JENSEITS DER ZEIT

Der Originallyrics-Text

[Strophe 1]
In unsrer Küche stand ein Herd,
der hatte manchen Tag gehört.
Ein kleiner Topf, ein bisschen Milch,
die Mutter rief: „Pass auf, mein Kind!“

Doch draußen fuhr ein Fahrrad vorbei,
ich lief ans Fenster, war dabei.
Und hinter mir, ganz leis und sacht,
hat sich die Milch auf den Weg gemacht.

[Refrain]
Ach, die Milch, die Milch, die Milch,
die wollte in die Freiheit!
Sie kletterte den Topf hinauf,
als hätte sie heut Feiertag.
Und Mutter lachte, Vater sprach:
„Na, das gibt wieder einen Tag!“
Ach, wie schön war unsre Zeit,
mit einem Topf voll Heiterkeit.

[Strophe 2]
Es zischte laut, es roch nach Milch,
ich dachte nur: „Das gibt es nicht!“
Der weiße Schaum lief übern Rand,
und Mutter kam mit einem Tuch gerannt.

Sie schimpfte nicht, sie sah mich an,
und fragte: „Wie das kommen kann?“
Ich sagte: „Mutti, glaube mir,
die Milch, die wollte fort von hier!“

[Refrain]
Ach, die Milch, die Milch, die Milch,
die wollte in die Freiheit!
Sie kletterte den Topf hinauf,
als hätte sie heut Feiertag.
Und Mutter lachte, Vater sprach:
„Na, das gibt wieder einen Tag!“
Ach, wie schön war unsre Zeit,
mit einem Topf voll Heiterkeit.

[Strophe 3]
Heut steht ein anderer Herd bei mir,
doch manchmal denk ich noch an ihr.
An diesen Duft, an diesen Raum,
an einen kleinen Kindheitstraum.

Ich seh die Mutter vor mir stehn,
und kann ihr Lächeln wiedersehn.
Was damals nur ein Missgeschick,
bringt mir die alte Zeit zurück.

[Letzter Refrain]
Ach, die Milch, die Milch, die Milch,
die wollte in die Freiheit!
Sie kletterte den Topf hinauf,
und nahm ein Stück Erinnerung mit.
Und wenn ich heut am Herde steh,
dann tut das Erinnern gar nicht weh.
Ich lächle still und denke dran,
wie schön ein kleiner Fehler sein kann.

[Outro]
Ein kleiner Topf, ein bisschen Zeit,
und eine ganze Kindheit weit.