JENSEITS DER ZEIT

Originaltext zum Video

[Hildegard]

Susanne, du möchtest wissen, was Stärke eigentlich ist. Nicht weinen? Nicht zweifeln? Immer weitergehen? Nein. Stärke heißt nicht, dass du keine Angst hast. Und sie heißt auch nicht, dass du niemals fällst. Wer nie fällt, hat vielleicht nur noch keinen Sturm erlebt. Stärke beginnt dort, wo etwas in dir sagt: Hier darfst du dich nicht verlassen.

[Refrain]

Stärke ist nicht Härte. Sie muss niemanden brechen. Sie steht auf, ohne zu schlagen. Sie sagt Nein, ohne zu hassen. Sie bleibt weich— und geht trotzdem nicht zurück. Wenn andere sagen: „Du liegst falsch“— dann prüfe. Hör hin. Denk nach. Und wenn du danach noch immer weißt, dass du deinem Gewissen nicht widersprechen kannst— steh. Nicht aus Trotz. Nicht aus Stolz. Sondern weil etwas in dir wahr bleiben will.

[Refrain]

Stärke ist nicht Härte. Sie macht das Herz nicht kalt. Sie trägt Mitgefühl durch Widerstand. Sie hält die Hand offen und die Wirbelsäule gerade. Manchmal stehst du allein. Und gerade dann zeigt sich, was dich trägt. Nicht der Lärm der Menge. Nicht Applaus. Sondern dieser stille Satz: Ich kann hier nicht anders. Und der Geist? Vielleicht ist er genau diese Kraft. Nicht etwas, das dich größer als andere macht. Sondern etwas, das dich aufrichtet, damit du dich selbst nicht verlässt.

[Schluss]

Stärke heißt nicht: Ich habe keine Angst. Stärke heißt: Die Angst ist da. Und trotzdem bleibe ich menschlich. Ich bleibe wach. Ich bleibe bei mir. Und wenn es nötig ist— stehe ich auf.