SMS · Susanne macht SchuleWissen darf lebendig sein.
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Arno Gruen weitergedacht · Folge 09

Wirtschaftliche Ausbeutung von Bildung

Ein politischer Gedanke über Menschenbild, Macht und die Frage, was Systeme mit Menschen machen.

Einordnung: Der folgende Text ist keine historische Rede Arno Gruens und kein wörtliches Zitat. Susanne Albers führt seine Gedanken künstlerisch und politisch weiter.

„Die fortschreitende Kommerzialisierung von Bildungssystemen untergräbt den wahren Sinn von Bildung. Bildung sollte eine Befähigung sein, nicht nur ein Mittel zur Sicherung von Arbeitskräften.“

„Was ist aus Bildung geworden – ein Markt?“ Ihr sagt: „Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft.“ Aber ihr meint: „Bildung ist der Schlüssel zur Verwertbarkeit.“ Schulen werden zu Zulieferern. Kinder zu Humankapital. Bildungswege zu Karriereleitern, nicht zu Entwicklungsräumen. Ihr optimiert nicht für Erkenntnis, ihr optimiert für Effizienz. Ihr fragt nicht: „Was willst du lernen?“ Ihr fragt: „Was brauchst du für den Arbeitsmarkt?“ Und wo bleibt der Mensch dabei? Wo die Freiheit, zu lernen, was nicht profitabel ist – aber bedeutend? Sag, Staatschef: Wer profitiert davon, wenn wir unsere Kinder nicht mehr als Wesen sehen, sondern als Rohstoffe für eine Maschine, die längst keine Seele mehr hat?

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Drei politische Arbeitsfragen

1. Menschenbild

Welches Bild vom Menschen kritisiert dieser Text? Welche Bedürfnisse oder Fähigkeiten werden übersehen?

2. Politische Zuständigkeit

Welche Gesetze, Institutionen oder gesellschaftlichen Erwartungen wären von dieser Kritik konkret betroffen?

3. Gegenprüfung

Wo überzeugt die Zuspitzung? Wo ist sie zu pauschal? Formuliere eine begründete Gegenposition und eine mögliche Veränderung.