Kapitel 7
Gott und die Welt
[Strophe 1]
Erde, Wasser, Feuer, Luft,
Gedanke, Wille, Nacht und Zeit,
alles trägt den Hauch des Einen,
alles ruht in seiner Weit.
Die sichtbare und unsichtbare
Natur entfaltet seinen Klang,
doch hinter allem wirkt das Tiefste,
aus dem das ganze Leben sprang.
[Strophe 2]
Selten sucht der Mensch das Höchste,
oft verliert er sich im Schein,
rennt nach Namen, Formen, Wünschen,
will im Kleinen mächtig sein.
Doch wer beginnt, nach Gott zu fragen,
aus Liebe oder aus der Not,
der hat schon eine Spur vernommen
vom unerschöpflich tiefen Gott.
[Refrain]
Du bist in allem,
doch mehr als alles hier,
im Staub der Wege,
im Sternenrevier.
Die Welt ist dein Gewand,
doch du bist weiter noch,
du bist das Herz im Herzen
und das unaussprechliche Doch.
[Strophe 3]
Vier Arten kommen dir entgegen:
der Leidende, der Suchende im Sinn,
der, der um Gaben bittet,
und der, der liebt, weil du selbst bist darin.
Am höchsten steht, wer dich erkennt
als Ursprung, Mitte, letztes Licht,
nicht nur als Helfer seiner Wünsche,
sondern als das, was durch alles spricht.
[Bridge]
Wer dich im Wesen ahnt,
beginnt die Welt neu zu lesen:
nicht bloß als Ding und Zufall,
sondern als atmendes Wesen.
[Refrain]
Du bist in allem,
doch mehr als alles hier,
im Staub der Wege,
im Sternenrevier.
Die Welt ist dein Gewand,
doch du bist weiter noch,
du bist das Herz im Herzen
und das unaussprechliche Doch.