SMS · Susanne macht SchuleWissen darf lebendig sein.
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Arno Gruen weitergedacht · Folge 01

Entmenschlichung durch frühzeitige Institutionalisierung

Ein politischer Gedanke über Menschenbild, Macht und die Frage, was Systeme mit Menschen machen.

Einordnung: Der folgende Text ist keine historische Rede Arno Gruens und kein wörtliches Zitat. Susanne Albers führt seine Gedanken künstlerisch und politisch weiter.

„Indem Sie Kinder bereits im Kindergarten institutionalisieren, entmenschlichen Sie sie von Anfang an und nehmen ihnen die Möglichkeit, eine natürliche emotionale Bindung zu ihren Eltern aufzubauen.“

„Was macht ihr da mit euren Kleinsten?“ Ihr nennt es Vorschule. Frühförderung. Struktur. Ich nenne es: Abrichtung. Ihr bringt sie weg von den Armen, die sie trösten würden. Weg vom Blick der Mutter, rein in Räume mit Regeln, Beurteilung, Bewertung, Belohnung. Noch bevor sie Ich sagen können, sollen sie funktionieren. Ihr nennt es Entwicklung. Aber was ihr da entwickelt, sind Kinder mit früh gebrochener Bindung, die später nach Anerkennung gieren und Autoritäten vertrauen, weil sie nie Nähe gelernt haben. Ihr tötet Vertrauen, bevor es sich entfalten kann. Sag, Staatschef: Wem dient das? Dem Kind – oder dem System?

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Drei politische Arbeitsfragen

1. Menschenbild

Welches Bild vom Menschen kritisiert dieser Text? Welche Bedürfnisse oder Fähigkeiten werden übersehen?

2. Politische Zuständigkeit

Welche Gesetze, Institutionen oder gesellschaftlichen Erwartungen wären von dieser Kritik konkret betroffen?

3. Gegenprüfung

Wo überzeugt die Zuspitzung? Wo ist sie zu pauschal? Formuliere eine begründete Gegenposition und eine mögliche Veränderung.