„Warum lehrt ihr alles – außer Menschlichkeit?“
Sie lernen rechnen,
aber nicht fühlen.
Sie analysieren Texte,
aber nicht sich selbst.
Sie wissen, wie man ein Gedicht interpretiert –
aber nicht, wie man mit Wut umgeht.
Oder Trauer. Oder Scham.
Ihr füllt ihre Köpfe,
aber lasst ihre Herzen leer.
Denn Gefühle sind unbequem.
Nicht messbar.
Nicht steuerbar.
Doch wer sich nicht fühlen darf,
kann auch nicht fühlen,
was andere brauchen.
Und daraus entsteht:
Kälte, Anpassung, Entfremdung.
Sag, Staatschef:
Wollt ihr wirklich kluge Kinder,
die sich selbst nicht spüren?
Oder fürchtet ihr,
was passieren würde,
wenn sie lernen würden,
dass Mitgefühl mächtiger ist als Gehorsam?
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Arno Gruen weitergedacht · Folge 05
Fehlende Berücksichtigung von emotionaler Bildung
Ein politischer Gedanke über Menschenbild, Macht und die Frage, was Systeme mit Menschen machen.
Einordnung: Der folgende Text ist keine historische Rede Arno Gruens und kein wörtliches Zitat. Susanne Albers führt seine Gedanken künstlerisch und politisch weiter.
„Ihre Politik fokussiert sich zu sehr auf intellektuelle Bildung und vernachlässigt die entscheidende Rolle der emotionalen Bildung. Kinder sollten in der Lage sein, ihre Emotionen zu verstehen und zu regulieren.“
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Drei politische Arbeitsfragen
1. Menschenbild
Welches Bild vom Menschen kritisiert dieser Text? Welche Bedürfnisse oder Fähigkeiten werden übersehen?
2. Politische Zuständigkeit
Welche Gesetze, Institutionen oder gesellschaftlichen Erwartungen wären von dieser Kritik konkret betroffen?
3. Gegenprüfung
Wo überzeugt die Zuspitzung? Wo ist sie zu pauschal? Formuliere eine begründete Gegenposition und eine mögliche Veränderung.