SMS – Susanne macht SchuleFrei zugänglich · ungewöhnlich gedacht

Internationaler Frauentag · Geschichte · Religion · Ethik

Eva, Maria, Lilith – und Frauen, die die Welt verändert haben

Ein Film über Frauenbilder, Freiheit und Geschichte. Nicht alles darin gehört in dieselbe Schublade: Mythos, künstlerische Deutung und historische Aussage stehen bewusst nebeneinander. Genau daraus entsteht Unterricht.

Eva, Lilith und Maria als moderne Bildkomposition

Teaserbild zur Einheit: Eva, Lilith und Maria – drei Frauenbilder zwischen Schuld, Ideal und Selbstbestimmung.

Vor dem Film: Schreib zu jedem Namen spontan ein Wort auf: Eva – Maria – Lilith. Es gibt noch kein „richtig“ oder „falsch“. Interessant ist, welche Bilder wir schon im Kopf haben, bevor der Film beginnt.

16 Minuten · das Werk

Frauen verändern die Welt

Der Film beginnt mit einer modernen Eva-Deutung, führt durch Stationen der Frauengeschichte, nimmt Maria als Frauenbild in den Blick und endet mit Lilith und einem bewusst frechen Trio. Das Video bleibt dabei ein künstlerisches Werk – die Schulaufgabe beginnt dort, wo wir genau hinsehen, unterscheiden und überprüfen.

„Ich habe nicht die Schlange gehört. Ich habe mich selbst gehört.“Eva im Film
„Ich bin nicht gefallen. Ich bin aufgestanden.“Eva im Film

Erst unterscheiden, dann urteilen

Drei Ebenen laufen gleichzeitig

Mythos

Überlieferte Figuren

Eva, Maria und Lilith gehören nicht einfach in eine historische Zeitleiste. Sie stammen aus religiösen und mythischen Überlieferungen, die über Jahrhunderte sehr unterschiedlich erzählt und gedeutet wurden.

Interpretation

Was der Film daraus macht

Der Film gibt den Figuren eigene Stimmen. Eva wird zur Fragenden, Maria wehrt sich gegen die Rolle des vollkommenen Ideals, Lilith steht für Widerspruch und Selbstbestimmung. Das ist eine künstlerische Lesart – und darf diskutiert werden.

Geschichte

Überprüfbare Aussagen

Jahreszahlen, Personen, Gesetze und Ereignisse sind historische Behauptungen. Hier gilt nicht „gefällt mir“, sondern: Quelle suchen, vergleichen, einordnen. Auch ein gutes Video kann verkürzen oder sich irren.

Die drei Frauenbilder

Wer erzählt eigentlich eine Frau?

Eva

Im Film wird aus der traditionellen Schuldfigur eine Frau, die neugierig ist, entscheidet und eine Grenze überschreitet.

Frage: Was verändert sich an der Geschichte, wenn man „Sündenfall“ durch „Aufbruch“ ersetzt?

Maria

Der Film wendet sich gegen die Vorstellung einer Frau, die nur noch rein, still, vollkommen und anbetungswürdig sein darf.

Frage: Kann auch ein positives Ideal ein Käfig werden?

Lilith

Lilith tritt frech und selbstbewusst auf. Sie entschuldigt sich nicht dafür, dass sie nicht gefällig sein will.

Frage: Warum werden widerspenstige Frauen in Geschichten so oft gefährlich oder dämonisch?

„Wer erzählt eigentlich die Geschichte einer Frau – und was macht diese Erzählung mit ihr?“

Diese Frage ist wichtiger als das Auswendiglernen der Stationen. Sie verbindet die mythischen Figuren mit den historischen Frauen im Film.

Wie der Film seine Geschichte erzählt

Stationen der Zeitreise

Die folgende Übersicht gibt wieder, welche Stationen der Film nennt. Sie ist kein fertiges Geschichtslexikon. Genau deshalb eignet sie sich für Quellenkritik.

