Kapitel 3
Karmayoga oder die Methode zu Handeln
[Strophe 1]
Nicht Nichtstun führt zur stillen Höhe,
nicht bloßes Meiden macht dich rein,
denn niemand lebt auch nur Sekunden,
ohne im Tun verstrickt zu sein.
Die Welt bewegt sich durch die Kräfte,
Natur durchdringt dich still und weit,
drum frage nicht: „Wie kann ich fliehen?“,
frag lieber: „Wie dien ich der Zeit?“
[Strophe 2]
Handle, doch ohne Gier nach Früchten,
gib deine Werke frei ins All,
lass nicht den Lohn dein Herz regieren,
steh nicht im Bann von Sieg und Fall.
Was du aus rechter Hingabe tust,
wird Opfer, Dienst und stilles Licht,
doch was nur dir und deinem Nutzen dient,
befreit die Seele letztlich nicht.
[Refrain]
Handle, handle,
doch häng dich nicht daran.
Gib dein Werk dem Ewigen,
tu, was getan sein kann.
Nicht der Gewinn,
nicht Angst vor Verlust,
nur klares Dienen
macht die Seele bewusst.
[Strophe 3]
Die Welt wird gehalten durch Geben,
durch Kreislauf, Opfer, Pflicht und Brot,
wenn jeder nur für sich behalten will,
wächst Mangel, Fieber, innre Not.
Darum erfülle deine Aufgabe
nicht klein, nicht stolz, nicht hart,
sondern wie einer, der verstanden hat:
Auch Arbeit ist eine heilige Art.
[Bridge]
Der Weise handelt mitten unter Menschen
und bleibt doch frei im tiefsten Grund,
weil nicht sein Ego ihn regieret,
sondern ein größerer Weltenbund.
[Refrain]
Handle, handle,
doch häng dich nicht daran.
Gib dein Werk dem Ewigen,
tu, was getan sein kann.
Nicht der Gewinn,
nicht Angst vor Verlust,
nur klares Dienen
macht die Seele bewusst.