[Strophe 1]
Hermes läuft im Morgenlicht,
mit Flügeln an den Schuhen.
Er kennt die Wege zwischen allem,
wo die festen Dinge ruhen.
Er spricht mit Göttern, spricht mit Menschen,
tritt durch Türen ohne Klang.
Wo ein Übergang sich öffnet,
fängt sein schneller Schritt schon an.
[Strophe 2]
Er trägt die Botschaft durch die Nebel,
durch den Markt und durch die Nacht.
Er weiß, dass Wahrheit manchmal lacht
und nicht nur feierlich erwacht.
Ein Schelm, ein Händler, ein Begleiter,
ein Dieb, ein Führer, klug und leicht.
Er zeigt, dass Geist beweglich bleibt,
wenn nichts mehr sicher scheint.
[Refrain]
Hermes, Hermes, Bote der Schwellen,
führ mich durch das Zwischenland.
Zeig mir Wege, wo ich dachte,
jede Tür sei längst verbrannt.
Hermes, Hermes, fliegender Sprecher,
Wort und Witz und Wanderstab.
Wer die Zeichen lesen lernt,
steigt nicht verloren hinab.
[Strophe 3]
Er geht sogar zu jenen Orten,
wo kein Sonnenlied mehr klingt.
Er führt die Seelen durch die Tiefe,
wenn der letzte Atem sinkt.
Nicht als Richter, nicht als Henker,
eher leise, wach und klar.
Er begleitet, was sich löst,
durch das Unsichtbare da.
[Bridge]
In jedem Menschen lebt Hermes,
wenn ein Satz die Welt verschiebt.
Wenn ein Zufall plötzlich spricht
und Antwort aus dem Weg uns gibt.
Nicht jede Wahrheit kommt als Donner,
nicht jedes Zeichen laut und schwer.
Manchmal trägt ein kleines Wort
uns über Grenzen her.
[Refrain]
Hermes, Hermes, Bote der Schwellen,
führ mich durch das Zwischenland.
Zeig mir Wege, wo ich dachte,
jede Tür sei längst verbrannt.
Hermes, Hermes, fliegender Sprecher,
Wort und Witz und Wanderstab.
Wer die Zeichen lesen lernt,
steigt nicht verloren hinab.
[Outro]
Ich geh nicht nur geradeaus,
ich folge auch dem Wind.
Denn wo die Welten sich berühren,
wird die Seele wieder Kind.