[Gesprochenes Intro]
Bevor der Olymp glänzte,
bevor Zeus den Blitz hob,
bevor Hera thronte,
Athene dachte,
Apollon sang
und Dionysos die Grenzen löste,
war da die alte Zeit.
Kronos, der Vater,
der fürchtete, was aus ihm geboren wurde.
Und Rhea, die Mutter,
die wusste:
Nicht alles, was verschlungen wird,
ist verloren.
Manchmal verbirgt die Zukunft
sich in einer Höhle.
Manchmal wird ein Stein geschluckt,
damit ein Gott leben kann.
[Strophe 1]
Kronos saß im Schatten
mit der Zeit in seiner Hand,
hörte jedes neue Leben
wie Verrat im eignen Land.
Was aus Liebe kam geboren,
wurde ihm zur Furcht und Last.
Und er fraß die hellen Kinder,
weil er keine Zukunft fasst.
Rhea stand im Dunkeln,
Mutter, Erde, stiller Schmerz,
trug den Himmel unter Tränen
und den Widerstand im Herz.
[Refrain]
Aus der Nacht wird der Olymp geboren,
aus der Angst ein neuer Morgenstern.
Was die alte Zeit verschlingen wollte,
wächst im Geheimen fern.
Rhea schweigt und rettet die Zukunft,
Kronos fällt an seiner eignen Macht.
Und ein Kind atmet in der Höhle,
bis der Blitz erwacht.
[Strophe 2]
Nicht mit Schwertern, nicht mit Schreien
brach sie seine Herrschaft auf.
Sie legte einen Stein in Windeln
und nahm das Schicksal in Kauf.
Denn die Mutter kennt die Stunde,
die noch keiner sehen kann.
Sie bewahrt das kleine Feuer,
bis es Welten ändern kann.
Kronos schluckte seine Täuschung,
glaubte, alles sei noch sein.
Doch im Berg, im Schutz der Erde,
wuchs die neue Ordnung rein.
[Refrain]
Aus der Nacht wird der Olymp geboren,
aus der Angst ein neuer Morgenstern.
Was die alte Zeit verschlingen wollte,
wächst im Geheimen fern.
Rhea schweigt und rettet die Zukunft,
Kronos fällt an seiner eignen Macht.
Und ein Kind atmet in der Höhle,
bis der Blitz erwacht.
[Bridge]
Jede alte Macht hat Angst
vor dem Kind, das sie beerbt.
Jede neue Welt beginnt,
wenn eine Mutter nicht mehr schweigt.
Zeit kann Körper fressen,
Zeit kann Namen verwehn.
Doch was Wahrheit werden muss,
wird durch die Zeiten gehn.
[Strophe 3]
Später werden Throne beben,
später teilt sich Meer und Licht.
Später sprechen zwölf Gestalten
mit dem menschlichen Gesicht.
Doch zuerst war diese Stunde,
dieser Stein, dies Mutterwort:
„Nicht mein Kind. Nicht meine Zukunft.
Nicht noch einmal. Nicht mehr fort.“
Und so hebt die Welt den Atem,
unter Sternen, tief und weit.
Denn der Olymp beginnt nicht oben —
er beginnt im Schutz der Zeit.
[Refrain]
Aus der Nacht wird der Olymp geboren,
aus der Angst ein neuer Morgenstern.
Was die alte Zeit verschlingen wollte,
wächst im Geheimen fern.
Rhea schweigt und rettet die Zukunft,
Kronos fällt an seiner eignen Macht.
Und ein Kind atmet in der Höhle,
bis der Blitz erwacht.
[Outro]
Bevor der Himmel herrschen konnte,
musste eine Mutter sehn:
Die Zukunft kommt nicht ohne Schutz.
Und alte Zeiten müssen gehn.