EvaNeugier, Entscheidung, Freiheit – als moderne Deutung
Nitokrisweibliche Herrschaft im alten Ägypten
Xanthippedie unsichtbare Arbeit hinter einem berühmten Philosophen
Lü Zhipolitische Macht im alten China
Bathildvom versklavten Mädchen zur Königin
Hildegard von BingenSchreiben, Predigen, Komponieren
Ungleicher LohnArbeit von Frauen und Männern wird unterschiedlich bewertet
Frauen und BierbrauenKonkurrenz, Zünfte und Ausschluss
Anna Maria van SchurmanBildung – aber unter Einschränkungen
Frauenmarsch nach VersaillesFrauen als politische Akteurinnen
Catherine GreeneErfindung, Anerkennung und Zuschreibung
TextilarbeiterinnenArbeit, Protest und die Geschichte des Frauentags
Florence NightingalePflege, Hygiene und Organisation
Frauengewerkschaftgemeinsame Interessenvertretung
1911: Internationaler FrauentagWahlrecht und Gleichberechtigung
TrümmerfrauenArbeit und Erinnerung nach 1945
Walentina Tereschkowaerste Frau im All
Angela Merkelerste deutsche Bundeskanzlerin
LohnlückeGleichberechtigung in der Gegenwart
2030?eine offene Zukunftsfrage

Eine Doppelstunde · ohne Materialschlacht

Gucken → unterscheiden → prüfen → urteilen

1. Vorwissen sichtbar machen · etwa 5 Minuten

Zu Eva, Maria und Lilith jeweils ein spontanes Wort notieren. Danach noch nicht diskutieren.

2. Film ansehen · etwa 16 Minuten

Währenddessen nur zwei Dinge markieren: eine Stelle, die stark wirkt, und eine Aussage, bei der du nachprüfen möchtest, ob sie stimmt.

3. Frauenbilder untersuchen · etwa 20 Minuten

In kleinen Gruppen Eva, Maria oder Lilith auswählen. Klären: Welche Rolle wird der Figur traditionell zugeschrieben? Wie verändert der Film sie? Was gewinnt die neue Deutung – und wo würdet ihr widersprechen?

4. Quellenkritik · etwa 25 Minuten

Wählt eine historische Station aus dem Film. Sucht mindestens zwei voneinander unabhängige seriöse Quellen. Prüft Jahreszahl, Person und Kernaussage. Ergebnis: bestätigt · verkürzt · umstritten · nicht belegt.

5. Abschluss · etwa 15 Minuten

Diskutiert: Welche Geschichte über Frauen würdet ihr heute anders erzählen? Es darf eine berühmte Frau sein – oder eine, deren Geschichte kaum jemand kennt.

Quellenkritik statt „Video sagt …“

Ein kleiner Prüfkompass

Eine Quelle ist noch kein Beweis

Prüfe: Wer veröffentlicht? Wird eine Originalquelle genannt? Gibt es wissenschaftliche oder institutionelle Belege? Bestätigen unabhängige Quellen dieselbe Aussage?

Unterschiede sind interessant

Wenn zwei seriöse Darstellungen voneinander abweichen, ist das kein Scheitern. Dann beginnt Geschichtsarbeit: Warum unterscheiden sie sich? Ist etwas unsicher, umstritten oder später ausgeschmückt worden?

Hinweis für Lehrkräfte

Der Film verbindet bewusst künstlerische Zuspitzung mit historischen Stationen. Er sollte deshalb nicht als fertige historische Darstellung eingesetzt werden, sondern als Ausgangspunkt für Deutung und Quellenkritik. Die Lernenden dürfen dem Film ausdrücklich widersprechen. Gerade das macht die Einheit stark: Eine Interpretation muss nicht „geglaubt“, eine historische Behauptung nicht einfach übernommen werden.

Grundlage dieser Unterrichtsseite ist das von Susanne Albers bereitgestellte Frauentagsvideo mit den zugehörigen Konzeptnotizen.

Schlussfrage: Welche Geschichte über Frauen würdest du heute neu erzählen – und warum?

Kein Referat nötig. Ein Absatz, ein Bild, ein kurzer Audiotext oder eine Minute Video reichen.

↑ Nach oben