SMS – Susanne macht SchuleWissen darf lebendig sein.
Bhagavad Gita · Musikzyklus

Kapitel 7–12

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Kapitel 7 · Video
Denkfrage
Wie lässt sich das Göttliche denken: jenseits der Welt, in der Welt oder beides?
Kapitel 7

Gott und die Welt

[Strophe 1] Erde, Wasser, Feuer, Luft, Gedanke, Wille, Nacht und Zeit, alles trägt den Hauch des Einen, alles ruht in seiner Weit. Die sichtbare und unsichtbare Natur entfaltet seinen Klang, doch hinter allem wirkt das Tiefste, aus dem das ganze Leben sprang. [Strophe 2] Selten sucht der Mensch das Höchste, oft verliert er sich im Schein, rennt nach Namen, Formen, Wünschen, will im Kleinen mächtig sein. Doch wer beginnt, nach Gott zu fragen, aus Liebe oder aus der Not, der hat schon eine Spur vernommen vom unerschöpflich tiefen Gott. [Refrain] Du bist in allem, doch mehr als alles hier, im Staub der Wege, im Sternenrevier. Die Welt ist dein Gewand, doch du bist weiter noch, du bist das Herz im Herzen und das unaussprechliche Doch. [Strophe 3] Vier Arten kommen dir entgegen: der Leidende, der Suchende im Sinn, der, der um Gaben bittet, und der, der liebt, weil du selbst bist darin. Am höchsten steht, wer dich erkennt als Ursprung, Mitte, letztes Licht, nicht nur als Helfer seiner Wünsche, sondern als das, was durch alles spricht. [Bridge] Wer dich im Wesen ahnt, beginnt die Welt neu zu lesen: nicht bloß als Ding und Zufall, sondern als atmendes Wesen. [Refrain] Du bist in allem, doch mehr als alles hier, im Staub der Wege, im Sternenrevier. Die Welt ist dein Gewand, doch du bist weiter noch, du bist das Herz im Herzen und das unaussprechliche Doch.
Kapitel 8 · Video
Denkfrage
Was bedeutet es, das eigene Leben in einen größeren Zusammenhang zu stellen?
Kapitel 8

Der Gang der kosmischen Entwicklung

[Strophe 1] Alles strömt aus einem Ursprung, alles kehrt zum Ursprung heim, Zeit entfaltet ihre Kreise, Welten blühen, Welten keim’n. Was geboren wird, vergeht auch, was vergeht, wird neu geborn, so webt das All an seinen Schleiern zwischen Abend und dem Morgen. [Strophe 2] Wer im letzten Augenblicke an das Höchste innig denkt, dessen Seele wird von diesem großen Strom dahin gelenkt. Darum ist das ganze Leben eine Schule für den Blick: Worauf richtet sich dein Innerstes? Dorthin trägt dich dein Geschick. [Refrain] Denk an das Höchste, wenn die Formen vergehn, halt dich im Wandel an das ewige Sehn. Denn was dein Herz im Tiefsten erwählt, ist die Richtung, die deine Seele beseelt. [Strophe 3] Tag und Nacht der großen Welten, Aufstieg, Rückzug, Form und Licht, selbst die Götterräume stehen nicht im letzten Gleichgewicht. Nur wer tiefer als die Schöpfung seinen innern Anker setzt, findet jenseits aller Zyklen jenen Frieden, der nicht hetzt. [Bridge] Übe jetzt, im kleinen Atem, was einst im großen Übergang geschieht: Erinnre dich an das Eine, damit dein Wesen nicht entflieht. [Refrain] Denk an das Höchste, wenn die Formen vergehn, halt dich im Wandel an das ewige Sehn. Denn was dein Herz im Tiefsten erwählt, ist die Richtung, die deine Seele beseelt.
Kapitel 9 · Video
Denkfrage
Kann das Göttliche in der Welt gegenwärtig sein und zugleich mehr als die Welt bleiben?
Kapitel 9

