SMS – Susanne macht SchuleWissen darf lebendig sein.
Bhagavad Gita · Musikzyklus

Kapitel 1–6

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Kapitel 1 · Video
Denkfrage
Was geschieht, wenn Pflicht, Gewissen und Mitgefühl nicht mehr in dieselbe Richtung zeigen?
Kapitel 1

Arjunas Zaudern und Niedergeschlagenheit

[Strophe 1] Ich steh am Rand der alten Ordnung, der Himmel schweigt, das Feld wird weit, vor mir Gesichter meiner Herkunft, hinter mir die verlorene Zeit. Wie soll ich kämpfen gegen Brüder, gegen Lehrer, Blut und Haus? Mein Herz wird schwer, die Hände sinken, ich halte diesen Krieg nicht aus. [Strophe 2] Was ist ein Sieg auf toten Feldern, was ist ein Reich, das Tränen nährt? Was nützt die Krone dieser Erde, wenn Liebe schweigend mitbegräbt? Ich sehe Schuld in jedem Schritt hier, ich sehe Nacht in meinem Tun, ich will nicht Herr der leeren Asche, ich will nur endlich nicht mehr ruhn. [Refrain] O Herr des innern Wagens, sprich in mein Dunkel rein, wenn alles in mir zittert, wer kann mein Führer sein? Wenn Pflicht und Schmerz sich kreuzen und nichts mehr sicher scheint, dann lehre mich zu sehen, was ewig in mir meint. [Strophe 3] Ich sinke nieder, müd vor Fragen, mein Bogen fällt aus meiner Hand, der Stolz zerbricht, die Worte stocken, ich kenne weder Weg noch Stand. Vielleicht beginnt die wahre Lehre nicht dort, wo einer tapfer scheint, sondern wo einer offen bebt und seine eigne Ohnmacht weint. [Bridge] Wer wirklich sucht, steht nackt im Morgen, ohne Maske, ohne Schild. Er bittet nicht um leichte Wege, nur dass die Wahrheit in ihm gilt. [Refrain] O Herr des innern Wagens, sprich in mein Dunkel rein, wenn alles in mir zittert, wer kann mein Führer sein? Wenn Pflicht und Schmerz sich kreuzen und nichts mehr sicher scheint, dann lehre mich zu sehen, was ewig in mir meint.
Kapitel 2 · Video
Denkfrage
Was bleibt von einem Menschen, wenn Körper, Gefühle und Rollen sich verändern?
Kapitel 2

Sämkhya-Theorie und Yoga-Praxis

[Strophe 1] Du klagst um das, was nie gestorben, du weinst um Formen, Staub und Kleid, doch was im Menschen wirklich leuchtet, steht jenseits aller Endlichkeit. Geboren wird nur das Vergängliche, das Sichtbare vergeht im Wind, doch tief im Kern, unzerstörbar, bleibt das, was wir im Wesen sind. [Strophe 2] Wie einer alte Kleider ablegt und neue nimmt für einen Tag, so wechselt Seele ihre Hüllen, doch bleibt sie selbst, was immer lag. Kein Schwert kann ihr Geheimnis spalten, kein Feuer ihren Grund versehrn, kein Wasser tränkt, kein Sturm zerreißt sie, sie ist dem Ewigen zugehörn. [Refrain] Steh auf im Wissen, ruh im Licht, du bist der Körper im Letzten nicht. Tu deine Schritte, bleib innerlich frei, wo wahres Erkennen und Yoga eins sei’n. [Strophe 3] Nicht Flucht ist Yoga, nicht Erstarrung, nicht totes Schweigen ohne Sinn, es ist das ruhige Innehalten: Wer bin ich? Was lebt wirklich drin? Wenn Lust und Leid wie Wellen kommen, wenn Lob und Tadel sich erhebn, dann bleibe du im stillen Zentrum und lerne aus der Tiefe leben. [Bridge] Wer sich erkennt als mehr als Denken, mehr als die Angst, mehr als den Schmerz, der findet mitten im Getriebe ein unbewegtes inneres Herz. [Refrain] Steh auf im Wissen, ruh im Licht, du bist der Körper im Letzten nicht. Tu deine Schritte, bleib innerlich frei, wo wahres Erkennen und Yoga eins sei’n.
Kapitel 3 · Video
Denkfrage
Kann man engagiert handeln, ohne vom Ergebnis abhängig zu werden?
Kapitel 3

