JENSEITS DER ZEIT

Originaltext zum Video

[Susanne – gesprochen]

Thomas, du redest von Gott — aber du beginnst bei Dingen.

[Thomas]

Weil wir das Einfache vom Zusammengesetzten her erkennen.

[Strophe 1]

Ich beginne nicht im Himmel, sondern bei dem, was vor mir steht: Körper, Form und Stoff und Wesen, alles, was entsteht und geht.

Vom Sichtbaren zum Unsichtbaren, vom Bekannten weiter fort. Nicht weil Denken alles fassen könnte — sondern Schritt für Schritt, von Ort zu Ort.

[Refrain]

Vom Ding zum Wesen, vom Wesen hin zum Sein. Von dem, was ich erkennen kann, ins größere Fragen hinein.

Nicht springen über diese Welt, nicht fliehen aus dem Hier. Vielleicht führt gerade Wirklichkeit zum tiefsten Grund in mir.

[Strophe 2]

Seele und Körper, Form und Materie, Möglichkeit und Wirklichkeit. Und hinter jeder neuen Antwort öffnet sich noch mehr Weite.

[Susanne]

Dann muss Mystik die Welt gar nicht verlassen?

[Thomas]

Meine Metaphysik beginnt jedenfalls mit dem, was ist.

[Letzter Refrain]

Vom Ding zum Wesen, vom Wesen hin zum Sein. Und plötzlich wird die schlichte Frage größer als der ganze Schein:

Warum ist überhaupt etwas? Warum bin auch ich dabei?

[Outro – beide]

Vielleicht beginnt das Größte mit zwei kleinen Worten:

Ich bin.