Der Herr ist mehr als seine Schöpfung

[Strophe 1] Ich trage alle Welten in mir, und doch bindet keine mich, alles lebt in meinem Wesen, doch ich verliere mich darin nicht. Wie Wind im Raum, wie Klang in Stille, wie Meer im Mondlicht, still und weit, so ruhn die Dinge in dem Einen und kennen doch nicht seine Tief. [Strophe 2] Dies ist das große Wunderzeichen: die Welt ist von mir ganz durchdrungen, und doch bin ich nicht einzusperren in das, was aus mir ist entsprungen. Der Mensch verwechselt oft das Sichtbare mit seinem letzten Urgrundschein, doch Schöpfung ist nur Spur und Ausdruck, nicht das Ganze, nicht das Sein. [Refrain] Du bist mehr als Himmel, mehr als Zeit und Raum, mehr als alle Namen, mehr als jeder Traum. Alles stammt aus dir, doch du bist ungebunden frei, unfassbar nah und unerreichbar dabei. [Strophe 3] Wer dieses königliche Wissen nicht nur hört, sondern still versteht, der lebt schon jetzt in einer Freiheit, die durch Vergänglichkeit nicht geht. Denn Frömmigkeit ist nicht nur Bitte, nicht nur Gesetz und äußrer Brauch, sie ist das Staunen vor dem Einen: Du bist im All — und jenseits auch. [Bridge] Die Welt ist nicht gering, doch sie ist nicht dein Ende. Sie ist ein aufgehobnes Zeichen in deiner offenen Hände. [Refrain] Du bist mehr als Himmel, mehr als Zeit und Raum, mehr als alle Namen, mehr als jeder Traum. Alles stammt aus dir, doch du bist ungebunden frei, unfassbar nah und unerreichbar dabei.
Kapitel 10 · Video
Denkfrage
Was verändert sich, wenn Einheit nicht nur gedacht, sondern erfahren wird?
Kapitel 10

Gott ist die Quelle von Allem: Ihn kennen heißt Alles kennen

[Strophe 1] Aus dir entspringen Geist und Güte, Mut und Wahrheit, Schmerz und Trost, Wissen, Liebe, Klarheit, Demut, alles, was den Menschen groß. Nicht als Besitz ist’s uns gegeben, nicht als Verdienst, auf das wir baun, sondern als Strahl aus deiner Fülle, die wir empfahn und weiter traun. [Strophe 2] Wer dich erkennt als tiefste Quelle, sieht die Welt in neuem Licht, denn dann zerfällt der falsche Stolz und auch die innre Blindheit bricht. Dann ist Erkenntnis nicht nur Sammlung von tausend Dingen Stück um Stück, sondern das Wissen um den Ursprung, der jedem Teil gibt Sinn zurück. [Refrain] Du bist der Ursprung, du bist das Licht, wer dich im Wesen erkennt, verliert die Ganzheit nicht. In dir wird Wissen zu staunender Schau, und alles Getrennte wird innerlich blau. [Strophe 3] Die Weisen sprechen von dir gern, nicht aus Gelehrsamkeit allein, sondern weil ihr Herz entzündet ist, in deinem Dasein heim zu sein. Sie tragen deinen Namen nicht wie ein Abzeichen auf der Brust, sie atmen ihn in ihrem Leben — als Wahrheit, Liebe, Kraft und Lust. [Bridge] Wenn die Wurzel heil erkannt ist, wird auch der Zweig verständlich sein. Wer zur Quelle durchgedrungen, sieht das Viele im Einen ein. [Refrain] Du bist der Ursprung, du bist das Licht, wer dich im Wesen erkennt, verliert die Ganzheit nicht. In dir wird Wissen zu staunender Schau, und alles Getrennte wird innerlich blau.
Kapitel 11 · Video
Denkfrage
Was macht die Schau des Göttlichen zugleich überwältigend und erschreckend?
Kapitel 11