Karmayoga oder die Methode zu Handeln

[Strophe 1] Nicht Nichtstun führt zur stillen Höhe, nicht bloßes Meiden macht dich rein, denn niemand lebt auch nur Sekunden, ohne im Tun verstrickt zu sein. Die Welt bewegt sich durch die Kräfte, Natur durchdringt dich still und weit, drum frage nicht: „Wie kann ich fliehen?“, frag lieber: „Wie dien ich der Zeit?“ [Strophe 2] Handle, doch ohne Gier nach Früchten, gib deine Werke frei ins All, lass nicht den Lohn dein Herz regieren, steh nicht im Bann von Sieg und Fall. Was du aus rechter Hingabe tust, wird Opfer, Dienst und stilles Licht, doch was nur dir und deinem Nutzen dient, befreit die Seele letztlich nicht. [Refrain] Handle, handle, doch häng dich nicht daran. Gib dein Werk dem Ewigen, tu, was getan sein kann. Nicht der Gewinn, nicht Angst vor Verlust, nur klares Dienen macht die Seele bewusst. [Strophe 3] Die Welt wird gehalten durch Geben, durch Kreislauf, Opfer, Pflicht und Brot, wenn jeder nur für sich behalten will, wächst Mangel, Fieber, innre Not. Darum erfülle deine Aufgabe nicht klein, nicht stolz, nicht hart, sondern wie einer, der verstanden hat: Auch Arbeit ist eine heilige Art. [Bridge] Der Weise handelt mitten unter Menschen und bleibt doch frei im tiefsten Grund, weil nicht sein Ego ihn regieret, sondern ein größerer Weltenbund. [Refrain] Handle, handle, doch häng dich nicht daran. Gib dein Werk dem Ewigen, tu, was getan sein kann. Nicht der Gewinn, nicht Angst vor Verlust, nur klares Dienen macht die Seele bewusst.
Kapitel 4 · Video
Denkfrage
Was unterscheidet Wissen von wirklicher Erkenntnis?
Kapitel 4

Der Weg des Erkennens

[Strophe 1] Dieses Wissen kam durch Zeiten, wurde weiter still gereicht, von Herz zu Herz, von Geist zu Geist, bis eine dunkle Welt es weicht. Wenn Wahrheit in Vergessen sinkt und der Mensch sich selbst verliert, tritt Weisheit neu in diese Erde, damit das Innre nicht erfriert. [Strophe 2] Nicht nur durch Bücher kommt Erkenntnis, nicht nur durch Denken, Wort und Zahl, sie glimmt, wo einer ehrlich sucht und brennt sich frei durch Qual um Qual. Wer fragt mit Demut, dient und lauscht, wer nicht bloß streitet, sondern schaut, dem öffnet sich das innre Feuer, das tiefer als Beweise baut. [Refrain] Erkennen ist ein Feuer, das alte Schatten bricht, es verbrennt die blinden Fesseln und führt ins eigne Licht. Wer wirklich sehen lernt, wird innerlich befreit, denn Wahrheit ist kein Schmuckstück, sie ist Unendlichkeit. [Strophe 3] Wie Feuer trockenes Holz verzehret, so löst Erkenntnis Ketten auf, die Schuld, die Angst, die dumpfen Kreise verlieren ihren alten Lauf. Der Zweifel kann dich erst noch quälen, doch dann wird Klarheit leise groß: Du bist nicht hier, um blind zu taumeln, das Tiefste in dir ist nicht bloß. [Bridge] Wissen ohne Wandlung bleibt Oberfläche, doch wahre Schau verändert dich. Sie macht aus Denken stilles Sehen und aus dem Fragen Gegenwärtigkeit. [Refrain] Erkennen ist ein Feuer, das alte Schatten bricht, es verbrennt die blinden Fesseln und führt ins eigne Licht. Wer wirklich sehen lernt, wird innerlich befreit, denn Wahrheit ist kein Schmuckstück, sie ist Unendlichkeit.
Kapitel 5 · Video
Denkfrage
Wann ist Entsagung Befreiung – und wann nur Flucht?
Kapitel 5

