JENSEITS DER ZEIT

Der Originallyrics-Text

[Intro – Gentle guitar, accordion]

[Verse 1]
Weißt du noch, im Sommer vierundsechzig,
als der fremde junge Mann
mit dem Koffer und den dunklen Augen
in das Hinterhaus einzog irgendwann?

Giovanni hieß er, kam aus Neapel,
sprach nur wenig Deutsch zu der Zeit.
In der Fabrik stand er früh an der Maschine,
und nach Feierabend war die Stille weit.

[Chorus]
Weißt du noch, Giovanni,
mit dem Heimweh im Gesicht?
So weit weg von seiner Sonne,
doch vergessen haben wir ihn nicht.
Weißt du noch, Giovanni,
wie das damals mit uns war?
Erst ein Fremder, dann ein Nachbar,
und schließlich gehörte er dazu, Jahr für Jahr.

[Verse 2]
Sonntags saß er auf der kleinen Treppe,
einen Brief von seiner Frau in der Hand.
Seine Kinder malten bunte Bilder,
schickten Grüße aus dem fernen Heimatland.

Frau Schulze aus dem zweiten Stock
brachte eines Tages Kuchen mit.
Er sagte leise: „Grazie, Signora“,
und sie setzte sich daneben, Stück für Stück.

[Chorus]
Weißt du noch, Giovanni,
mit dem Heimweh im Gesicht?
So weit weg von seiner Sonne,
doch vergessen haben wir ihn nicht.
Weißt du noch, Giovanni,
wie das damals mit uns war?
Erst ein Fremder, dann ein Nachbar,
und schließlich gehörte er dazu, Jahr für Jahr.

[Verse 3]
Manche nannten ihn nur „Gastarbeiter“,
manche schauten einfach weg.
Doch beim Hoffest spielte er Gitarre,
und die Kinder tanzten vor dem Garteneck.

Dann im Frühling kamen Frau und Kinder,
drei Gestalten vor der Haustür, Hand in Hand.
Und Frau Schulze rief vom Küchenfenster:
„Kommt nur rein, hier ist noch allerhand!“

[Bridge – Soft mandolin]
Er brachte Lieder aus dem Süden,
wir brachten Kaffee, Brot und Zeit.
Aus zwei verschiedenen Geschichten
wurde ein Stück Gemeinsamkeit.

[Final Chorus – Joyful, full band]
Weißt du noch, Giovanni,
wie er lachend vor uns stand?
Mit den Kindern und Maria,
seine Familie endlich Hand in Hand.

Weißt du noch, Giovanni,
und sein Lied im Abendlicht?
Manche Menschen kommen von weit her,
doch fremd bleiben müssen sie nicht.

[Outro – Accordion and guitar]
Weißt du noch?
Ja, ich weiß es noch.
Giovanni aus dem Hinterhaus,
der gehörte irgendwann zu uns.