JENSEITS DER ZEIT

Originaltext zum Video

[Don Bosco]

Susanne, du möchtest wissen, was Rat eigentlich ist. Ob man einem Menschen sagt, was er tun soll. Lass es mich dir erklären. Rat beginnt nicht mit einer Antwort. Er beginnt damit, dass du zuhörst. So lange, bis hinter den Worten ein Mensch erscheint. Nicht sein Problem. Nicht seine Rolle. Er selbst.

[Refrain]

Rat ist kein Befehl. Rat zieht nicht. Rat macht Wege nicht enger. Er hört. Er prüft. Er bleibt einen Augenblick. Und manchmal wird gerade darin ein neuer Weg sichtbar. Vielleicht braucht jemand Brot. Vielleicht eine Tür. Vielleicht eine Arbeit. Vielleicht nur einen Menschen, der ihn nicht für verloren hält. Der Geist diktiert dir keine fertige Lösung. Er macht dich aufmerksam. Für das, was dieser Mensch jetzt braucht.

[Refrain]

Rat ist kein Befehl. Rat zieht nicht. Rat macht den anderen nicht klein. Er hört. Er wägt. Er sucht mit. Bis aus zwei Blicken eine Möglichkeit wird. Und wenn du keine Lösung weißt? Dann sag es. Tu nicht so, als wüsstest du alles. Auch Ehrlichkeit kann Rat sein. Manchmal ist der beste Rat: Ich bleibe hier. Ich höre weiter zu. Ich gehe ein Stück mit dir. Aber deinen Weg lasse ich dir. Denn guter Rat macht niemanden abhängig. Er macht nicht enger. Er macht freier.

[Schluss]

Vielleicht ist Rat eine der stillsten Bewegungen des Geistes: Ich sehe dich. Ich höre dich. Ich nehme dich ernst. Und dann helfe ich dir, deinen eigenen Weg wieder zu sehen.