Sozialstaat
Die gesetzliche Krankenversicherung gehört zu den wichtigsten Absicherungen moderner Gesellschaften: Krankheit soll nicht unmittelbar in Armut führen.
Politik · Geschichte · Satire · Medienbildung
Eine alte Spaßseite wird zur Unterrichtseinheit: links die offizielle Geschichte der gesetzlichen Krankenversicherung, rechts eine satirische Netzversion – und darunter ein neues Lied namens „Pommes auf Rezept“.

Worum geht es?
Die gesetzliche Krankenversicherung gehört zu den wichtigsten Absicherungen moderner Gesellschaften: Krankheit soll nicht unmittelbar in Armut führen.
Die Netzfassung überzeichnet das Thema brutal: Brokkoli gegen Sahne, Laufschuhe gegen Kabelfernsehen, Herzinfarkt gegen Solidarprinzip.
Die Klasse darf lachen – und soll danach genauer denken: Was ist Pointe, was ist Vorurteil, was ist Realität und was fehlt völlig?
Der Kern der Seite
Historischer Quellenhinweis der alten Seite: deutsche-sozialversicherung.de/de/krankenversicherung/geschichte.html (heute nach Auskunft nicht mehr online).
Historischer Quellenhinweis der alten Seite: gamepad.de/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?num=1156243450/1020 (heute nach Auskunft nicht mehr online).
Am Anfang bedeckte Gott die Erde mit Brokkoli, Blumenkohl und Spinat, grünen und gelben und roten Gemüsesorten aller Art, damit Mann und Frau lange und gesund leben konnten.
Und Satan schuf Mövenpick und Bahlsen. Und er fragte: „Noch ein paar heiße Kirschen zum Eis?“ – und Mann und Frau antworteten begeistert. Die ersten Kilos waren gewonnen.
Gott schuf Joghurt. Der Teufel brachte weißes Mehl und Zucker. Die Kleidergröße wuchs. Gott schlug frischen Gartensalat vor. Der Teufel erfand Sahnedressing und Knoblauchtoast.
Gott gab Gemüse und Olivenöl. Der Teufel legte Bries, Camembert, Hummerstücke in Butter und Hähnchenbrustfilets dazu. Die Cholesterinwerte des Menschen gingen durch die Decke.
Gott brachte Laufschuhe, damit seine Kinder ein paar Pfunde verlören. Der Teufel schuf Kabelfernsehen mit Fernbedienung, damit der Mensch sich nicht einmal mit dem Umschalten belasten müsse.
Dann schuf Gott die Kartoffel, arm an Fett und voll wertvoller Nährstoffe. Der Teufel entfernte die gesunde Schale, machte Chips daraus, briet sie in tierischem Fett und bestreute sie mit Unmengen Salz.
Schließlich schuf Gott mageres Fleisch. Der Teufel schuf McDonalds und den Cheeseburger für 99 Cent und fragte: „Pommes dazu?“
Der Mensch sagte: „Klar – ’ne extra große Portion mit Majo!“ Der Teufel sagte: „Es ist gut.“ Und der Mensch erlitt einen Herzinfarkt.
Gott seufzte und schuf die vierfache Bypassoperation am Herzen.
Musikalische Zuspitzung
Unter der alten Currywurst-Idee steht jetzt ein eigenes Lied. Es bleibt lustig, greift den Satireton auf – und dreht am Ende in Richtung Solidarität.
YouTube-Einbau: https://youtu.be/aua1BEdssfs
Zum Schluss noch Chemie
100 g Öl haben: 899 kcal / 3761 kJ
Eiweiß: 0 g – Fett: 99 g – Kohlenhydrate: 0 g
Nach Geschichte, Satire, Currywurstbild und Musik kam plötzlich die chemische Formel des Fetts. Genau dieses leicht absurde Umschalten – von Sozialstaat zu Imbiss zu Chemie – ist Teil des Charakters der ursprünglichen Seite und bleibt deshalb erhalten.
Gesprächsimpulse
Was erzählt die offizielle Version über Rechte, Schutz und Solidarität – und was blendet die satirische Version aus?
Verspottet sie die Krankenversicherung, ungesunde Lebensweise, Konsum, Bequemlichkeit – oder alles zugleich?
Welche Krankheiten, Lebenslagen oder sozialen Fragen kommen in der Pointe überhaupt nicht vor, obwohl sie für Krankenversicherung wichtig sind?
Warum kippt „Pommes auf Rezept“ am Ende vom Spott zur Solidarität? Ist das nur nett – oder inhaltlich der stärkste Teil?
Quellenlage
Offizielle Version – historischer Link:http://www.deutsche-sozialversicherung.de/de/krankenversicherung/geschichte.html
Inoffizielle Version – historischer Link:http://www.gamepad.de/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?num=1156243450/1020