Die rechte Entsagung

[Strophe 1] Nicht der entsagt, der Dinge meidet, nicht der, der flieht aus Angst vor Pflicht, nicht der, der nur die Welt verachtet, versteht das innre Gleichgewicht. Entsagung heißt: das Falsche lösen, den Griff nach Lohn und Eigennutz, das Herz von klebender Erwartung befreien durch bewussten Mut. [Strophe 2] Wer tätig bleibt und doch nicht festhält, wer liebt und doch nicht besitzen will, wer mitten in den Formen handelt und innen bleibt gesammelt, still, der hat das rechte Maß gefunden zwischen Hingabe und Losgelöstsein, er trägt die Welt, doch ohne Fessel, und darf im Innern ledig sein. [Refrain] Entsage nicht dem Leben, entsage nur dem Griff. Lass los, was dich gefangen hält, geh tiefer als Begriff. Nicht Flucht, nicht kaltes Meiden, nicht Stolz auf deinen Verzicht — die rechte Entsagung leuchtet aus einem freien Licht. [Strophe 3] Man kann auch auf den Askese stolz sein, man kann sich an dem Opfer nähren, man kann sogar im Weg des Loslassens noch tausend Eitelkeiten ehren. Doch reine Freiheit trägt kein Schild, sie stellt sich selbst nicht auf den Thron, sie wirkt still, klar und unbesessen, wie Atem, Weite, Himmelston. [Bridge] Wenn du nichts mehr festhalten musst, kann Liebe endlich fließen. Dann wird sogar Verzicht zum Garten, in dem die reifen Früchte sprießen. [Refrain] Entsage nicht dem Leben, entsage nur dem Griff. Lass los, was dich gefangen hält, geh tiefer als Begriff. Nicht Flucht, nicht kaltes Meiden, nicht Stolz auf deinen Verzicht — die rechte Entsagung leuchtet aus einem freien Licht.
Kapitel 6 · Video
Denkfrage
Wie könnte innere Sammlung mitten im Alltag aussehen?
Kapitel 6

Der wahre Yoga

[Strophe 1] Der wahre Yogi ist nicht der, der nur im Äußern still erscheint, sondern wer seine Kräfte sammelt und innerlich mit Wahrheit eint. Er sitzt nicht bloß, um sich zu zeigen, er sucht nicht Ruhm für frommen Schein, er lernt, den wilden Geist zu halten und bei dem tiefen Selbst zu sein. [Strophe 2] Maß im Essen, Maß im Schlafen, Maß in Arbeit, Maß in Ruh, nicht zu viel und nicht zu wenig — so wächst die innre Klarheit zu. Denn wenn der Mensch sich selbst zerreißt in Gier, in Härte, Übermaß, dann wird auch Meditation zum flackernden und leeren Glas. [Refrain] Wahrer Yoga, stilles Feuer, Atem, Sammlung, innre Nacht, bis im tiefsten Raum des Wesens eine andre Sonne wacht. Wer den Geist behutsam heimführt, kommt zum eigenen Grund zurück, und inmitten aller Winde findet er das stille Glück. [Strophe 3] Der Geist ist ruhelos und schwer zu bändigen, ja, schneller noch als Sturm im Feld, doch Übung und gelöstes Herz verwandeln seine ganze Welt. Und fällt der Suchende zurück, so ist doch nichts umsonst verloren, denn jeder Schritt ins wahre Zentrum wird in der Seele neu geboren. [Bridge] Wie eine Flamme ohne Zittern an windgeschütztem Orte steht, so ruht das Herz des still Gewordnen, wenn innres Schauen in ihm weht. [Refrain] Wahrer Yoga, stilles Feuer, Atem, Sammlung, innre Nacht, bis im tiefsten Raum des Wesens eine andre Sonne wacht. Wer den Geist behutsam heimführt, kommt zum eigenen Grund zurück, und inmitten aller Winde findet er das stille Glück.