„Wie soll ein Mensch Wurzeln schlagen – wenn er nie zur Ruhe kommt?“
Früh raus.
Gepackt in Strukturen.
Verplant, verplant, verplant.
Kaum Zeit zum Kuscheln,
zum Erzählen,
zum Dasein.
Ihr ruft nach Leistung –
und lasst die Bindung verkümmern.
Dabei ist die Familie
kein netter Nebeneffekt.
Sie ist das Fundament.
Ohne sie wächst kein Vertrauen.
Keine Selbstliebe.
Keine innere Sicherheit.
Und was macht ihr?
Ihr reißt Kinder früh aus den Armen,
die sie tragen würden.
Gebt ihnen Pläne statt Nähe.
Förderung statt Zuwendung.
Sag, Staatschef:
Was nützt euch ein Kind, das rechnen kann,
aber nicht weiß, was Liebe ist?
Oder eins, das früh „funktioniert“,
aber innerlich verdorrt?
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Arno Gruen weitergedacht · Folge 06
Mangel an Zeit für familiäre Bindungen
Ein politischer Gedanke über Menschenbild, Macht und die Frage, was Systeme mit Menschen machen.
Einordnung: Der folgende Text ist keine historische Rede Arno Gruens und kein wörtliches Zitat. Susanne Albers führt seine Gedanken künstlerisch und politisch weiter.
„Das Bestreben, Kinder frühzeitig in den Bildungs- und Berufsrat zu zwingen, nimmt ihnen die Zeit für familiäre Bindungen. Eine ausgewogene Entwicklung erfordert auch eine starke familiäre Basis.“
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Drei politische Arbeitsfragen
1. Menschenbild
Welches Bild vom Menschen kritisiert dieser Text? Welche Bedürfnisse oder Fähigkeiten werden übersehen?
2. Politische Zuständigkeit
Welche Gesetze, Institutionen oder gesellschaftlichen Erwartungen wären von dieser Kritik konkret betroffen?
3. Gegenprüfung
Wo überzeugt die Zuspitzung? Wo ist sie zu pauschal? Formuliere eine begründete Gegenposition und eine mögliche Veränderung.