Die Verklärung des Herrn

[Strophe 1] Ich bat um deine wahre Gestalt, nicht nur um Worte, Rat und Sinn, ich wollte sehn, was hinter allem an unaussprechlicher Größe bin. Und plötzlich brach die enge Form auf, die Welt wurde ein flammender Kreis, tausend Sonnen hätten kaum getragen, was in dem Augenblick sich weist. [Strophe 2] Gesichter, Zeiten, Sterne, Kräfte, Geburt und Tod in einem Bild, die ganze Schöpfung in Bewegung, erschreckend schön und übermild. Ich sah die Mächte und die Völker, die Helden, Herrscher, Sturz und Glanz, alles strömte durch dein Wesen, alles tanzte deinen Tanz. [Refrain] Verklärter Herr, zu groß für meinen Blick, du zeigst mir das Ganze und nimmst mich doch zurück. Ich sehe die Fülle, ich beuge mich still, denn wer dein Antlitz ahnt, weiß, was Ehrfurcht will. [Strophe 3] Doch mitten in der überwält’gen Schau erkannte ich auch Zeit und Fall: dass selbst Vernichtung Werkzeug werden kann im ungeheuren Weltenall. Da bat ich dich in Angst und Staunen: Zeig dich mir wieder menschlich nah. Und du kamst sanft in die vertraute Form, damit mein Herz nicht ganz zerbarst. [Bridge] Manchmal braucht die Seele Visionen, die größer sind als ihr Verstand. Doch leben kann sie nur, wenn Gnade sie wieder sanft nimmt an die Hand. [Refrain] Verklärter Herr, zu groß für meinen Blick, du zeigst mir das Ganze und nimmst mich doch zurück. Ich sehe die Fülle, ich beuge mich still, denn wer dein Antlitz ahnt, weiß, was Ehrfurcht will.
Kapitel 12 · Video
Denkfrage
Warum kann Beziehung leichter zugänglich sein als ein rein abstraktes Absolutes?
Kapitel 12

Die Verehrung des persönlichen Gottes ist besser als Meditation über das Absolute

[Strophe 1] Es gibt den stillen Weg ins Namenlose, ins reine Sein, ins formlose Licht, doch schwer ist dieser steile Aufstieg für ein Herz, das noch in Bildern spricht. Darum ist Liebe zu dem Einen, der sich persönlich an dich neigt, für viele Seelen sanfter, näher, weil sich das Ewige darin zeigt. [Strophe 2] Wer dich mit Herz und Hingabe sucht, im Alltag, Leiden, Werk und Zeit, wer seinen Geist auf dich ausrichtet, wächst langsam in die Ewigkeit. Nicht kalte Abstraktion erlöst uns, wenn innen Hunger, Angst noch sind, oft führt die treue Gottesliebe viel tiefer als ein leerer Wind. [Refrain] Ich rufe dich mit Namen, und doch bist du mehr als Wort. Ich liebe dich im Herzen, und du trägst mich immerfort. Der persönliche Gott ist Brücke, Glut und Tor, und Liebe führt die Seele zum Grenzenlosen vor. [Strophe 3] Sanftmut, Freundlichkeit, Geduld im Leiden, kein Hass, kein kalter Übermut, wer so im Geist der Liebe wandelt, steht schon in deinem tiefen Gut. Denn Verehrung ist nicht nur Gesang, nicht nur Gebet in schöner Form, sie wird im Wesen eines Menschen zur stillen, leuchtenden Norm. [Bridge] Das Absolute bleibt unendlich, doch Liebe macht es bewohnbar. Was unerreichbar schien im Denken, wird nah im liebenden Gewahr. [Refrain] Ich rufe dich mit Namen, und doch bist du mehr als Wort. Ich liebe dich im Herzen, und du trägst mich immerfort. Der persönliche Gott ist Brücke, Glut und Tor, und Liebe führt die Seele zum Grenzenlosen vor.