1. Psychisch krank werden kann jeder
Krise, Diagnose, Stigma, Jugendsprache, Van Gogh und die Frage, warum Abweichung so schnell zum Makel wird.
Zur ersten DoppelstundePsychologie · Ethik · Sprache · Menschenwürde
Psychische Krise, Stigmatisierung und Würde hinter geschlossenen Türen

Schutzrahmen
Diese Unterrichtseinheit ist Hardcore. Sie behandelt reale Erfahrungen mit psychischen Krisen, Psychosen, Suizidversuch, Selbstverletzung, Zwang, geschlossener Psychiatrie, Medikamenten und Stigmatisierung. Die Texte und Videos können sehr belastend wirken.
Wer sich schon vor Beginn durch das Thema stark angesprochen, verletzt oder getriggert fühlt, muss an dieser Unterrichtseinheit nicht teilnehmen. Auch während des Unterrichts darf jederzeit eine Pause gemacht, der Raum verlassen oder eine alternative Aufgabe gewählt werden. Niemand muss dafür eine Begründung nennen.
Niemand wird aufgefordert, persönliche Erfahrungen, Diagnosen oder familiäre Erlebnisse vor der Klasse offenzulegen. Im Mittelpunkt stehen Sprache, Würde, Hilfe, Verantwortung und die Frage, wie eine Gesellschaft mit Menschen in psychischen Krisen umgeht.
Die Einheit romantisiert psychische Erkrankungen nicht und reduziert Menschen nicht auf Diagnosen. Eine Diagnose beschreibt niemals den ganzen Menschen.
Benennen Sie vor Beginn klar, was folgt. Eine mögliche Formulierung lautet:
Verlangen Sie keine spontanen persönlichen Bekenntnisse. Fragen Sie nicht, wer selbst betroffen ist. Sprechen Sie stattdessen über Situationen, Sprache, gesellschaftliche Folgen und mögliche Hilfen. Beenden Sie die Stunde nicht unmittelbar nach einem besonders belastenden Lied, sondern geben Sie Zeit zum Ankommen, Einordnen und Aussteigen.
Zweimal 90 Minuten
Die Einheit verbindet medizinische Grundbegriffe, Alltagssprache, persönliche Erfahrung, Kunst und das Leben auf einer geschlossenen psychiatrischen Station. Sie verlangt keine persönlichen Bekenntnisse. Niemand muss eigene Diagnosen, Krisen oder Erfahrungen offenlegen.
Krise, Diagnose, Stigma, Jugendsprache, Van Gogh und die Frage, warum Abweichung so schnell zum Makel wird.
Zur ersten DoppelstundeMenschenwürde, Schutz, Zwang, Alltag und Stimmen aus einer geschlossenen Station – erzählt in einer Oper von Susanne Albers.
Zur zweiten DoppelstundeWas richtet ein Satz wie „Du bist doch gestört“ bei jemandem an, der tatsächlich eine Diagnose oder Krise erlebt?
Wer darf benennen, diagnostizieren, behandeln, einschließen – und wer wird dabei gehört?
Wie bleibt ein Mensch als ganzer Mensch sichtbar, wenn Symptome, Akten und Institutionen alles andere überdecken?