Frage 12 · Natur & Verantwortung
Warum pflückt man Blumen, wenn man die Natur liebt?
[Intro]
Da war sie.
So schön.
So zart.
So lebendig.
Und ich?
Ich musste sie pflücken.
Musste.
Warum eigentlich?
[1. Vers]
Wir sagen:
„Ich liebe die Natur.“
Und meinen:
„Ich will sie nah bei mir haben.“
Aber Liebe,
die nicht lässt –
ist keine Liebe.
Pflücken ist greifen.
Greifen ist Besitz.
Und Besitz
tötet das,
was lebt.
[Pre-Chorus]
Vielleicht wollen wir
die Schönheit halten –
aber sie war nur schön,
weil sie frei war.
[Chorus]
Warum pflücken wir Blumen,
obwohl wir die Natur schützen wollen?
Weil wir immer noch glauben,
dass Nähe bedeutet:
Festhalten.
Weil wir nicht gelernt haben,
zu bewundern,
ohne zu besitzen.
[2. Vers ]
Eine Blume lebt für sich.
Nicht für unsere Vase.
Nicht für Instagram.
Nicht für „Guck mal, wie schön“.
Sie lebt,
weil sie lebt.
Nicht, weil wir es wollen.
[Bridge]
Man kann einen Duft nicht fangen.
Man kann einen Sonnenuntergang nicht mitnehmen.
Und eine Blume stirbt,
wenn man sie liebt
wie ein Ding.
[Chorus]
Warum reißen wir das Schöne aus dem Boden?
Vielleicht
weil wir Angst haben,
dass es vergeht,
wenn wir es nicht behalten.
Aber wahre Liebe
lässt leben.
Und schützt –
auch ohne Griff.
[Outro]
Vielleicht ist das größte Geschenk
an die Natur:
Nicht zu nehmen.
Nur zu sehen.
Nur zu sein.
Mit ihr.
Und was antwortest du?
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