Originaltext zum Video
[Intro – Susanne, gesprochen]
Johann Wolfgang, das Bild ist wunderschön. Aber sag mal: Wo ist eigentlich das Böse?
[Strophe 1 – Goethe]
Susanne, du schaust auf Gretchen und Faust, auf Garten, Bank und stillen Blick. Du sagst: „Die Frage ist da, doch etwas fehlt mir Stück für Stück. Was Faust verführt, was ihn bedrängt, was hinter seinen Worten steht — das sieht man hier doch kaum.“
[Refrain]
Zeig mir den Schatten, zeig mir die Macht, die still von hinten näherkommt. Nicht alles Böse schreit und droht, manchmal ist es nur ein Druck, der Menschen langsam lenkt.
[Strophe 2 – Susanne, gesprochen]
Genau deshalb hab ich das Bild animiert. Guck mal. Da kommt es von hinten.
[Strophe 3 – Goethe]
Ich sehe hin und plötzlich wird mir klar: Was vorher nur im Text verborgen war, steht nun im Bild. Nicht laut. Nicht plump. Aber sichtbar. Und Faust wirkt anders, wenn man spürt, dass etwas hinter ihm arbeitet.
[Refrain]
Zeig mir den Schatten, zeig mir die Macht, die still von hinten näherkommt. Dann wird die Gretchenfrage größer, weil man endlich sehen kann, was Faust im Innern bindet.
[Outro – gesprochen]
Goethe: Susanne … das ist gar nicht schlecht. Susanne: Siehste. Goethe: Das Böse muss nicht alles beherrschen. Aber ganz fehlen sollte es auch nicht. Susanne: Genau.