Originaltext zum Video
[Intro – gesprochen]
Susanne, du stehst vor meinem Altar und lächelst schon wieder so. Das bedeutet meistens, dass du etwas angestellt hast. Also?
[Strophe 1]
Du sagst: „Giovanni, dein Bild ist wunderschön. Madonna, Kind und Heilige, der Doge kniet davor. Aber da oben, diese kleinen Engel … ich habe mir einen Scherz erlaubt.“ Ich sehe dich an. „Was für einen Scherz?“ Du grinst. „Ich habe sie animiert.“
[Refrain]
Meine Engel sollen fliegen? Susanne, was hast du getan? Sie lagen doch seit achtzehnhundert— nein, seit vierzehnhundertachtundachtzig ganz friedlich da! Meine Engel sollen fliegen? Nun zeig schon her, ich will es sehen. Wenn du dafür durch Jahrhunderte reist, muss ja irgendetwas geschehen.
[Strophe 2]
Du stellst dich neben mich und sagst: „Keine Angst, Giovanni. Ich habe dein Bild nicht kaputtgemacht. Die Engel dürfen nur für einen kleinen Moment lebendig werden.“ Ich sehe nach oben. Erst bewegt sich einer. Dann der andere. Ein Flügel hebt sich. Und plötzlich fliegen sie durch mein Bild.
[Zwischenspiel – gesprochen]
Susanne … das gibt es doch nicht. Noch einmal.
[Strophe 3]
Jetzt muss ich lachen. Diese kleinen Himmelskinder, die eben noch ganz still dort lagen, ziehen plötzlich ihre Kreise, als hätten sie fünfhundert Jahre darauf gewartet. Und du stehst neben mir und freust dich wie ein Kind. Da kann ich schwer böse sein.
[Refrain]
Fliegt nur, meine kleinen Engel, wenn die Zukunft euch bewegen kann. Ein Bild muss nicht nur still sein, wenn jemand Liebe daran fand. Susanne kam aus ferner Zeit und brachte meinen Himmel in Schwung. Und plötzlich wird aus alter Farbe für einen Augenblick etwas jung.
[Outro – gesprochen]
Na gut, Susanne. Du darfst sie fliegen lassen. Aber bitte … die Madonna bleibt sitzen. Deal?