Zwei Modelle. Zwei Sprachen.
Die interessante Frage ist nicht, ob Ramtha und Maslow „dasselbe“ sagen. Interessanter ist, warum beide Entwicklung als Bewegung darstellen – und was jeweils als Ziel erscheint.
Ramthas sieben Ebenen
Die körperliche Welt erscheint in der Quelle als Ebene der dreidimensionalen Wahrnehmung: Bewusstsein wird in materieller Form erfahren und ausgedrückt.
Eine Ebene, auf der Erfahrungen von Schmerz, Reue und Schuld verstanden werden sollen.
Hier steht das Bestreben im Vordergrund, andere durch Gedanken, Einfluss und den eigenen Standpunkt zu kontrollieren.
Tiefe Liebe ist vorhanden, kann nach dieser Darstellung aber noch nicht vollständig nach außen ausgedrückt werden.
Die Quelle beschreibt eine Welt aus goldenem Licht, Musik, Schönheit und einer unmittelbar gestaltbaren Wirklichkeit.
Die Trennung zwischen den Dingen löst sich gedanklich: Alles Leben wird als zusammengehörig und zugleich einzigartig verstanden.
Die siebte Ebene wird als sprachlich kaum beschreibbarer Zustand reinen Lichts, Gedankens, Lebens und göttlichen Seins dargestellt.
Maslows Bedürfnishierarchie
Essen, Trinken, Schlafen, Sexualität und andere körperliche Grundlagen.
Schutz, Wohnung, materielle und berufliche Sicherheit, Zukunftssicherheit.
Kommunikation, Partnerschaft, Freundschaft, Zugehörigkeit.
Selbstachtung, Anerkennung, Status, Einfluss und das Bedürfnis, als Person gesehen zu werden.
Verstehen, Wissen, Lernen und geistige Orientierung – in der erweiterten Darstellung.
Schönheit, Ordnung, Gestaltung und ästhetische Erfahrung – in der erweiterten Darstellung.
Eigene Möglichkeiten, Fähigkeiten, Werte und Kreativität entfalten.
Eine das individuelle Selbst überschreitende Dimension; die alte Seite nennt sie als spätere Erweiterung des Modells.
Ähnlich in der Form – verschieden im Anspruch
| Frage | Ramtha | Maslow |
|---|---|---|
| Was wird beschrieben? | Eine spirituelle Ordnung von Bewusstseins- und Seinsebenen. | Eine Ordnung menschlicher Bedürfnisse und Entwicklungsmotive. |
| Wo beginnt der Weg? | In der materiellen, körperlichen Welt. | Bei physiologischen Grundbedürfnissen. |
| Welche Rolle spielt Beziehung? | Liebe wird zu einer eigenen Ebene und führt weiter zum Einssein. | Soziale Zugehörigkeit und Anerkennung sind zentrale Bedürfnisbereiche. |
| Was liegt „oben“? | Einheit, reines Sein und Gott. | Selbstverwirklichung; in einer erweiterten Fassung zusätzlich Transzendenz. |
| Was muss kritisch geprüft werden? | Ob und wie eine spirituelle Ebenenlehre begründet werden kann. | Wie allgemein, starr oder kulturübergreifend eine Bedürfnishierarchie tatsächlich gedacht werden darf. |
Diese Frage ist der eigentliche Übergang zur Selbstreflexion. Ein Modell kann Orientierung geben. Es darf aber nicht zum Urteil darüber werden, wie „weit“ ein Mensch angeblich ist.