Schneller oder langsamer
Ein Getriebe kann die Drehgeschwindigkeit verändern. Ein kleines antreibendes Zahnrad kann ein größeres langsamer drehen lassen.
90 Minuten · Technik · Mathematik · Alltag
Warum wir Getriebe brauchen – und was Zahnräder dabei eigentlich tun. Ein Motor kann drehen. Aber oft dreht er zu schnell, zu langsam, in die falsche Richtung oder mit zu wenig Kraft. Genau da beginnt die Aufgabe eines Getriebes.
Einstieg · 0–15 Minuten
Ein Motor dreht. Ein Rad soll fahren. Dazwischen muss etwas übersetzen.
Arbeitsfrage: Was könnte passieren, wenn ein Motor mit sehr hoher Drehzahl direkt ein großes Rad antreiben soll? Und was müsste man verändern, wenn das Rad langsamer, aber kräftiger drehen soll?
Ein Getriebe kann die Drehgeschwindigkeit verändern. Ein kleines antreibendes Zahnrad kann ein größeres langsamer drehen lassen.
Wenn die Drehzahl sinkt, kann bei idealisierter Betrachtung das nutzbare Drehmoment steigen. Das ist zum Beispiel beim Anfahren oder Heben wichtig.
Zwei direkt ineinandergreifende Zahnräder drehen sich entgegengesetzt. Mit weiteren Rädern lassen sich Bewegungsrichtungen gezielt verändern.
Beobachten · 15–28 Minuten
Das kleinere Rad muss sich häufiger drehen, damit das größere einmal herumkommt.
Die Zähnezahlen bestimmen das Übersetzungsverhältnis. Mehr Zähne bedeuten bei gleicher Verzahnung einen größeren Teilkreisdurchmesser.
Getriebeformen · 28–40 Minuten
Experiment · 40–58 Minuten
In Susannes alter Technikseite steckt eine interaktive Planetengetriebe-Animation. Du kannst auswählen, welches Bauteil als Bezugssystem „festgehalten“ wird.
Übersetzung · 58–68 Minuten
Hat das antreibende Rad 20 Zähne und das angetriebene 60, dann hat das große Rad dreimal so viele Zähne.
Im einfachen idealisierten Zahnradpaar dreht sich das große Rad dann entsprechend langsamer. Die genaue Vorzeichenkonvention für Drehrichtungen hängt von der Darstellung ab; für den Einstieg reicht das Verhältnis der Zähnezahlen.
Für die Pingeligen · 68–82 Minuten
Dann reichen „klein“ und „groß“ nicht mehr. Jetzt kommen Teilung, Zähnezahl, Modul, Teilkreisdurchmesser, Kopfkreis und Fußkreis ins Spiel.


Der Modul m beschreibt die Größe der Verzahnung. Für passende Zahnräder muss er übereinstimmen. Mit Zähnezahl z und Modul lässt sich der Teilkreisdurchmesser bestimmen.
Bei außenverzahnten Stirnrädern ergibt sich der Achsabstand aus der Hälfte der Summe der Teilkreisdurchmesser.
Abschluss · 82–90 Minuten
Erkläre in höchstens fünf Sätzen:
Ein Getriebe macht aus einer Drehbewegung genau die Drehbewegung, die eine Maschine braucht.
Hinweis für Lehrkräfte
Die Einheit ist absichtlich von der Alltagserfahrung zur technischen Präzision aufgebaut. Wer nach 60 Minuten verstanden hat, warum Getriebe Drehzahl, Drehmoment und Bewegungsrichtung verändern, hat den Kern bereits erfasst. Die handschriftlichen Zahnradberechnungen eignen sich als Vertiefung für leistungsstärkere Gruppen, technische Bildung oder berufsbezogene Mathematik.