Zukunft zu verschieben.
Sie wurden vereidigt,
diesem Land zu dienen.
**Strophe 3**
Heute liegen Menschen in Fluren,
Pflegekräfte laufen wund.
Alte werden Kostenstellen,
Kranke warten Stund um Stund.
Schwestern tragen ganze Stationen,
Pfleger retten, was noch geht.
Ärzte arbeiten gegen Systeme,
die man viel zu spät versteht.
Und dann sagt man: Es ist schwierig.
Und dann sagt man: Es ist teuer.
Aber dreißig Jahre Warnung
sind kein plötzliches Ungeheuer.
**Bridge**
Herr Kohl,
niemand sagt: Sie allein.
Aber wer lange oben steht,
trägt lange Schatten.
Und wer den Amtseid spricht,
spricht nicht nur für heute.
Er spricht auch für die Kinder,
für die Alten,
für die Kranken,
für die, die später keine Lobby haben.
**Refrain – stärker**
Sie wurden nicht gewählt,
um vier Jahre zu überstehen.
Sie wurden vereidigt,
Schaden vom Land abzuwenden.
Sie wurden nicht gewählt,
um Zukunft zu verschieben.
Sie wurden vereidigt,
diesem Land zu dienen.
**Outro – gesprochen**
Herr Kohl,
die Frage bleibt.
Was war Ihr Amtseid wert,
wenn ein Land alt wird
und keiner rechtzeitig genug vorsorgt?
Was war Ihr Amtseid wert,
wenn die Folgen heute
auf den Rücken der Pflegekräfte liegen?
Was war Ihr Amtseid wert,
wenn die Schwachen zahlen
für den fehlenden Weitblick der Starken?
Dies ist Folge 1.
Die Reihe heißt:
Ihr habt es gewusst.
Dreißig Jahre Politikversagen
in Pflege und Gesundheit.
Der gebrochene Amtseid.
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Der gebrochene Amtseid · Folge 1
Helmut Kohl – Der gebrochene Amtseid
Politische Kunst und moralische Anklage von Susanne Albers. Der Text wird vollständig dokumentiert und im Unterricht als prüfbare Position behandelt.