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William Shakespeare - 154 Sonetten

Sonett CXXXVII

Der thöricht blinde Gott, warum wohl trügt
Die Augen er, die seh’n und doch nicht recht?
Sie wissen, was Schönheit ist, wo sie liegt,
Doch schätzen Bestes sie, als wär es schlecht.
Wenn sich das Aug’, verzückt durch falsche Blicke,
Den Hafen sucht, dahin nun Alles strebt,
Was brauchst als Hamen du der Augen Tücke,
An dem mein Urthelsspruch befestigt schwebt?
Wie soll als Eigenthum mein Herz erkennen,
Was als der Menschheit Gut ihm ist bekannt?
Soll, was es sieht, mein Aug’ je anders nennen,
Und Wahrheit machen zu gemeinem Tand?
Irrthum hält Aug’ und Herze mir gebunden,
Sie können nie von schnöder Pest gesunden.

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