SMS – Susanne macht SchuleWissen darf lebendig sein.
Vergleichen ohne gleichzusetzen

Zwei Modelle. Zwei Sprachen.

Die interessante Frage ist nicht, ob Ramtha und Maslow „dasselbe“ sagen. Interessanter ist, warum beide Entwicklung als Bewegung darstellen – und was jeweils als Ziel erscheint.

Spirituelle Lehre

Ramthas sieben Ebenen

1Materie / Demonstration

Die körperliche Welt erscheint in der Quelle als Ebene der dreidimensionalen Wahrnehmung: Bewusstsein wird in materieller Form erfahren und ausgedrückt.

2Schmerz, Reue und Schuld

Eine Ebene, auf der Erfahrungen von Schmerz, Reue und Schuld verstanden werden sollen.

3Macht

Hier steht das Bestreben im Vordergrund, andere durch Gedanken, Einfluss und den eigenen Standpunkt zu kontrollieren.

4Liebe

Tiefe Liebe ist vorhanden, kann nach dieser Darstellung aber noch nicht vollständig nach außen ausgedrückt werden.

5Paradies

Die Quelle beschreibt eine Welt aus goldenem Licht, Musik, Schönheit und einer unmittelbar gestaltbaren Wirklichkeit.

6Einssein

Die Trennung zwischen den Dingen löst sich gedanklich: Alles Leben wird als zusammengehörig und zugleich einzigartig verstanden.

7Reines Sein / Gott

Die siebte Ebene wird als sprachlich kaum beschreibbarer Zustand reinen Lichts, Gedankens, Lebens und göttlichen Seins dargestellt.

Psychologisches Modell

Maslows Bedürfnishierarchie

1Physiologische Bedürfnisse

Essen, Trinken, Schlafen, Sexualität und andere körperliche Grundlagen.

2Sicherheitsbedürfnisse

Schutz, Wohnung, materielle und berufliche Sicherheit, Zukunftssicherheit.

3Soziale Bedürfnisse

Kommunikation, Partnerschaft, Freundschaft, Zugehörigkeit.

4Individual- und Anerkennungsbedürfnisse

Selbstachtung, Anerkennung, Status, Einfluss und das Bedürfnis, als Person gesehen zu werden.

5Kognitive Bedürfnisse

Verstehen, Wissen, Lernen und geistige Orientierung – in der erweiterten Darstellung.

6Ästhetische Bedürfnisse

Schönheit, Ordnung, Gestaltung und ästhetische Erfahrung – in der erweiterten Darstellung.

7Selbstverwirklichung

Eigene Möglichkeiten, Fähigkeiten, Werte und Kreativität entfalten.

8Transzendenz

Eine das individuelle Selbst überschreitende Dimension; die alte Seite nennt sie als spätere Erweiterung des Modells.

Vergleich

Ähnlich in der Form – verschieden im Anspruch

FrageRamthaMaslow
Was wird beschrieben?Eine spirituelle Ordnung von Bewusstseins- und Seinsebenen.Eine Ordnung menschlicher Bedürfnisse und Entwicklungsmotive.
Wo beginnt der Weg?In der materiellen, körperlichen Welt.Bei physiologischen Grundbedürfnissen.
Welche Rolle spielt Beziehung?Liebe wird zu einer eigenen Ebene und führt weiter zum Einssein.Soziale Zugehörigkeit und Anerkennung sind zentrale Bedürfnisbereiche.
Was liegt „oben“?Einheit, reines Sein und Gott.Selbstverwirklichung; in einer erweiterten Fassung zusätzlich Transzendenz.
Was muss kritisch geprüft werden?Ob und wie eine spirituelle Ebenenlehre begründet werden kann.Wie allgemein, starr oder kulturübergreifend eine Bedürfnishierarchie tatsächlich gedacht werden darf.
Muss Entwicklung nach oben führen – oder kann ein Mensch auf vielen Ebenen zugleich leben?

Diese Frage ist der eigentliche Übergang zur Selbstreflexion. Ein Modell kann Orientierung geben. Es darf aber nicht zum Urteil darüber werden, wie „weit“ ein Mensch angeblich ist.