JENSEITS DER ZEIT

Originaltext zum Video

[Susanne]

Thomas, dieses Wort gefällt mir: empfangen.

[Thomas]

Denn was sein Sein nicht aus sich selbst hat, empfängt es.

[Strophe 1]

Nicht selbst ins Sein gerufen, nicht eigener erster Grund. Ich stehe hier und atme, und darin liegt schon ein Wundergrund.

Der Geist empfängt sein Sein, sagst du, und wird dadurch wirklich. Nicht bloß Möglichkeit, nicht nur Gedanke — sondern gegenwärtig, augenblicklich.

[Refrain]

Empfangenes Sein, kein Besitz in meiner Hand. Nicht verdient und nicht gekauft, nicht von mir selbst erfand.

Ich bin, weil Sein mich trägt — so würde ich es heute sagen. Und vielleicht beginnt das Staunen noch vor allen großen Fragen.

[Susanne]

Ist das schon Mystik?

[Thomas]

Das Wort benutze ich hier nicht. Aber Staunen über das Sein wäre kein schlechter Anfang.

[Bridge]

Nicht: Ich mache mich. Nicht: Ich begründe mich. Sondern: Ich finde mich vor.

Lebendig. Begrenzt. Empfangend.

[Outro]

Dass ich bin, ist bereits mehr, als ich erklären kann.