Frage 17 · Gesellschaft & Politik
Warum wird jetzt jeder Russe gehasst?
Position statt Musterlösung: Der Song ist eine zugespitzte Antwort von Susanne. Unterscheide Werturteil, rhetorische Zuspitzung und überprüfbare Tatsachenbehauptung – und widersprich, wenn du Gründe hast.
[Intro]
Es reicht ein Krieg,
und schon sind es nicht mehr Generäle.
Nicht mehr Politiker.
Nicht mehr Täter.
Es sind „die Russen“.
Alle.
[1. Vers]
Der Feind braucht ein Gesicht.
Und wenn wir zu faul sind zu unterscheiden –
dann machen wir’s uns leicht.
Wir sagen nicht: „Putin.“
Wir sagen: „die Russen.“
Wir sagen nicht: „die Armee.“
Wir sagen: „das Volk.“
Und auf einmal
wird ein Akzent zur Schuld.
Ein Pass zum Makel.
Ein Mensch zum Feindbild.
[Pre-Chorus]
Hass ist einfach.
Verstehen ist schwer.
Und wir
sind bequem geworden.
[Chorus]
Warum wird jetzt jeder Russe gehasst?
Weil wir’s nicht gelernt haben,
zwischen Schuld und Herkunft zu unterscheiden.
Weil Angst blind macht.
Und weil der Mensch
zu oft lieber urteilt,
als nachfragt.
[2. Vers]
Da leben russische Familien
in Berlin, in Paris, in Tel Aviv.
Mit Tränen in den Augen –
für ein Land,
das sie nicht regieren.
Und trotzdem
werden sie angeschrien.
Ausgegrenzt.
Misstrauisch beäugt.
Nicht, weil sie etwas getan haben –
sondern weil wir etwas nicht verstanden haben.
[Bridge]
Hass schützt nicht.
Er spaltet.
Und wenn du denkst,
du wärst auf der richtigen Seite,
nur weil du laut bist –
dann hast du den Krieg
bereits in dir selbst verloren.
[Chorus]
Warum wird jetzt jeder Russe gehasst?
Weil wir immer noch nicht kapiert haben,
dass Schuld nicht in der Sprache liegt,
nicht im Namen,
nicht in der Nationalität –
sondern im Handeln.
[Outro]
Ein Russe ist ein Mensch.
Kein Symbol.
Kein Feindbild.
Kein Kriegsersatz.
Wenn wir das nicht begreifen –
werden wir irgendwann
alle Fremde sein.
Und was antwortest du?
Deine Notizen werden nicht an SMS übertragen. Ohne Klick auf „Als Text speichern“ bleiben sie nur in diesem geöffneten Feld.