„Was ist aus Bildung geworden – ein Markt?“
Ihr sagt:
„Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft.“
Aber ihr meint:
„Bildung ist der Schlüssel zur Verwertbarkeit.“
Schulen werden zu Zulieferern.
Kinder zu Humankapital.
Bildungswege zu Karriereleitern,
nicht zu Entwicklungsräumen.
Ihr optimiert nicht für Erkenntnis,
ihr optimiert für Effizienz.
Ihr fragt nicht:
„Was willst du lernen?“
Ihr fragt:
„Was brauchst du für den Arbeitsmarkt?“
Und wo bleibt der Mensch dabei?
Wo die Freiheit,
zu lernen,
was nicht profitabel ist –
aber bedeutend?
Sag, Staatschef:
Wer profitiert davon,
wenn wir unsere Kinder
nicht mehr als Wesen sehen,
sondern als Rohstoffe
für eine Maschine,
die längst keine Seele mehr hat?
← Alle 15 Gedanken
Arno Gruen weitergedacht · Folge 09
Wirtschaftliche Ausbeutung von Bildung
Ein politischer Gedanke über Menschenbild, Macht und die Frage, was Systeme mit Menschen machen.
Einordnung: Der folgende Text ist keine historische Rede Arno Gruens und kein wörtliches Zitat. Susanne Albers führt seine Gedanken künstlerisch und politisch weiter.
„Die fortschreitende Kommerzialisierung von Bildungssystemen untergräbt den wahren Sinn von Bildung. Bildung sollte eine Befähigung sein, nicht nur ein Mittel zur Sicherung von Arbeitskräften.“
Nicht übernehmen · prüfen
Drei politische Arbeitsfragen
1. Menschenbild
Welches Bild vom Menschen kritisiert dieser Text? Welche Bedürfnisse oder Fähigkeiten werden übersehen?
2. Politische Zuständigkeit
Welche Gesetze, Institutionen oder gesellschaftlichen Erwartungen wären von dieser Kritik konkret betroffen?
3. Gegenprüfung
Wo überzeugt die Zuspitzung? Wo ist sie zu pauschal? Formuliere eine begründete Gegenposition und eine mögliche Veränderung.